CAS Migration und Bildung

Abteilung Schul- und Unterrichtsforschung, Institut für Erziehungswissenschaft

Migration und Bildung sind zentrale Themenbereiche in unserer Gesellschaft. Für viele Berufsfelder sind daher Kenntnisse zur weltweiten Migration, zu Transnationalisierungsprozessen sowie Wissen um die soziale Konstruiertheit von kulturellen Differenzlinien in Gesellschaft und im Bildungswesen wichtig. Zudem sind neue Kompetenzen hinsichtlich Kommunikation, Zusammenarbeit und Mediation in transnationalisierten sozialen Feldern erforderlich. Diese Kompetenzen können im CAS mit Bezug auf biographische und psychologische, juristische und ethische Perspektiven auf Migration und Bildung erworben werden.

CAS Migration und Bildung
Überblick
Abschluss Certificate of Advanced Studies Migration und Bildung MiBi Universität Bern (CAS MiBi Unibe)
Start 01/2022
Dauer Januar - Dezember
Umfang 18 ECTS
Turnus jährlich
Flexibler Einstieg möglich Ja
Einzelmodul besuchbar Ja
Ort Bern
Aufgrund der Pandemiesituation und den damit verbundenen behördlichen Vorgaben möchten wir Sie darauf hinweisen, dass einzelne Module oder Teile davon digital durchgeführt oder verschoben werden können.
Sprache Deutsch
Zulassung Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang sind ein Hochschulabschluss oder eine vergleichbare fachliche Ausbildung, die für eine Tätigkeit im Bildungswesen oder in verwandten Bereichen qualifiziert, sowie Berufspraxis im Bildungswesen oder in verwandten Bereichen. Aufnahmen „sur dossier“ sind möglich.
Anmeldung bis 31.10.2021
Kosten CHF 7'500
Trägerschaft Abteilung Schul- und Unterrichtsforschung, Institut für Erziehungswissenschaft
Anmeldung

Der CAS Migration und Bildung (kurz: CAS MiBi) bietet die Möglichkeit, ein vertieftes Wissen zu Migration und Bildung zu erwerben. Er richtet sich an alle Personen, die sich mit diesen beiden Themenbereichen spezifisch auseinandersetzten möchten, etwa um ihre professionellen Kompetenzen zu verbessern. Die Inhalte werden wissenschaftlich fundiert und zugleich praxisnah vermittelt und eignen sich für alle Berufsfelder, in denen es um Beratung und Begleitung, Berufsintegration und Bildung von Menschen mit Migrationshintergrund geht. Thematisiert wird auch der Umgang mit Heterogenität, der erforderlich ist, um individuelle Lern- und Entwicklungsprozesse auszulösen, zu gestalten und zu begleiten. Die im CAS MiBi erworbenen interdisziplinären Kompetenzen unterstützen erfolgreiches Arbeiten im zunehmend durch Diversität geprägten Umfeld.

Modul 1

Ethik, Menschen- und Völkerrecht in Migrations- und Bildungskontexten

Umfang: 3 Tage vom 20. - 22. Januar 2022 (3 ECTS-Punkte)

Dozierende: Marion Panizzon (World Trade Institute), Johan Rochel (Universität Zürich), Jyothi Kanics (Child Circle), Barbara von Rütte (Universität Basel)

Migration bedeutet immer, Grenzen zu überschreiten. Migrationsbewegungen haben neben biographischen und psychologischen Aspekten auch immer eine juristische und ethische Seite. Im Modul 1 wird Migration vor dem Hintergrund der Souveränität der Staaten über Einreise und Aufenthalt zu entscheiden und deren völker- und menschenrechtliche Schranken, behandelt. Was für Folgen haben das Recht auf Bildung oder das Rückschiebungsverbot auf die ausländerrechtliche Landesverweisung, die fehlende Anerkennung von Diplomen, die Meldepflicht oder der kantonale Unterrichtsdispens? Der Migrations- und Integrationsethische Ansatz diskutiert, was (k)einen Zugang zu Bildung zu haben für die Chancengleichheit und die Begleitung und Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund bedeutet.

Modul 2

Kommunikation, Religion/Spiritualität und Identität im Kontext von Migration und Bildung

Umfang: 3 Tage vom 7. - 9. April 2022 (3 ECTS-Punkte)

Dozierende: Karma Lobsang (Mediatorin SDM), Stefan Huber (Universität Bern)

Migration führt dazu, dass sich Menschen in neuen sozialen Kontexten bewegen lernen müssen, und bedeutet zugleich, dass die sozialen Kontexte Entwicklungsimpulse erhalten. Dies stellt Anforderungen an die Kommunikationspraktiken, an religiöse Überzeugungen, spirituelle Praktiken und die Identitätsbildung sowohl von Menschen, die eine Migrationsgeschichte als auch von Menschen der sog. «Aufnahmegesellschaft». Der Fokus des Moduls 2 liegt auf der interpersonalen und interreligiösen Kommunikation sowie auf dem Umgang mit Konflikten.

Modul 3

Migration und Schul- bzw. Bildungsverläufe

Umfang: 3 Tage vom 23. -25. Juni 2022 (3 ECTS-Punkte)

Dozierende: Andreas Hadjar (Universität Luxemburg), Wiltrud Weidinger Meister (Pädagogische Hochschule Zürich)

Mit der Migration ist eine Integration in ein neues Bildungs- und Beschäftigungssystem verbunden. Die stellt die Migrantinnen und Migranten vor besondere Herausforderungen, da sich die Bildungssysteme von Ländern zum Teil gravierend unterscheiden. Dies zeigt sich auch für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die selbst bereits im «Aufnahmeland» geboren sind. Im Modul 3 geht es um die Frage, was in Bezug auf Bildungsbiographien von Menschen mit Migrationshintergrund besonders zu beachten ist und was dies für die Begleitung und Beratung von Migrantinnen und Migranten bedeutet.

Modul 4

Umgang mit Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache

Umfang: 3 Tage vom 1. - 3. September 2022 (3 ECTS-Punkte)

Dozierende: Malgorzata Barras (Universität Fribourg)

Für viele Migrantinnen und Migranten ist der Wechsel in ein anderes Land mit dem Erwerb einer neuen Sprache verbunden. Für den Bildungsverlauf kann dies eine Chance darstellen, aber auch mit Schwierigkeiten verbunden sein. Der Schwerpunkt im Modul 5 liegt auf der Frage, wie Migrantinnen und Migranten eine neue (Bildungs- bzw. Schul-) Sprache erwerben und wie sie dabei begleitet und unterstützt werden können.

Modul 5

Migration im Zusammenhang mit Familie und Bildungsinstitutionen

Umfang: 3 Tage vom 17. - 19. November 2022 (3 ECTS-Punkte)

Dozierende: Beate Schwarz (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), Andrea Lanfranchi (Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik), Radmila Blickenstorfer (Pädagogische Hochschule Zürich)

Migration ist oft ein sozialer Prozess, der die ganze Familie betrifft. Strategien zum Umgang mit der Migrationssituation unterscheiden sich zwischen den Generationen, was sich häufig auch auf die intergenerationalen Beziehungen auswirkt. Für die einzelnen Familienmitglieder stellen sich ausserdem zum Teil ganz unterschiedliche Herausforderungen, wenn es darum geht, das Bildungssystem und das Schulsystem kennen- und verstehen zu lernen und den individuellen Bildungsprozess mitzugestalten. Modul 5 beschäftigt sich vor dem Hintergrund der familiären Migrationssituation mit den Chancen und Schwierigkeiten des Bildungssystems und den Anforderungen an eine professionelle Begleitung und Beratung.

Modul 6

Zertifizierungsarbeit

Umfang: 1 Tag im April 2023 (3 ECTS-Punkte)

Im Rahmen der Zertifizierungsarbeit setzen sich die Teilnehmer/innen mit einem Thema ihrer Wahl vertieft auseinander. Es geht darum, die wissenschaftlichen Grundlagen zum ausgewählten Themenbereich differenziert zu erarbeiten und mit der Praxis bei der Begleitung und Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund in Verbindung zu setzen. Die Zertifizierungsarbeit kann auf das aktuelle oder künftige Tätigkeitsfeld der Teilnehmer/innen bezogen sein. Betreuer/innen sind in der Regel die Dozierenden der jeweiligen Module zum Schwerpunktthema.

Trägerschaft

Trägerin des Studiengangs CAS Migration und Bildung ist die Abteilung Schul- und Unterrichtsforschung des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Bern, die das Studienreglement erlassen und den Studiengang genehmigt hat. Sie hat als strategisches Organ eine Programmleitung eingesetzt.

Programmleitung

Die Programmleitung des CAS Migration und Bildung ernennt die operative Leitung des Studiengangs (Studienleitung) und genehmigt das Studienprogramm. Sie entscheidet über die Zulassung von Studierenden und Dozierenden, über die Prüfungsmodalitäten sowie die Verleihung des Abschlusses. Zugleich ist sie verantwortlich für die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Studiengangs.

  • Prof. Dr. Tina Hascher (Vorsitz Programmleitung), Institut für Erziehungswissenschaft
  • Dr. Karma Lobsang, Mediatorin SDM
  • Dr. Boris Mayer, Institut für Psychologie
  • PD Dr. Marion Panizzon, World Trade Institute

Zielgruppe

Der Studiengang richtet sich an Personen, die im Bildungswesen und in verwandten Bereichen tätig und in Theorie und Praxis mit Aufgaben der interkulturellen Bildung und Erziehung betraut sind bzw. sich damit beschäftigen wollen.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang sind ein Hochschulabschluss oder eine vergleichbare fachliche Ausbildung, die für eine Tätigkeit im Bildungswesen oder in verwandten Bereichen qualifiziert, sowie Berufspraxis im Bildungswesen oder in verwandten Bereichen. Aufnahmen „sur dossier“ sind möglich. Bei Personen ohne Hochschulabschluss oder Berufspraxis kann die Programmleitung weitere Auflagen für die Zulassung machen, um sicherzustellen, dass der Studiengang erfolgreich absolviert werden kann. Um beste Lernvoraussetzungen zu schaffen, ist die Anzahl Studierender auf 20 Personen begrenzt.

Anmeldung

Die Module des Studiengangs starten im Januar 2022. Die Anmeldefrist läuft bis am 30. November 2021. Füllen Sie das Anmeldeformular aus und senden Sie es an die Studiengangsleiterin: Carmen Gähwiler, cas-mibi@edu.unibe.ch.

Die verschiedenen Module können auch einzeln besucht werden, sofern freie Plätze vorhanden sind. Weitere Informationen dazu bei der Studiengangsleitung.

Kosten

Der Studiengang kostet insgesamt CHF 7'500.--, die Abrechnung für den Besuch von Einzelmodulen geht über die Studienleitung. Der Preis schliesst Kursunterlagen und Pausenverpflegung ein. Transportkosten, Hauptmahlzeiten sowie Übernachtungen gehen zu Lasten der Teilnehmenden.

Kontakt

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