Videobasierte Selbstreflexion und Peer-Coaching

Werden Studierende bei der Absolvierung einer Aufgabe gefilmt, stellen diese Videos eine vielversprechende Quelle für reflexives Lernen dar. Mit den Lösungen der Universität Bern ist sowohl videobasierte Selbstreflexion als auch videobasiertes Peer-Coaching möglich.

Einsatz von videobasierter Selbstreflexion


Welche Lernprozesse können mit diesen Szenarien ausgelöst werden?

Beim Szenario der «Videobasierten Selbstreflexion» setzen sich die Studierenden im Nachhinein mit ihrem eigenen Handeln auseinander. Quasi unter Einnahme einer Aussenperspektive nehmen sie das eigene Handeln bewusst wahr und verarbeiten es aktiv und allenfalls theoriegeleitet. Sie erkennen ihre typischen Verhaltensmuster,  eingeschliffenen Gewohnheiten und werden sich ihrer eigenen Handlungsstrategien bewusst. Im Endeffekt entwickeln die Studierenden neue Handlungsmöglichkeiten und Entwicklungsperspektiven (vgl. Reusser, 2005; Vohle & Reinmann, 2012).

Beim Szenario des «Peer-Coaching» geben sich Studierende gegenseitig Rückmeldungen auf ihre jeweiligen Aufzeichnungen und diskutieren diese bei Möglichkeit gemeinsam. Ein solches Vorgehen ist für Feedbackempfänger und -geber gleichermassen lernförderlich. Die Empfänger profitieren direkt von den Rückmeldungen ihrer Peers. Zudem evaluieren die Feedbackgeber nicht nur die Leistungen der Feedbackempfänger, sondern häufig gleichzeitig auch die eigenen Handlungen. Sie üben sich einerseits im Geben von qualitativ hochstehendem Feedback – trainieren also eine wichtige Abschlusskompetenz, die in vielen Studiengängen nur wenig gefördert wird. Andererseits kann die Analyse und Begründung der gegebenen Rückmeldungen das eigene Bedürfnis nach externem Feedback reduzieren (vgl. Nicol, Thomson & Breslin, 2013).

 

Wie sieht's mit der Persönlichkeitsrechten der aufgezeichneten Studierenden aus?

Diese bleiben gewahrt. Dank der individuellen Rechteverwaltung in ILIAS können die Studierenden nur auf ihr eigenes Video zugreifen. Wie Sie diese Rechteverwaltung nutzen, erfahren Sie im Reiter Vorgehen.

Welche Einsatzszenarien lassen sich damit umsetzen?

  • Selbstreflexion: Die Studierenden analysieren ihr eigenes Video.
  • Selbstreflexion inkl. Tutoring: Nach der Analyse des eigenen Videos folgt eine Tutoring-Phase. Der Tutor kann sich mit Hilfe der studentischen Annotationen auf die Beratungssitzung vorbereiten und während der Sitzung über die zeitverankerten Annotationen die ausschlaggebenden Stellen direkt ansteuern. Dadurch gewinnt die Beratungssitzung an Qualität.
  • Peer-Coaching: Studierende analysieren die Videos ihres Partners. Nach Möglichkeit diskutieren sie die gegenseitigen Rückmeldungen gemeinsam.
  • Peer-Feedback auf Selbstreflexion: In einer ersten Runde analysieren die Studierenden ihr eigenes Video. Die Peers reagieren dann auf diese Annotationen, in dem Sie über die Kommentarfunktion ihre Einschätzungen festhalten. Sie eröffnen dadurch neue Perspektiven oder schlagen Handlungsalternativen vor. 
Bild eines Raumes für Kommunikationstraining an der medizinischen Fakultät der Universität Bern
Kommunikationstraining an der medizinischen Fakultät der Universität Bern

Weg zur eigenen Videoanalyse

Wie bei der Theoriegeleiteten Analyse von Videos nutzen Sie auch hier den Videoannotationsmodus von SWITCHcast. Diesen erreichen Sie einfach und unkompliziert über ILIAS. Dort können Studierende dank der individuellen Rechteverwaltung im zugehörigen Objekt «SWITCHcast» nur ihr eigenes Video (oder das Video ihres Partners/ihrer Partnerin) ansehen und analysieren.

Wie erhalten die Studierenden Zugriff auf ihr eigenes Video (resp. auf dasjenige ihres Partners)?

Aktivieren Sie als Erstes die Option «Individuelle Rechtevergabe» im ILIAS-Objekt «SWITCHcast Serie». Nun gibt es zwei Möglichkeiten, die Videos ihren Besitzern zuzuordnen. Falls die Videos bereits aufgezeichnet sind, laden Sie die Videos in ILIAS hoch und nehmen die Zuordnung manuell vor. Steht die Aufzeichnung noch bevor, kann mit Hilfe der Aufnahmesoftware «SWITCHcast-Recorder» der Besitzer bereits vor der Aufnahme zugewiesen werden. In einem solchen Fall melden sich die Studierenden bei der Aufnahmestation mit ihrem Campus-Account an und starten dadurch die Aufnahme. Dank dieser Login-Angaben wird das aufgezeichnete Video mit dem Besitzer vermerkt.


Um Studierenden Zugriff auf die Videos ihrer Partner zu geben, gibt es ebenfalls zwei Möglichkeiten: Es können erstens Gruppen gebildet werden. Dadurch erhalten die Mitglieder Zugriff auf die Videos aller anderen Gruppenmitglieder. Zweitens können Studierende anderen Studierenden den Zugriff auf ihr eigenes Video erlauben. Diese Funktion des «Zugriffsrechte Erteilens» steht auch den Dozierenden offen.

Eine detaillierte Anleitung finden Sie hier.

Wie analysieren die Studierenden die Videos?

Die Analyse geschieht im Annotationsmodus von SWITCHcast. Dort verfassen die Studierenden dem Beobachtungsauftrag entsprechend Freitext-Annotationen oder nutzen vordefinierte Kategoriensets. Diese Kategorien können Dozierende vorbereitend erstellen und dadurch ein Beobachtungsraster vorgeben oder die Theorie abbilden. Weiter besteht die Möglichkeit, Kommentare zu bestehenden Annotationen anderer Personen zu verfassen. Dazu müssen die Studierenden ihre Annotationen veröffentlichen.


Support

Das iLUB-Team unterstützt Sie gerne bei der Umsetzung Ihres Projekts.

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