Praxisbeispiele

Die Übernahme bewährter Praktiken in der Forschungsevaluation bedeutet die Umsetzung klarer und transparenter Bewertungskriterien bei gleichzeitiger Verfolgung von Exzellenz, Fairness und Inklusivität. Wie in der San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) dargelegt, sollen Universitäten Bewerber sowohl anhand quantitativer als auch qualitativer Indikatoren bewerten und dabei ein breites Spektrum an Leistungen berücksichtigen. Diese neue Perspektive erfordert Maßnahmen im Einstellungs- und Beförderungsprozess. Durch die Ausrichtung an den DORA-Prinzipien fördert die Universität Bern ein gerechteres, vielfältigeres und innovativeres Arbeitsumfeld.

Überarbeitung der Forschungsevaluation an der Vetsiuisse Fakultät

Die Forschungsevaluation in der Veterinärmedizin stützt sich seit jeher stark auf quantitative Indikatoren wie die Anzahl der Veröffentlichungen und Zitate. Diese Kennzahlen liefern zwar wertvolle Erkenntnisse, geben jedoch oft nicht das gesamte Spektrum akademischer Beiträge wieder, da sie internationale Kooperationen, offene Wissenschaftspraktiken und gesellschaftliche Auswirkungen außer Acht lassen. Die Abhängigkeit von Publikationskennzahlen kann auch zu Verzerrungen führen, indem Bereiche mit höheren Zitierhäufigkeiten bevorzugt werden, während wichtige, aber weniger häufig zitierte Themen wie klinische Veterinärforschung oder Tierschutzwissenschaft ignoriert werden.

In ihrem Bestreben, eine ungesunde Publikationskultur zu überwinden, setzt sich die akademische Gemeinschaft für bessere Praktiken ein. Um dieses Problem anzugehen, unterzeichnete die Universität Bern 2016 die San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA), die verantwortungsvolle Bewertungsstrategien definiert. In Anerkennung der Grenzen traditioneller metrikbasierter Bewertungen hat der Forschungsausschuss der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern unter der Leitung von Prof. Dr. Hanno Würbel eine Reform seiner Bewertungspraxis vorgenommen, unterstützt von Dr. Christophe Schneble und Dr. Jürg Friedli vom UniBE Research Management Office.

Erfahren Sie mehr über die neu Forschungsevaluation an der Vetsuisse!

Reforming Research Assessment_Vetsuisse.pdf (PDF, 143KB)

Vorurteilsfreie Stellenbesetzung

In Anlehnung an die San Francisco Declaration on Research Assessment verpflichtet sich die Universität Bern zu fairen Einstellungsverfahren und verantwortungsvoller Evaluation bei gleichzeitiger Förderung akademischer Exzellenz und Vielfalt.

Bei den Einstellungsverfahren stehen Chancengleichheit, strukturierte Auswahlkriterien, breit zusammengesetzte Einstellungsgremien und Massnahmen zur Vermeidung von Verzerrungen im Vordergrund. Alle acht Fakultäten und fünf Forschungszentren (AEC, ARTORG, CDE, CSH, WTI) haben einen Aktionsplan zur Chancengleichheit verabschiedet, um sicherzustellen, dass Gleichstellung eine zentrale Priorität der Institution bleibt. Zentren ohne eigenen Plan beteiligen sich an einer von der Fakultät geleiteten Initiative zur Förderung der Chancengleichheit.

Die Abteilung für Chancengleichheit (AFC) unterstützt Einstellungsverfahren mit dem Leitfaden "Anstellungsprozesse an der Universität Bern mit besonderer Berücksichtigung der Chancengleichheit". Ein Gleichstellungsbeauftragter nimmt als nicht stimmberechtigter Beobachter an Struktur- und Wahlkommissionen für die Ernennung von ordentlichen und assoziierten Professoren sowie von Assistenzprofessoren mit Tenure-Track teil. Darüber hinaus gehört jeder Kommission ein ernanntes Fakultätsmitglied an, das für Gender- und Gleichstellungsfragen zuständig ist. Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät und der AFC sind auch in der Strukturphase vor der Stellenausschreibung aktiv beteiligt. In jeder Strukturkommission muss mindestens eine Person jedes Geschlechts vertreten sein. In allen Bewertungsgremien wird Vielfalt gefördert.

Seit 2016 bittet die Medizinische Fakultät alle Bewerber für eine Stelle, standardisierte Fragen zur Gleichstellung der Geschlechter zu beantworten.

Das Zentrum für Entwicklung und Umwelt (CDE) wendet ein diversitätssensibles und standardisiertes Einstellungsverfahren an, das die Geschlechtervertretung in jeder Phase, von der Stellenausschreibung bis zur endgültigen Auswahl, gewährleistet.