CAS Lösungsorientierte Seelsorge AWS Schweiz

Theologische Fakultät der Universität Bern, Theologische Hochschule Chur, Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz, A+W, Aus- und Weiterbildung für Pfarrerinnen und Pfarrer (Kooperation von A+W und AWS Schweiz)

Die Teilnehmenden werden zu einer reflektierten und professionellen seelsorglichen Gesprächsführung basierend auf einem lösungsorientierten Seelsorgeansatz befähigt. Die Teilnehmenden

  • kennen lösungsorientierte Seelsorgeansätze und praxisrelevantes tiefenpsychologisches Grundwissen zum Umgang mit komplexen Situationen,
  • sind fähig, lösungsorientierte Seelsorgeansätze pastoraltheologisch wie pastoralpsychologisch fundiert in Seelsorgegespräche und pastorales Handeln einzubringen,
  • sind in der Lage, die eigene theologische, kirchliche, berufliche und persönliche Identität zu reflektieren und mit Phänomenen wie Übertragung und Widerstand umzugehen.
CAS Lösungsorientierte Seelsorge AWS
Überblick
Abschluss Certificate of Advanced Studies Lösungsorientierte Seelsorge AWS, Universität Bern und Theologische Hochschule Chur
Start 2026
Dauer 2026 - 2028
Umfang 15 ECTS-Punkte
Turnus halbjährlich
Flexibler Einstieg möglich Ja
Einzelmodul besuchbar Ja
Ort diverse Orte
Sprache Deutsch
Zulassung Universitärer Hochschulabschluss auf Stufe Master in Theologie, Seelsorgeerfahrung oder Erfahrung in ähnlichen Bereichen von Begleitung und Beratung. DAS SPES und ein dritter CAS bzw. ein von der Programmleitung genehmigtes Curriculum.
Kosten CHF 8'000 – 12'000
Trägerschaft Theologische Fakultät der Universität Bern, Theologische Hochschule Chur, Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz, A+W, Aus- und Weiterbildung für Pfarrerinnen und Pfarrer (Kooperation von A+W und AWS Schweiz)
Anmeldung

Der CAS-Studiengang Lösungsorientierte Seelsorge verfolgt folgende kompetenzorientierte Lernziele:

Die Teilnehmenden werden zu einer reflektierten und professionellen seelsorglichen Gesprächsführung basierend auf einem lösungsorientierten Seelsorgeansatz befähigt. Die Teilnehmenden

  • kennen lösungsorientierte Seelsorgeansätze und praxisrelevantes tiefenpsychologisches Grundwissen zum Umgang mit komplexen Situationen,
  • sind fähig, lösungsorientierte Seelsorgeansätze pastoraltheologisch wie pastoralpsychologisch fundiert in Seelsorgegespräche und pastorales Handeln einzubringen,
  • sind in der Lage, die eigene theologische, kirchliche, berufliche und persönliche Identität zu reflektieren und mit Phänomenen wie Übertragung und Widerstand umzugehen.

Modul A1:

Einführung in die lösungsorientiert – tiefenpsychologische Methode und ihre Konsequenzen für die Gesprächsführung

Umfang: 5 Tage / 2 ECTS-Punkte

Themen

  • Grundlagen der lösungsorientierten Methode
  • Umfokussierung vom Defizit zur Arbeit mit Ressourcen
  • Situationsanalyse und Erfassen von Gesprächssituationen
  • Haltung und Selbstdefinition
  • Rhetorische Werkzeuge und deren suggestive Auswirkung
  • Wichtige Fragetypen im seelsorgerlichen Gespräch

Lernziele

Die Teilnehmenden

  • bewahren als Beratende auch in verworrenen Problemsituationen eine professionelle Übersicht und bleiben handlungsfähig,
  • sind in der Lage, mit dem Klienten, der Klientin den Auftrag zu klären und Wege zur Zieldefinition anzubieten,
  • können das aktuelle Gesprächsgeschehen jederzeit in seiner Dynamik erfassen,
  • verfügen über eine entsprechende Fachsprache.

Modul A2:

Anwendung der lösungsorientierten Gesprächsführung in spezifisch pfarr-amtlichen Situationen (Spital, Gefängnis, bei Kasualien, Teamsitzungen und Mitarbeitendengesprächen)

Umfang: 5 Tage / 2 ECTS-Punkte

Themen

  • Differenzierung und Erweiterung des lösungsorientierten Konzepts
  • «Ich-syntone» und «ich-dystone» Ziele
  • Anwendung der Methode in unklaren Settings
  • Arbeit mit den religiösen Ressourcen des Gegenübers

Lernziele

Die Teilnehmenden

  • kennen die Bedingungen von Gesprächen, die noch keinen beratenden Charakter aufweisen: Kasualien, Gespräche zwischen Tür und Angel, aufsuchende seelsorgliche Gespräche. Sie lernen, die Gesprächssituation zu analysieren und eigene Ziele auf ihre Legitimation hin zu prüfen,
  • gehen bewusst mit den religiösen Ressourcen der Klienten und Klientinnen um (z.B. Beten als Ressource) und erhalten einen ersten Einblick in den psychologischen Wert von Glaubensüberzeugungen,
  • haben Sicherheit in der Gesprächsführung gewonnen, wenden Selbstsupervision an und sind in der Lage, den laufenden Prozess zu analysieren.

Modul A3:

Tiefenpsychologische Werkzeuge zum Erkennen von komplexen Seelsorge-situationen, lösungsorientiertes Arbeiten mit Übertragung und Widerstand

Umfang: 5 Tage / 2 ECTS-Punkte

Themen

  • Lösungsorientierte Gesprächsführung unter Miteinbezug tiefenpsychologischer Grundkenntnisse
  • Umgang mit Übertragung und Gegenübertragung, Widerstandsanalyse und Einführung ins bipolare Arbeiten

Lernziele

Die Teilnehmenden

  • verfügen über praxisrelevante Kenntnis der tiefenpsychologischen Fachsprache,
  • erfassen die Problemkonstellation der Ratsuchenden psychodynamisch und können Deutungen respektvoll und lösungsorientiert anbieten,
  • erfassen insbesondere prozessbehindernde Übertragungs- und Gegenübertragungsmechanismen und können diese, wenn nötig, ansprechen.

Modul A4:

Lösungsorientierter Umgang mit dysthymen und aggressiven Menschen in der Seelsorge. Umgang mit Zielkonflikten

Umfang: 5 Tage / 2 ECTS-Punkte

Themen

  • Zielkonflikte (zwischen Seelsorgenden und Seelsorgesuchenden)
  • Rollendiffusität (Seelsorgende als Personen, als Vertretende der Kirche)
  • «Holding» und «Containing» im Umgang mit schwierigen Seelsorgesuchenden
  • Hypothesenbildung
  • Interventionsplanung und rhetorische Interventionsgestaltung

Lernziele

Die Teilnehmenden

  • gehen professionell und lösungsorientiert mit Zieldivergenzen um,
  • haben psychologisches Rüstzeug erworben zum Umgang mit herausfordernden, klagenden und anklagenden Menschen,
  • haben gelernt, mit Aggressionen des Gegenübers umzugehen, weil sie fähig sind, sie vor dem Hintergrund biographischer Dispositionen und Prägungen des Gegenübers zu deuten und einzuordnen.

Modul A5:

Seelsorge und ihre Beziehung zu Psychotherapie und Psychiatrie – Einführung in die wichtigsten Krankheitsbilder und lösungsorientierter Umgang mit seelisch belasteten Menschen

Umfang: 5 Tage / 2 ECTS-Punkte

Themen

  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Therapie und Seelsorge
  • Besonderheiten der Seelsorge
  • Vermittlung von praxisrelevanten Grundlagen zur Psychopathologie

Lernziele

Die Teilnehmenden

  • verfügen über das Basiswissen zu den häufigsten psychischen Störungsformen und sind in der Lage zu entscheiden, ob und wie sie im konkreten Fall eine Begleitung anbieten können,
  • können die religiösen Ressourcen des Patienten oder der Patientin nutzbar machen und mit neurotischen Formen von Religion umgehen,
  • haben ihr eigenes Rollenverständnis in der Zusammenarbeit mit den therapeutisch Tätigen geklärt und gehen verantwortungsvoll mit ihrem theologischen Proprium um.

Modul A6:

Praxistage in einer Psychiatrischen Klinik oder in einer anderen Institution (Gefängnis, Alters- und Pflegeheim)

Umfang: 6 Tage / 1.5 ECTS-Punkte

Lernziele

Die Teilnehmenden

  • erhalten Inputs über psychopathologische Grunderkenntnisse und über die spezifische Aufgabe der Seelsorge im Kontext der psychiatrischen Klinik,
  • vertiefen die erlernten lösungsorientierten Werkzeuge und die lösungsorientierte Haltung in Seelsorgegesprächen innerhalb des Klinikalltags.

Modul A7:

Gruppen-Supervision / Einzel-Supervision

Umfang: Gruppensupervision 4 x 6 Std. / 1 ECTS-Punkte; Einzel-Supervision 3 x 1.5 Std. / 0.5 ECTS-Punkte

Themen

Die Supervision dient der Fallarbeit sowie der Vertiefung und Festigung des methodischen Repertoires. Psychodynamische Prozesse im Seelsorgegespräch und eigene Anteile daran werden im geschützten Rahmen bewusst gemacht und reflektiert.

Abschlusskolloquium

Umfang: 5 Std. / 0 ECTS-Punkte

Themen

Die Teilnehmenden benennen und begründen ihr Vorgehen mit folgenden Schwerpunkten:

  • Übertragungs- und Gegenübertragungsanalyse
  • Hypothesenbildung, Strategie (methodenbedingte Ziele, therapeutisch-seelsorgerliche Ziele, ethisch/situative Ziele)
  • Benennen der tiefenpsychologischen Werkzeuge, basierend auf dem tiefenpsychologischen Grundwissen der A-Module
  • Benennen der rhetorischen Werkzeuge mit Reflexion der suggestiven Auswirkung.

B-Module:

Studiengangübergreifende B-Module

Umfang: 2 x 2 Tage / 2 ECTS-Punkte

Studiengangübergreifende B-Module sind thematische Vertiefungsmodule, die von Teilnehmenden aus allen Weiterbildungsstudiengängen im Bereich Seelsorge an der Universität Bern und/oder der Theologischen Hochschule Chur besucht werden können. Es werden zwei studiengangübergreifende B-Module (bzw. ein viertägiges) besucht.

Lernziele

Die Teilnehmenden kennen neuste Entwicklungen in den Bereichen Seelsorge, Pastoralpsychologie, Spiritual Care oder angrenzenden Disziplinen.

Trägerschaft

  • Theologische Fakultät der Universität Bern
  • Theologische Hochschule Chur
  • Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn
  • Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz
  • A+W, Aus- und Weiterbildung für Pfarrerinnen und Pfarrer (Kooperation von A+W und AWS Schweiz)

Dozierende

Kursleitung und Supervision

  • Patrizia Weigl-Schatzmann, LOS-Trainerin, Pfarrerin, Klinik-Seelsorgerin UPD Bern, MAS in lösungsorientiert-systemischer Beratung IAP/ZSB
  • Martin Schaufelberger, LOS-Trainer, Pfarrer und Seelsorger, individualpsychologischer Berater SGIPA, CAS in Clinical Pastoral Training
  • Sabine Herold, LOS-Trainerin, Pfarrerin, Armeeseelsorgerin, Coach Supervisorin/Organisationsberaterin ZiS Master (SLC) i.A. (bso)
  • Christina Tuor-Kurth, LOS-Trainerin, Titularprofessorin Uni Basel, MAS Psychologische Beratung i.A. (IAP Zürich)

Zulassungsbedingungen sind

  • Universitärer Hochschulabschluss auf Stufe Master in Theologie.
  • Seelsorgeerfahrung oder Erfahrung in ähnlichen Bereichen von Begleitung und Beratung.

Ausnahmen bezüglich der Zulassungsvoraussetzungen können von der Programmleitung «sur dossier» genehmigt werden. Bei Personen ohne Hochschulabschluss oder Berufspraxis kann sie weitere Auflagen für die Zulassung bestimmen.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich für den CAS-Studiengang sowohl über das Formular an als auch bei A+W.


Die Anmeldung für Einzelkurse erfolgt über Bildungkirche.ch, für B-Module hier.

Kosten

Die einzelnen Module werden in der Regel auf der Grundlage von CHF 275.- pro Tag (inkl. Kursunterlagen) berechnet, ausser die Kurskosten sind anders ausgeschrieben. Allfällige Transportkosten, Verpflegung sowie Übernachtungen gehen zu Lasten der Teilnehmenden. 

Ein CAS-Studium kostet zwischen CHF 8'000.-­ und CHF 12'000.-,

Für den Studienabschluss werden folgende Gebühren erhoben: CAS: CHF 150.- 

Abmeldungen nach abgelaufener Anmeldefrist sind kostenpflichtig. Eine Annullationskostenversicherung muss privat abgeschlossen werden.

Einzelmodule

CHF 275.- pro Tag. Allfällige Transportkosten, Verpflegung sowie Übernachtungen gehen zu Lasten der Teilnehmenden.

Kontakt

Christina Tuor

«Dem Menschen zugewandt und wertschätzend begegnen, ihn in seiner Lebenssituation vorurteilslos annehmen und ihn befähigen, seinen Ressourcen zu trauen, Wünsche zu träumen, Ziele ins Auge zu fassen – so verstehe ich die Grundhaltung der lösungsorientierten seelsorgerlichen Gesprächsführung. Diese Haltung entspricht zutiefst meinem eigenen Verständnis von Menschenwürde.»

Anschlussmöglichkeiten / thematisch verwandte Studiengänge

DAS Spezialseelsorge AWS Schweiz

Abschluss DAS
Start 2026
Sprache Deutsch
Kosten CHF 1'500 – 2'500 zusätzlich zu den Kursgeldern für zwei absolvierte CAS.

Der DAS SPES ist darauf ausgerichtet, Seelsorgende in besonderer Weise für ihre Arbeit auszurüsten, deshalb werden ein methodischer und ein kontextueller CAS miteinander verknüpft. Die Kenntnisse eines Handlungsfeldes und die Kompetenz einer Methodik ermöglichen gegenseitig ein vertieftes Verständnis.

Theologische Fakultät, AWS Schweiz