Porträt Selbstverständnis

Gleichstellung

"Wir sollten Gleichstellung nicht als «levelling down» betreiben"

Wohin man schaut: Man besetzt Stellen, die einst (fast) nur von Männern besetzt wurden, erst dann mit Frauen, wenn man diese Stellen in eine hierarchisch gesteuerte Struktur eingebunden und ihnen die ehemalige Bedeutung und Macht weggenommen hat. Warum dürfen Frauen erst dann «Lehrstuhlinhaberin» werden, wenn es das kleine und flexible Reich des Lehrstuhls gar nicht mehr gibt und sie stattdessen eine winzige Figur im Grossimperium «Universität» sind? Das Problem ist nicht mal so sehr, dass dieses Grossimperium in der Regel von Männern regiert wird, sondern dass es dem Wesen der Wissenschaft widerspricht und dass solche Stellen einfach nicht mehr attraktiv genug sind. Gute Wissenschaft ist nämlich ein individuelles, im besten Fall ein föderalistisches Projekt, sie ist niemals zentralistisch. Wir sollten Gleichstellung nicht als «levelling down» betreiben und müssen Bedürfnisse nach Autonomie und Gestaltungsmacht ernst nehmen. Entgegen dem verbreiteten Vorurteil sind das nämlich menschliche und nicht bloss männliche Bedürfnisse.

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