DAS Sportpsychologie

Institut für Sportwissenschaft

Sport und körperliche Aktivität haben in der heutigen Gesellschaft eine grosse Bedeutung. Der Sport stellt dabei eine Welt mit einer eigenen Dynamik und speziellen Gegebenheiten dar. Nicht nur im Hochleistungssport werden spezifische psychische Anforderungen an alle Personen gestellt, die in diesem System aktiv sind. Daraus hat sich in den letzten Jahren eine deutliche Steigerung der Nachfrage nach psychologischen Dienstleistungen ergeben.

Der Postgraduale Weiterbildungsstudiengang Sportpsychologie bietet einen umfassenden, systematischen und aktuellen vertiefenden Einblick in das Praxisfeld der Sportpsychologie und fördert die kritische Auseinandersetzung mit den relevanten Frage- und Problemstellungen. Zu diesem Zweck wird das fachliche Wissen und Können, das in diesem Arbeitsfeld notwendig ist, erlernt und eingeübt. Das Ziel ist, eine eigenverantwortliche und kompetente psychologische Tätigkeit mit Individuen und Gruppen im Handlungsfeld Sport und körperliche Aktivität ausüben zu können.

DAS Sportpsychologie
Überblick
Abschluss Diploma of Advanced Studies in Sport Psychology SP University of Bern (DAS SP Unibe)
Start 11/2021
Dauer 3 Jahre (19 dreitägige Module)
Umfang 30 ETCS
Flexibler Einstieg möglich Nein
Einzelmodul besuchbar Ja
Ort Bern
Aufgrund der Pandemiesituation und den damit verbundenen behördlichen Vorgaben möchten wir Sie darauf hinweisen, dass einzelne Module oder Teile davon digital durchgeführt oder verschoben werden können.
Sprache Deutsch, Englisch
Zulassung Universitärer Master- oder Lizentiatsabschluss in Psychologie; Abschluss in Sportwissenschaft oder Erziehungswissenschaft mit ausreichenden psychologischen Kenntnissen.
Kosten CHF 15'800 plus Kosten für Supervision
Trägerschaft Institut für Sportwissenschaft
Anmeldung

Die Produzenten des Films bedanken sich bei den Personen und Organisationen für die Mithilfe und dem Einverständnis zur Nutzung des Filmmaterials:
Swiss Unihockey – Unihockey WM 2019
Grand Prix Bern – GP Lauf 2018
Welt Curling Verband – Curling WM 2015
YB Nachwuchs – Fussball
Plusport Schweiz – Monoskifahren
Kosmos Film GmbH – Interview und Ruder WM 2017
Fabio Gretener – Kajak
Simona Aebersold – Orientierungslauf
Romano Meier – Curling
Jeannine Gmelin – Rudern
Daniel Birrer – Beratung


Musik: Alex Skrindo – Jumbo (NCS Release)
Schnitt und Produktion: Kilian Mathys, 2020

Aufbau

Der Studiengang umfasst acht Module in drei Teilen:

  • Teil 1 deckt die Grundlagen eines breiten, wissenschaftlichen Verständnisses des Sports als individuelles und kollektives Handlungsfeld in einem institutionellen Rahmen ab.
  • Teil 2 umfasst die spezifischen sportpsychologischen Theorien und Modelle, die für den Sport spezifischen diagnostischen und Interventionsverfahren und die persönlichen Kompetenzen für eine erfolgreiche Tätigkeit.
  • Teil 3 deckt spezifische Theorien, Konzepte und Methoden in verschiedenen Feldern des Sports und der körperlichen Aktivität ab und ermöglicht insbesondere, die vermittelten praktischen Handlungskompetenzen einzuüben und zu reflektieren.

Der Studiengang ist modular organisiert. Er dauert mindestens drei Jahre und umfasst 19 in der Regel dreitägige Blockkurse mit Seminaren, Fallbeispielen und Übungen sowie zusätzliche Lerngruppen, Praxisprojekte unter Supervision und Intervision, das Erstellen einer Diplomarbeit sowie deren Präsentation in einem Abschlusskolloquium.

Der Gesamtumfang der Studienleistungen entspricht 30 ECTS-Punkten oder 900 Stunden. Eine ausbildungsbegleitende Berufstätigkeit im Bereich der Sportpsychologie ist dringend empfohlen und für die Fachtitelbeantragung zwingend vorgeschrieben.

Leistungskontrollen

Die einzelnen Module werden durch eine Leistungskontrolle abgeschlossen, anhand derer der Studienerfolg festgestellt wird. Nicht bestandene Leistungskontrollen können einmal wiederholt werden.

Ziele

Gestützt auf die Anforderungen, die an eine professionelle psychologische Tätigkeit im sehr breiten Feld des Sports gestellt werden, stehen im DAS Sportpsychologie folgende Lernziele im Mittelpunkt:

  • über ein vertieftes Verständnis der Lebenswelt des Sports und seiner Strukturen verfügen,
  • die zentralen Inhalte und Methoden angrenzender sportwissenschaftlicher Disziplinen kennen und verstehen,
  • den Kanon des aktuellen sportpsychologischen Wissens beherrschen,
  • die Verfahren der sportpsychologischen Diagnostik mit ihren Möglichkeiten und Grenzen kennen und sie fallbezogen anwenden können,
  • Interventionen mit ihren Indikationen kennen und problembezogen einsetzen können,
  • Evaluationen planen und durchführen können,
  • die Rolle und Verantwortung als sportpsychologisch tätige Person kennen und wahrnehmen,
  • spezifische Theorien, Konzepte und Methoden in den Spezialgebieten Wettkampfsport, Gesundheitssport, Sport Handicap oder sportpsychologische Forschung kennen und beherrschen,
  • praktische Handlungskompetenz unter Supervision und Intervision erwerben,
  • die Fähigkeit der eigenverantwortlichen sportpsychologischen Arbeit durch eine schriftliche Falldokumentation und eine mündliche Präsentation nachweisen.

Zielgruppe

Der Studiengang richtet sich insbesondere an Psychologinnen und Psychologen mit abgeschlossener universitärer Hochschulausbildung, die sich für eine sportpsychologische Berufstätigkeit interessieren, sowie Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler mit universitärem Abschluss und ausreichenden psychologischen Kenntnissen.

Fachtitel

Nach erfolgreichem Abschluss des Studiengangs können ordentliche Mitglieder der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP den Titel "Fachpsychologin/Fachpsychologe für Sportpsychologie FSP" beantragen. Mitglieder des Schweizerischen Berufsverbandes für angewandte Psychologie SBAP können den Titel "FachpsychologIn für Sportpsychologie SBAP" beantragen. Es gelten die Regeln der jeweiligen Fachverbände.

Modul 1.1

Grundlagen der Sportwissenschaft 

(2 ECTS-Credits)

Sportpsychologische Tätigkeit findet fast immer in einem multidisziplinären Kontext oder Team statt. Absolventinnen und Absolventen kennen grundlegende Begriffe und Arbeitsweisen anderer Fachpersonen im Sport, verstehen Erkenntnisse aus relevanten sportwissenschaftlichen Nachbardisziplinen und können sie in ihrer Arbeit berücksichtigen, und sind bereit und in der Lage, mit anderen Fachpersonen interdisziplinär und professionell zusammenzuarbeiten und ihren Beitrag zu würdigen.

Modul 1.2

Institutionen des Sports 

(2 ECTS-Credits)

Sportpsychologische Tätigkeit ist eingebettet in die verschiedenen Institutionen des Sports mit ihren je spezifischen Strukturen, Aufgaben, Funktionsweisen und gegenseitigen Bedingtheiten. Absolventinnen und Absolventen verstehen die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der wichtigsten kommunalen, kantonalen und nationalen Institutionen und Informationsquellen im schweizerischen Sportsystem und kennen ihren möglichen Beitrag für die Sportpsychologie.

Modul 2.1

Sportpsychologische Theorien 

(5 ECTS-Credits)

Zunehmend werden in der Sportpsychologie genuine Theorien entwickelt, denen im Allgemeinen eine handlungstheoretische Orientierung zugrunde liegt. Absolventinnen und Absolventen verstehen grundlegende psychologische Theorien sowie zentrale sportpsychologische Theorien und Modelle sowie die entsprechende empirische Evidenz und können sie einordnen.

Modul 2.2

Sportpsychologische Methoden 

(3 ECTS-Credits)

In der Sportpsychologie sind zahlreiche spezifische diagnostische Instrumente und Interventionsverfahren entwickelt worden. Absolventinnen und Absolventen können theoriegeleitet Hypothesen bilden und diese durch geeignete diagnostische Vorgehensweisen prüfen, können sportpsychologische diagnostische Verfahren durchführen, auswerten, interpretieren und die entsprechenden Interventionen ableiten und durchführen, und ihre Arbeit evaluieren, kritisch reflektieren und gegebenenfalls entsprechende Qualitätsverbesserungsmassnahmen in die Wege leiten.

Modul 2.3

Aufgaben und Rollen im Berufsfeld 

(3 ECTS-Credits)

Absolventinnen und Absolventen sind bereit und in der Lage, ihr professionelles, theorie- und methodenorientiertes Selbstverständnis als Sportpsychologin oder Sportpsychologe und ihre Rolle zu reflektieren und zweckmässig weiterzuentwickeln, ihre Werte und Haltungen sowie ihr berufliches Handeln kritisch zu hinterfragen und sie zielführend anzupassen. Sie kennen und verstehen die ethischen Richtlinien der Psychologie und der Sportpsychologie und können ihre sportpsychologische Arbeit anhand dieser Richtlinien reflektieren und gegebenenfalls anpassen.

Modul 3.1

Theoretische Konzepte und Methoden in Spezialgebieten der Sportpsychologie

(4 ECTS-Credits)

In den verschiedenen Arbeitsfeldern der Sportpsychologie finden verschiedene Theorien und Methoden Anwendung. Nach Abschluss des Moduls können Absolventinnen und Absolventen aus sportpsychologischen Theorien Lösungen und Interventionen für anwendungsorientierte Probleme in verschiedenen Bereichen des Sports ableiten. Sie kennen und verstehen die Funktionsweise zentraler sportpsychologischer Interventionen sowie ihre Gültigkeitsbereiche, Möglichkeiten und Grenzen und können spezifische sportpsychologische Interventionen theoriegeleitet in den Beratungs- und Begleitungsprozess integrieren und die Intervention planen, steuern und fortlaufend evaluieren.

Modul 3.2

Praxisprojekte inklusive Dokumentation, Supervision und Intervision

(8 ECTS-Credits)

Die Teilnehmenden planen praktische Interventionen in Form von Schulungen, Beratungen oder Betreuungen, oder Studien im Falle des Spezialisierungsbereichs Forschung, die sie durchführen, dokumentieren und in Supervisions- und Intervisionssitzungen kritisch reflektieren. Absolventinnen und Absolventen können einen sportpsychologischen Beratungs- und Begleitungsprozess in Übereinstimmung mit ihrem sportpsychologischen Interventionskonzept gestalten und die Auftragsklärung und Zielfestlegung unter Berücksichtigung der systemischen Gegebenheiten und anderer Personen vornehmen. Sie sind bereit und in der Lage, die Situation und das Anliegen der Klientinnen und Klienten sowie deren Ressourcen zur Problemlösung differenziert und präzise wahrzunehmen und den Prozess der sportpsychologischen Beratung oder Begleitung darauf auszurichten, sich in die Lebens- und Empfindungswelt der Klientinnen und Klienten einzufühlen sowie respektvoll und angemessen zu agieren bzw. zu reagieren, ihre Stärken, Schwächen sowie Möglichkeiten und Grenzen realistisch einzuschätzen, diese anzunehmen und mit ihnen verantwortungsvoll umzugehen.

Modul 3.3

Schriftliche Falldokumentation mit mündlicher Präsentation und Disputation 

(3 ECTS-Credits)

Die Fähigkeit der reflektierten Praxistätigkeit wird durch eine ausführliche schriftliche Falldokumentation nachgewiesen. Dieser Bericht erfüllt die Anforderungen an eine Abschlussarbeit in einem Weiterbildungsstudiengang an der Universität Bern. Damit zeigen Absolventinnen und Absolventen, dass sie in der Lage sind, ihre fachliche Meinung, Überlegungen und Haltungen authentisch zum Ausdruck zu bringen und darauf zu vertrauen, aufgrund ihrer Kompetenzen berufsbezogene Handlungen mit dem gewünschten Erfolgauszuführen.

Trägerschaft

Der Studiengang wird unter der Verantwortung der Philosophisch-humanwissenschaftlichen Fakultät vom Institut für Sportwissenschaft getragen.

Programmleitung DAS SP

Dozierende

Für die einzelnen Weiterbildungsteile werden als Dozierende neben Angehörigen des Instituts für Sportwissenschaft und des Instituts für Psychologie der Universität Bern weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland sowie qualifizierte Expertinnen und Experten aus der Praxis beigezogen.

Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang ist ein universitärer Master- oder Lizentiatsabschluss in Psychologie. Ein Abschluss in Sportwissenschaft oder Erziehungswissenschaft berechtigt zur Zulassung, sofern ausreichende psychologische Kenntnisse nachgewiesen werden. Ferner können von der Programmleitung Personen mit einem Fachhochschulabschluss in Psychologie "sur dossier" zugelassen werden.

Die Studierendenzahl ist auf 24 beschränkt.

Anmeldung

Von November 2021 bis Oktober 2024 ist der nächste Durchgang des DAS-Studiengangs Sportpsychologie an der Universität Bern vorgesehen. Anmeldungen sind bis zum 31. Mai 2021 möglich. Bitte melden Sie sich mit dem Anmeldeformular (PDF, 85KB) an.

Die Programmleitung entscheidet über die Zulassung. Es besteht kein Anspruch auf Aufnahme in den Studiengang.

Extern erbrachte Studienleistungen können auf Antrag bis zum Umfang von 1/3 der ECTS-Credits des Studiengangs angerechnet werden, sofern diese mit einzelnen Zielen und Inhalten des Studiengangs übereinstimmen.

Die Programmleitung kann im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den erforderlichen Voraussetzungen nur zu einzelnen Weiterbildungsteilen zulassen.

Kosten

Die Kosten setzen sich aus der Anmeldegebühr (CHF 300.-), den Kursgeldern (CHF 14'700.-) und den Prüfungsgebühren (CHF 800.-) zusammen. Zusätzlich sind die Supervisionsstunden (ca. CHF 2'000.-) direkt mit den Supervisorinnen und Supervisoren abzurechnen.

In den Kursgeldern sind sämtliche Unterrichtseinheiten, Unterlagen und Studienberatung inbegriffen.

Die Kursgelder für das Curriculum sind semesterweise im Voraus zu bezahlen. Die Raten für die ersten drei Semester sind anteilmässig etwas höher. Bei Anerkennung von Weiterbildungsteilen wird das Kursgeld entsprechend reduziert.

Die Prüfungsgebühren werden mit der Anmeldung zum Abschlusskolloquium fällig.

Unterkunft, Verpflegung, Reise und Versicherungen gehen zu Lasten der Teilnehmenden.

Annullierung

Bei Rückzug der Anmeldung vor dem Anmeldeschluss verfällt die Anmeldegebühr.

Bei einer Abmeldung nach Anmeldeschluss wird das Kursgeld für den gesamten Studiengang in voller Höhe in Rechnung gestellt. Bereits eingezahlte Kursgelder werden nicht zurückerstattet.

Wenn für die abgemeldete Person ein Ersatz gefunden werden kann, wird ein Verwaltungskostenanteil von CHF. 200.- in Rechnung gestellt.

Der Abschluss einer Annullationskostenversicherung ist den einzelnen Teilnehmenden überlassen.

Philipp Röthlin, Fachpsychologe für Sportpsychologie FSP

Portraitbild Philipp Röthlin

"Der DAS Sportpsychologie der Universität Bern hat mir geholfen, innerhalb der Schweizer Sportpsychologieszene ein vielseitiges Netzwerk aufzubauen, von dem ich nach wie vor stark profitiere."

Robert Buchli, Fachpsychologe für Sportpsychologie FSP

Portraitbild Robert Buchli

"Als stark in der Anwendung tätiger Sportpsychologe war es für mich inspirierend von renommierten europäischen Fachkollegen zu hören wie genau sie in der Praxis unterwegs sind & an welchen Konzepten sie sich in ihrem Alltag und Umfeld orientieren."

Maryse Dewey, Fachpsychologin für Sportpsychologie FSP und für Psychotherapie FSP

“Durch die hauptsächlich sehr praxisorientierten Dozenten aus dem In- und Ausland wurden mir eine grosse Anzahl verschiedenster Modelle und handwerklicher Fähigkeiten vermittelt, welche ich unmittelbar in meiner praktischen Tätigkeit zur Anwendung bringen kann.“

Kontakt

Vorherige

Andrea Jenzer, Psychologin FSP

«Während und durch das DAS habe ich mich zu einer gestärkten, ausgerüsteten und fundierten Sportpsychologin entwickelt. Die Ausbildung hat mir durch passende, aktuelle Theorien, Praxisanwendungen und wichtige Erfahrungen von prominenten internationalen Sportpsychologen alles Nötige gegeben, um mich sicherer, gezielter, strukturierter und selbstreflektierter im Sport als Psychologin zu bewegen.»

Absolventin des Studiengangs 2015-2018