Open Access

Bei Fragen zu Open Access stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Open Access Publikationsfonds der Uni Bern

Die Universitätsleitung hat die Einrichtung eines Open Access (OA) Publikationsfonds genehmigt, um die ForscherInnen der Universität Bern bei der Publikation von Aufsätzen in OA Gold Zeitschriften oder von Büchern im OA Gold zu unterstützen. ForscherInnen der Universität Bern können bis zu 1'500 CHF für OA Gebühren von Zeitschriftenartikeln (APC) beantragen. OA Buchprojekte werden mit bis zu 2'000 CHF unterstützt.

Kriterien

Bitte Prüfen Sie die Kriterien für Antrag und Bewilligung der Publikationsbeiträge.

Antragstellung

Um Mittel zu beantragen, folgen Sie dem Link und füllen Sie das Antragsformular aus.

Open-Access-Publikationen sind online kostenlos verfügbare Veröffentlichungen. Diese verwenden eine Lizenz, die die Rechte der AutorInnen sichert, aber die Verwendung in Wissenschaft und Lehre nicht behindert.

Weiterführende Information

Open Access bietet zahlreiche Vorteile:

  • OA-Publikationen sind für alle sofort und kostenlos zugänglich
  • OA-Publikationen sind über Suchmaschinen und Nachweisdienste leichter auffindbar
  • OA-Publikationen erreichen eine höhere Sichtbarkeit und werden häufiger gelesen und öfter zitiert
  • Die Verbreitungsrechte verbleiben bei den AutorInnen
  • Die Weiterverbreitung und -verwendung von Forschungsergebnissen wird gefördert
  • Open Access fördert Kollaborationen und beschleunigt die Forschung

Es gibt verschiedene Wege, die zu Open Access führen.

Grün OA

Der grüne Weg bezeichnet die Selbstarchivierung bzw. Zweitveröffentlichung von bereits publizierten Artikeln auf einem öffentlich zugänglichen Dokumentenserver (Repositorium, institutionell oder fachspezifisch). Gegenüber der Selbstablage von Artikeln auf Webseiten haben Repositorien den Vorteil, dass sie besser durchsuchbar sind, die Forschung einer Institution bündeln und die Inhalte langfristig und stabil erreichbar aufbewahren. Oftmals muss für die Zweitveröffentlichung des Artikels das akzeptierte Manuskript (Post-Print, Manuskriptversion nach Begutachtung) oder das Preprint (Manuskriptversion vor Begutachtung) verwendet werden. Je nach Verlag dürfen Post-Prints erst nach einer gewissen Embargofrist zugänglich gemacht werden. Bitte beachten Sie, dass diese sich von den akzeptierten Embargofristen der Forschungsförderer unterscheiden können (siehe auch "Forschungsförderer und Open Access")
Einen Überblick über Zweitveröffentlichungspolicies verschiedener Verlage und Zeitschriften bietet Sherpa/Romeo.

Gold OA

Der Goldene Weg steht für die Erstveröffentlichung in Open Access. Die Publikation ist unmittelbar frei zugänglich und idealerweise mit einer Creative-Commons-Lizenz versehen, die die Weiterverwendung und -verbreitung erlaubt. In einigen Fällen werden Publikationsgebühren, sogenannte APCs (Autor Processing Charges) erhoben.
Einen Überblick über Open-Access-Zeitschriften bietet das Directory of Open Access Journals.

Einen Überblick über Open-Access-Bücher bietet das Directory of Open Access Books.

Diamond OA

Der Diamantene Weg ist eine Unterkategorie von Gold Open Access. Unter Diamant Open Access werden Open-Access-Publikationen verstanden, für die keine Publikationsgebühren erhoben werden. 

Hybrid OA

Der Hybride Weg steht für eine Open-Access-Erstveröffentlichung in grundsätzlich subskriptionsbasierten Zeitschriften. Durch oftmals sehr hohe Publikationsgebühren (APCs) wird der Artikel "freigekauft". Die Universität Bern steht diesem Modell skeptisch gegenüber, da dadurch doppelte Gebühren anfallen - einmal durch die Subskription der Zeitschrift und einmal durch die APCs. Dieser Vorgang wird Double Dipping genannt. Gebühren für Hybrid Open Access Publikationen werden von Schweizer Nationalfond nicht mehr bezahlt.

Immer mehr Forschungsförderer und -institutionen verlangen freien Zugang zu Publikationen und Forschungsdaten.

SNF

Der SNF unterstützt das Prinzip der freien Zugänglichkeit und erwartet von ihren Beitragsempfangenden, dass sie ihre Forschungsergebnisse zeitnah und in elektronischer Form für die Wiederverwendung öffentlich verfügbar machen.

Buchpublikationen müssen seit 1. April 2018 nach einer Frist von 12 Monaten frei zugänglich sein. Für Zeitschriftenartikel gilt eine Embargofrist von 6 Monaten.

Detaillierte Informationen zu den Bestimmungen des SNF finden Sie hier.

Horizon2020

Unter Horizon2020 müssen alle Leistungsempfangenden ihre begutachteten wissenschaftlichen Publikationen Open Access zugänglich machen. Dabei steht es ihnen frei, ob sie den Grünen oder Goldenen Weg wählen.

Publikationen in STEM-Fächern müssen dabei spätestens 6 Monate nach der Publikation frei zugänglich sein. Für die Sozial- und Geisteswissenschaften gilt eine Frist von 12 Monaten. Die EU stellt ein Addendum zu Verlagsverträgen zur Verfügung (s.u.), die eine Veröffentlichung begutachteter Zeitschriftenartikel im Open Access grün nach der von der EU geforderten Embargolaufzeit ermöglicht.

Ausserdem sind alle geförderten Projekte automatisch in einem Pilotprojekt zu Open Data registriert. Wenn man seine Forschungsdaten jedoch nicht offen zugänglich machen kann, besteht die Möglichkeit sich teilweise oder ganz mit entsprechender Begründung aus dem Pilotprojekt abzumelden.

Hintergrundinformationen und eine genaue Erläuterung der Optionen und Abläufe finden Sie unten als PDF in unserer ausführlichen Handreichung. Es gibt auch ein PDF mit einem kurzen Überblick. Einen Entscheidungsbaum zu Open Access & Open Data Regelbefolgung finden Sie ebenfalls unten eingefügt.

Die Bestimmungen von H2020 und Richtlinien zu "Open Access & Data Management" finden Sie hier.

Weitere Informationen

Zu Lösungswegen:

Zu SNF:

Ende 2015 beauftragte das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) swissuniversities und den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) eine nationale Strategie für Open-Access-Publikationen auszuarbeiten. Die Open-Access-Strategie verfolgt die Vision, dass bis im Jahr 2024 alle öffentlich finanzierten Publikationen frei zugänglich sein sollen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Universität Bern unterstützt Open Access im Sinne der von ihr 2007 unterzeichneten Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities und erklärt Open Access zum strategischen Ziel. Die Open Access-Policy steht im Einklang mit den Open Access-Richtlinien der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS), des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW), sie beeinträchtigt weder die freie Wahl der Publikationsorgane noch die Forschungsfreiheit. Die Universität beschliesst folgende Leitlinien:

  1. Die Universität Bern verpflichtet ihre Forschenden, eine vollständige Fassung aller begutachteten und veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten und die entsprechenden bibliographischen Daten im institutionellen Repositorium der Universität Bern zu hinterlegen. Die wissenschaftlichen Arbeiten werden dort in Open Access öffentlich zugänglich gemacht, solange dem keine rechtlichen Hindernisse im Wege stehen.
  2. Die Universität Bern ermutigt ihre Forschenden dazu, ihre Forschungsergebnisse in Open Access-Zeitschriften zu veröffentlichen, sofern geeignete Zeitschriften existieren.
  3. Die Forschungsevaluation und die akademischen Berichte an der Universität Bern stützen sich ab dem Berichtsjahr 2014 auf das institutionelle Repositorium der Universität Bern ab.

Die Universität Bern unterstützt die Umsetzung dieser Leitlinien, indem sie ein institutionelles Repositorium in Betrieb nimmt, das den Forschenden der Universität die Hinterlegung ihrer Veröffentlichungen und der dazugehörigen Metadaten erlaubt.

Erläuterungen zur praktischen Umsetzung:

  • Die Forschenden behalten sich gegenüber Verlagen das Recht vor, ihre Publikationen im Repositorium der Universität Bern offen zugänglich zu machen – gegebenenfalls nach Ablauf einer Sperrfrist.
  • Steht diese Option nicht zur Verfügung, werden die bibliographischen Angaben der Veröffentlichungen zusammen mit einem Volltext hinterlegt, der im Repositorium vor dem öffentlichen Zugriff geschützt wird. 

Prof. Dr. Reto M. Hilty, Direktor am Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht an der Universität Zürich und Dr. Matthias Seemann, Rechtsanwalt bei der Vischer AG haben im Auftrag der Universität Zürich ein Rechtsgutachten zum Betrieb von Repositorien erstellt. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Zweitveröffentlichung auf Repositorien gelegt.

Gutachten:
Hilty, Reto M.; Seemann, Matthias (2009): Open Access – Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen im schweizerischen Recht. Rechtsgutachten im Auftrag der Universität Zürich. Zürich.

Weitere Informationen finden Sie in den FAQs der Hauptbibliothek Zürich.

Die UrheberInnen von wissenschaftlichen und künstlerischen Werken bestimmen mit Creative-Commons-Lizenzen selbst, unter welchen rechtlichen Bedingungen ihre Werke veröffentlicht, weiterverbreitet und verwendet werden dürfen. Die Lizenzen sind in über 60 Sprachen erhältlich und auf der ganzen Welt rechtsgültig. Verschiedene Symbole visualisieren die Lizenzen und erklären, welche Bedingungen bei der Weiterverwendung zu beachten sind. Daher sind sie leicht verständlich und NutzerInnen wissen genau, wofür sie die Werke verwenden dürfen - auch ohne juristische Kenntnisse.

Die CC-Lizenzen funktionieren wie ein Baukastensystem. Die Lizenzbedingungen können miteinander kombiniert werden, so dass sich insgesamt eine Auswahl von sechs verschiedenen Lizenzen ergibt. Je nach Kombination, kann eine liberale oder restriktive Verwendung der Inhalte erlaubt werden.

Forschungsförderer und Universitäten empfehlen eine möglichst offene Lizenz, beispielsweise CC BY, zu verwenden.

Lesetipp:

Weitere Informationen:

Viele wissenschaftliche Verlage verlangen für die Veröffentlichung in Open Access Gold Publikationsgebühren, sogenannte Article Processing Charges (APSs) bzw. Book Processing Charges (BPCs). Diese variieren sehr in der Höhe, wobei Hybrid OA in der Regel deutlich teurer ist als Gold OA. Seriöse Open-Access-Zeitschriften legen ihre APCs/BPCs offen und kommunizieren diese auf ihrer Webseite. Für weitere Informationen zur Beurteilung von Zeitschriften konsultieren Sie diese Checkliste.

Finanzierung von Publikationsgebühren

  • Publikationsfonds:
    • Die Universität Bern unterstützt über ihren Publikationsfond Gold-Open-Access-Publikationen mit Beiträgen bis zu Fr. 1500.- (Artikel) bzw. bis zu Fr. 2000.- (Bücher).
  • Förderer:
    • SNF: Der SNF fördert Open Access Publikationsgebühren für Aufsätze und Bücher von BeitragsempfängerInnen, allerdings nicht für Hybrid OA. Anträge können über mySNF gestellt werden. Weitere Informationen inklusive Förderungsvoraussetzungen gibt es hier.
    • H2020 ERC: Die EU fördert Open Access Publikationsgebühren für Aufsätze und Bücher von BeitragsempfängerInnen inklusive Hybrid OA. Die Gebühren sind aus den beantragten Disseminationsmitteln des Projekts zu bestreiten.
  • Read & Publish Verträge:

    Die Universität Bern hat Read & Publish Verträge mit den hier aufgeführten Verlagen abgeschlossen. Verträge mit anderen Verlagen sind in Verhandlungen.

  • MDPI - 20% Preisnachlass:
    • Die Universitätsbibliothek Bern beteiligt sich am schweizer Konsortialdeal mit  MDPI, der allen Berner ForscherInnen einen Preisnachlass von 20% bei den Open Access Publikationsgebühren sichert. Die AutorInnen werden beim Einreichungsprozess an ihrer institutionellen Emailadresse erkannt und somit auf den Preisnachlass aufmerksam gemacht.

Es gibt Tausende Open-Access-Zeitschriften und fast täglich entstehen neue.

Leider gibt es auf dem Markt einige unseriöse Zeitschriften und Verlage, sogenannte Predatory Journals, die für Publikationsgebühren keine oder nur eine unzureichende Leistung erbringen. Oftmals sind solche Zeitschriften leicht zu identifizieren, weil ihre Webseiten voller Rechtschreibefehler sind, sie einen unrealistischen Zeitrahmen von Einreichung bis zur Publikation (inklusive Begutachten) anbieten und/oder sie durch aggressives Einwerben von Einreichungen auffallen. Manchmal sind Predatory Journals aber schwerer zu entdecken. Etwa dann, wenn der Webauftritt einwandfrei aussieht oder wenn als HerausgeberIn renommierte WissenschaftlerInnen genannt werden, ohne dass diese etwas davon wissen.

Checkliste Predatory Journals

Diese Checkliste hilft Ihnen bei der Beurteilung von (OA-)Zeitschriften.

Coffee Lectures zu Predatory Journals und Predatory Conferences

Das Open Science Team bietet Coffee Lectures zum Thema an. Wenn Sie und Ihre KollegInnen Interesse haben, schreiben Sie uns unter openscience@ub.unibe.ch.

Lesetipp:

Weiterführende Informationen

Die Universitätsbibliothek Bern bemüht sich im Rahmen der LERU-Petition und der DORA-Initiative alternative, non-profit Open-Access-Initiativen zu fördern.

Folgende Initiativen werden von der UB unterstützt:

Die UB ist ausserdem Mitglied bei:

Kennen Sie eine OA-Intitiative, die gefördert werden sollte? Kontaktieren Sie uns

Bei Fragen kontaktieren Sie uns über unsere Email-Adresse openscience@ub.unibe.ch

Diese Email-Adresse wird vom gesamten Open-Access-Team betreut und erlaubt deshalb eine effiziente Bearbeitung Ihrer Anfrage.

Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungen zum Thema finden Sie auf unserer Startseite oder auf der Unterseite "Dienstleistungen".

Allgemeine Informationen 

  • Open-Access.net Zentrale Informationswebseite zu Open Access (OA) mit Informationen für verschiedene Fächer und Zielgruppen.

Open-Access-Inhalte finden 

  • Base Auf wissenschaftliche Web-Dokumente spezialisierte Suchmaschine mit besonderer Berücksichtigung von OA-Volltexten. Betreut wird die Suchmaschine nach Standards der Wissenschaft und der OA-Community. 
  • CORE: Meta-Suchmaschine mit dem Ziel, alle OA-Materialien aus Repositorien und Zeitschriften weltweit suchbar zu machen. Metadaten und Inhalte sind auch über eine Programmierschnittstelle (API) zugänglich. 
  • Open Knowledge Maps: Grafischer Explorer, der einen schnellen Überblick über ein Forschungsfeld und zentrale Konzepte der jeweiligen Diskussion gibt. Beruht auf den Metadaten der Suchmaschinen Base und PubMed. Nicht-kommerziell. 
  • Das Directory of Open Access Books  ist eine internationale Datenbank für Open Access Bücher aller Fachgebiete. Die Inhalte sind begutachtet. Vertreten sind grosse Verlage wie z.B. Springer, Taylor&Francis, De Gruyter, zahlreiche kleinere Fachverlage sowie Universitätsverlage. 
  • PubMedCetral ist ein Repositorium mit Volltexten zu Medizin, Biomedizin und Life Sciences 
  • DART Europe ist ein Suchportal, mit dem man europäische Dissertationen auffinden kann. Die Open Access DIssertationen der Universität Bern, die auf BORIS Theses veröffentlicht sind, sind dort ebenfalls indiziert.

Wo und wie kann ich OA publizieren? 

  • Directory of Open Access Journals ist ein zentrales Verzeichnis von OA-Zeitschriften aller Fachgebiete. Aufnahme von Zeitschriften aufgrund von strengen Begutachtungskriterien. Idealer Einstieg in die Suche über die «Browse subjects»-Funktion.
  • Sherpa/Romeo ist ein Aggregator, der Open Access Informationen von Verlagen aus aller Welt sammelt und analysiert und diese dann in kurzen Zusammenfassung für Zeitschriften publiziert. Hier erfahren Sie alles über die Embargofristen, Lizenzbestimmungen und Selbstarchivierungsbestimmungen eines Journals
  • ThinkCheckSubmit hilft ForscherInnen beim Auffinden von vertrauenswürdigen Zeitschriften und dem Umgehen sogenannter Raubverlage («predatory publishers»). Dazu stellt die Webseite Checklisten und andere Instrumente zur Verfügung.

Browsererweiterungen für schnellen OA-Zugriff 

Diese Erweiterungen zeigen an, ob ein Artikel, den Sie gerade im Internet ansehen, auch im OA verfügbar ist: OA Button und Unpaywall für Chrome und Firefox, Open Access Helper für Safari.