Scientific Culture

Mehr als Zahlen: Für eine Kultur der fairen Forschungsbewertung

Traditionellerweise stützte sich die Forschungsevaluation stark auf Analysen wie Zitierhäufigkeiten und Journal Impact Factors. In den letzten fünfzehn Jahren hat sich die akademische Gemeinschaft jedoch stark für einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Indikatoren eingesetzt. Nach der Unterzeichnung der San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) im Jahr 2016 stellt die Universität Bern eine qualitative und quantitative Bewertung der Forschung sicher, im Bewusstsein, dass Daten allein nicht das gesamte Bild widerspiegeln. Wir setzen publikationsbasierte Metriken verantwortungsbewusst und entsprechend den spezifischen Kontexten und Zielen als Teil einer breit angelegten Portfoliobewertung ein, die berufliche Vielfalt begrüßt und Chancengleichheit gewährleisten soll.

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Mit der Absicht, der unterzeichnung des Agreements on Advancing Research Assessment (ARA) und der Barcelona Declaration on Open Research Information, arbeitet die Universität Bern aktiv an einer Wissenschaftskultur, die auf Exzellenz, Integrität und Fairness basiert.

Forschungsbewertung neu denken: Ein Appell für den Wandel

In den letzten fünfzehn Jahren hat sich die akademische Gemeinschaft nachdrücklich für eine Reform der Methoden und Verfahren zur Bewertung von Forschungsaktivitäten, Forschenden und Forschungseinrichtungen eingesetzt.Traditionelle Bewertungsansätze stützen sich häufig stark auf publikationsbasierte Kennzahlen wie den h-Index und den Journal Impact Factor. Bibliometrische Indikatoren können zwar als nützliche Instrumente zur Bewertung der Produktivität großer Institutionen wie Universitäten und Nationen dienen, sie erfassen jedoch nicht den gesamten Umfang der Beiträge einzelner Forschender oder die Auswirkungen kleiner Forschungsgruppen.Diese Indikatoren sind anfällig für externe Einflüsse wie Elternzeit, Krankheit oder andere persönliche Abwesenheiten, die nicht die tatsächliche Leistung widerspiegeln. Darüber hinaus ist ihre Aussagekraft in kleinen, personenbezogenen Datensätzen aufgrund der geringen Fallzahlen nur begrenzt.

Eine übermäßige oder unausgewogene Orientierung an bibliometrischen Indikatoren kann die „Publish-or-Perish“-Kultur verstärken, in der Quantität über Qualität gestellt wird und die Integrität wissenschaftlicher Forschung gefährdet ist.

Als Reaktion auf diese Herausforderungen entstanden 2012 die San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) und 2022 das Agreement on Reforming Research Assessment unter der Leitung der Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA) . Beide Initiativen verfolgen das Ziel, nicht nur Bewertungspraktiken zu reformieren, sondern einen kulturellen Wandel einzuleiten, der Forschungsbewertung neu denkt, faire akademische Laufbahnen ermöglicht und Inklusion fördert.