CAS Seelsorge im Straf- und Massnahmenvollzug AWS

Theologische Fakultät der Universität Bern, Theologische Hochschule Chur, Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz

Die Teilnehmenden werden zu einer reflektierten und professionellen Seelsorge in Institutionen des Straf- und Massnahmenvollzugs befähigt. Die Teilnehmenden

  • kennen Ziele, Konzepte und Aufgaben der Seelsorge in den unterschiedlichen Einrichtungen des Freiheitsentzugs,
  • sind fähig, zu pastoraltheologisch wie pastoralpsychologisch verantworteter Beziehungs- und Begleitarbeit,
  • sind in der Lage, die eigene theologische, kirchliche, berufliche und persönliche Identität zu reflektieren und sich im interdisziplinären Rahmen des Straf- und Massnahmenvollzugs angemessen einzubringen

 

CAS Seelsorge im Straf- und Massnahmenvollzug AWS
Überblick
Abschluss Certificate of Advanced Studies Seelsorge im Straf- und Massnahmenvollzug AWS, Universität Bern und Theologische Hochschule Chur
Start 09/2021
Dauer 2021 - 2022
Umfang 15 ECTS
Turnus alle 2 Jahre
Flexibler Einstieg möglich Ja
Einzelmodul besuchbar Ja
Ort Bern, bzw. in verschiedenen Institutionen des Straf- und Massnahmenvollzugs.
Aufgrund der Pandemiesituation und den damit verbundenen behördlichen Vorgaben möchten wir Sie darauf hinweisen, dass einzelne Module oder Teile davon digital durchgeführt oder verschoben werden können.
Sprache Deutsch
Zulassung Universitärer Hochschulabschluss auf Stufe Master in Theologie, Seelsorgeerfahrung oder Erfahrung in ähnlichen Bereichen von Begleitung und Beratung. Zulassung sur Dossier möglich
Kosten CHF 8'000 – 12'000
Trägerschaft Theologische Fakultät der Universität Bern, Theologische Hochschule Chur, Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz
Anmeldung

Die Teilnehmenden werden zu einer reflektierten und professionellen Seelsorge in Institutionen des Straf- und Massnahmenvollzugs befähigt. Die Teilnehmenden

  • kennen Ziele, Konzepte und Aufgaben der Seelsorge in den unterschiedlichen Einrichtungen des Freiheitsentzugs,
  • sind fähig, zu pastoraltheologisch wie pastoralpsychologisch verantworteter Beziehungs- und Begleitarbeit,
  • sind in der Lage, die eigene theologische, kirchliche, berufliche und persönliche Identität zu reflektieren und sich im interdisziplinären Rahmen des Straf- und Massnahmenvollzugs angemessen einzubringen.

Modul A1:

Institutionen des Straf- und Massnahmenvollzugs

Umfang: 2 Tage / 1.5 ECTS-Punkte

Themen:

Innerinstitutionelle Kommunikation. Interdisziplinäre Zusammenarbeit. Institutionenanalyse: Totale Institution und Paradoxe Institution. Konflikt von Sicherheit und Resozialisierung.

Lernziele

Die Teilnehmenden kennen zwei Institutionen verschiedener Haftarten. Sie verstehen verschiedene Ansätze zum Verständnis von Institutionen (z. B. Goffman, Foucault, evangelisches Institutionsverständnis o.ä.). Sie sind fähig zu beurteilen, welche Auswirkungen diese Analysen auf Seelsorgekonzepte haben. Sie sind in der Lage, die Sicht von Leitungspersonen der Institutionen wahrzunehmen.

Teilnehmende kennen Bedingungen von Anstellungen der Seelsorge ebenso wie Erwartungen der Institutionen.

Sie verstehen die innerinstitutionellen Kommunikationsbedingungen und reflektieren die faktische Zusammenarbeit der Seelsorgenden vor Ort mit anderen Fachdiensten.

Modul A2:

Interdisziplinäre und interreligiöse Zusammenarbeit unter Berücksichtigung von Diversitäts- und Genderaspekten

Umfang: 2 Tage / 1.5 ECTS-Punkte

Themen

Seelsorge bewegt sich, wie das Modul A 1 "Institutionen des Straf- und Massnahmenvollzugs“ beschrieben hat, in einem multiprofessionellen, interreligiösen und interdisziplinären Austausch. Die unterschiedlichen Professionen, Religionen und Disziplinen stellen ihre Aufgaben in den verschiedenen Haftarten dar. Das multikulturelle Umfeld Gefängnis macht es nötig, sich mit Fragen von Diversity und Gender zu befassen.

Lernziele

Die Teilnehmenden verstehen Notwendigkeit, Möglichkeit und Grenzen der interdisziplinären Zusammenarbeit und schärfen ihr eigenes Seelsorgeverständnis in den unterschiedlichen Vollzugsformen. Sie kennen die diversitäts- und genderspezifischen Themen im Kontext des Straf- und Massnahmenvollzugs.

Modul A3:

Recht und Restorative Justice

Umfang: 2 Tage / 1.5 ECTS-Punkte

Themen

Massnahmenrecht und Strafrecht. Strafprozessordnung. Restorative

Justice: Familienversöhnung sowie Methoden und Programme der Restorative Justice.

Lernziele

Teilnehmende kennen die unterschiedlichen Abläufe, die im Straf- und Massnahmenrecht (StGB) und, soweit nötig, durch die Strafprozessordnung (StPO) geregelt sind.

Sie sind fähig, die Auswirkungen des Rechts und des Strafprozesses auf Seelsorgekonzeptionen und auf ihr eigenes Seelsorgeverständnis zu benennen.

Teilnehmende kennen Grundlagen, Programme, Anwendungsmöglichkeiten und Methoden der Restorative Justice.

Modul A4:

Psycho- und sexualpathologische Störungen

Umfang: 2 Tage / 1.5 ECTS-Punkte

Themen

Persönlichkeits- und Sexualstörungen: narzisstische Störungen; dissoziale Störungen; histrionische Störungen; pädophile Störung. Empathie. Christliche Anthropologie und ihr Verhältnis zur Defizitorientierung.

Lernziele

Teilnehmende kennen und verstehen die Grundbegriffe der Psycho- und Sexualpathologie.

Sie verstehen insbesondere, was diese Störungen für die Kommunikation in der Seelsorge bedeuten können. Sie können die christliche Anthropologie im interdisziplinären Diskurs vertreten.

Modul A5:

Seelsorgekonzepte unter Berücksichtigung der Opfer- und Angehörigenthematik

Umfang: 3 Tage und CAS-Arbeit / 3 ECTS-Punkte

Themen

Die Gefangenenpopulation ist kulturell und religiös unterschiedlich zusammengesetzt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit kultursensibler Seelsorge und eine ökumenische und interreligiöse Zusammenarbeit, die dieser Wirklichkeit Rechnung trägt.

Gefängnisseelsorge hat einen Auftrag in der Angehörigenbetreuung. Da auch Angehörige des Täters in vielfältiger Weise viktimisiert werden, müssen Möglichkeiten der Angehörigen- als Opferbetreuung reflektiert werden.

Lernziele

  • Die Teilnehmenden kennen drei unterschiedliche Gefängnisseelsorgekonzeptionen (schuld- oder freiheitsbezogen und missiologisch). Sie sind fähig, ihre eigenen Vorüberlegungen dazu zu reflektieren und diese haftspezifisch einzuordnen.
  • Sie verstehen, welche Rituale und sakramentalen Handlungen aus ihren Konzeptionen resultieren und können diese theologisch verorten.
  • Die Teilnehmenden kennen sowohl christliche (orthodoxe, römisch-katholische und protestantische) Seelsorgevorstellungen als auch Konzepte anderer Religionen (islamisch, und z.B. hinduistisch).
  • Die Teilnehmenden sind fähig, Gottesdienste im multinationalen und multireligiösen Umfeld (z.B. Kasualien bei Todesfällen) zu gestalten.
  • Die Teilnehmenden kennen verschiedene Opferbegriffe und sind in der Lage, diese in ihrer Arbeit auch konzeptionell einzubinden.

Modul A6:

Anderorts erworbenes Spezialwissen

Umfang: 2 Tage / 0.5 ECTS-Punkte

Auf Antrag und unter Vorlage einer Tagungsbescheinigung, die Art, Umfang und Inhalt der Weiterbildungsveranstaltung auflistet, wird ein Modul anerkannt. Das Spezialwissen kann auch (nach Bewilligung durch die Programmleitung) an einer anderen Hochschule erworben werden.

Leistungsnachweis ist ein Essay, das eine zentrale Frage dieser Veranstaltung im Hinblick auf Gefängnisseelsorge und das eigene Seelsorgeverständnis reflektiert.

 

Modul A7:

Vertiefung methodischer und kontextueller Kompetenzen in der Institution

Umfang: 2 Tage / 1.5 ECTS-Punkte

Themen

  • Institutionsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Spital-, Klinik-, Heim- und Pflegekontext.
  • Erhöhung der Methodenkompetenz durch Zusammenarbeit mit systemischen, lösungsorientierten oder CPT Ausbildnern im Kontext der verschiedenen Institutionen.
  • Videogestütztes Feedback bei Seelsorgegesprächen im Kontext des Straf- und Massnahmenvollzugs bzw. im Kontext von nachfolgenden Institutionen (Spital; Klinik, Alters- und Pflegheim).

Lernziele

Die Teilnehmenden kennen Grundbegriffe systemischen, lösungsorientierten oder CPT Denkens. Sie sind in der Lage, in Zusammenarbeit mit anderen AWS Studien- oder Kursleitenden ihre Methoden- und Kontextkompetenz zu erhöhen.

Teilnehmende verstehen, inwiefern weiterführende Institutionen eine erweiterte Seelsorgekompetenz benötigen, da Methodik und Institution einander beeinflussen.

Die Teilnehmenden sind in der Lage durch videogestütztes Feedback ihre Seelsorgekompetenz zu vertiefen.

Praktische Ausbildung:

Praxisgemeinschaft mit Trainingstagen und Supervision

Umfang: 3 Trainingstage und 4 Tage Supervision/ 2 ECTS-Punkte

Die Trainingstage werden in Trainingsgruppen mit Seelsorgefachpersonen durchgeführt und werden durch zwei schriftliche Arbeiten dokumentiert.

Die Supervision wird in spezifischen Supervisionsgruppen und in Einzelsitzungen durchgeführt.

Leistungsnachweis ist ein Kurzbericht.

 

B-Module:

Studiengangübergreifende B-Module

Umfang: 4 Tage / 2 ECTS-Punkte

Studiengangübergreifende B-Module sind thematische Vertiefungsmodule, die von Teilnehmenden aus allen Weiterbildungsstudiengängen im Bereich Seelsorge an der Universität Bern und/oder der Theologischen Hochschule Chur besucht werden können. Es werden zwei zweitägige studiengangübergreifende B-Module (bzw. ein viertägiges) besucht.

Lernziele

Die Teilnehmenden kennen neuste Entwicklungen in den Bereichen Seelsorge, Pastoralpsychologie, Spiritual Care oder angrenzenden Disziplinen.

Trägerschaft

  • Aus- und Weiterbildung in Seelsorge AWS
  • Theologischen Fakultät der Universität Bern
  • Theologischen Hochschule Chur
  • Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn
  • Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz

Dozierende

Aus den Bereichen Recht, Psychiatrie, Forensik, Sozialarbeit, Opferhilfe, Ethik, Theologie, Seelsorgelehre, Seelsorgemethodik.

Zulassungsbedingungen sind

  • Universitärer Hochschulabschluss auf Stufe Master in Theologie.
  • Seelsorgeerfahrung oder Erfahrung in ähnlichen Bereichen von Begleitung und Beratung.

Ausnahmen bezüglich der Zulassungsvoraussetzungen können von der Programmleitung „sur Dossier“ genehmigt werden. Bei Personen ohne Hochschulabschluss oder Berufspraxis kann sie weitere Auflagen für die Zulassung machen, damit sichergestellt ist, dass sie den Studiengang erfolgreich absolvieren können.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich über das Formular an.


Die Anmeldung für Einzelkurse erfolgt hier, für B-Module hier.

Kosten

Die einzelnen Module werden in der Regel auf der Grundlage von  CHF 275.- pro Tag (inkl. Kursunterlagen) berechnet , ausser die Kurskosten sind anders ausgeschrieben.  Allfällige Transportkosten, Verpflegung sowie Übernachtungen gehen zu Lasten der Teilnehmenden. 

Ein CAS-Studium kostet zwischen CHF 8'000.-­ und CHF 12'000.-,

Für den Studienabschluss werden folgende Gebühren erhoben: CAS: CHF 150.- 

Eine Annullationskostenversicherung muss privat abgeschlossen werden.

Einzelmodule

CHF 275.- pro Tag. Allfällige Transportkosten, Verpflegung sowie Übernachtungen gehen zu Lasten der Teilnehmenden.

Kontakt

Vorherige

Karoline Iseli

«Der CAS SSMV vermittelte mir umfassende Kenntnisse in der Gefängnisseelsorge als auch im Justizbereich. Praxisbezogene und interdisziplinäre Module, kompetente Kursleitung.»

Abschlussjahr: 2017

Anschlussmöglichkeiten / thematisch verwandte Studiengänge