CAS Förderorientierte Kompetenzdiagnostik

Abteilung Schul- und Unterrichtsforschung, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern
Institut Kompetenzdiagnostik, Pädagogische Hochschule St. Gallen

Individualisierung des Unterrichts und der Wandel von traditionellen Unterrichtsformen hin zu einem kompetenz- und ergebnisorientierten Lehren und Lernen sind aktuelle und wichtige Trends in der internationalen Bildungslandschaft. In den letzten Jahren hat der Einsatz und Stellenwert von Instrumenten zur Erfassung von Schülerkompetenzen deutlich zugenommen.

Ziel dieses Lehrgangs ist es, eine fundierte und umfangreiche Weiterqualifikation anzubieten, die es Absolvent/-innen ermöglicht, qualifiziert an der Entwicklung von Test- und Lernfördersystemen mitzuarbeiten und eine individuelle, evidenzbasierte Förderung zu realisieren. Der Studiengang beleuchtet dabei verschiedene Themenbereiche: Von der Entwicklung von Testaufgaben und Begleitmaterialien zu konkreten Fördermassnahmen und der Nutzung der Ergebnisse für bestimmte (bildungspolitische) Steuerungsfunktionen.

CAS Förderorientierte Kompetenzdiagnostik
Überblick
Abschluss Certificate of Advanced Studies Förderorientierte Kompetenzdiagnostik (CAS FKd Unibe PHSG)
Start 03/2021
Dauer 1 Jahr
Umfang 12 ECTS
Turnus jährlich
Flexibler Einstieg möglich Nein
Einzelmodul besuchbar Ja
Ort Bern und St. Gallen
Sprache Deutsch
Zulassung Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang sind ein Hochschulabschluss sowie Berufspraxis in den Bereichen Schule, Fachdidaktik, Testentwicklung, Lehrpersonenaus- bzw. -weiterbildung, Bildungsverwaltung oder Bildungspolitik. Aufnahmen "sur dossier" sind möglich.
Anmeldung bis 31.01.2021
Kosten CHF 8’000
Trägerschaft Abteilung Schul- und Unterrichtsforschung, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern
Institut Kompetenzdiagnostik, Pädagogische Hochschule St. Gallen
Partnerlogo
Anmeldung

Individualisierung des Unterrichts und der Wandel von traditionellen Unterrichtsformen hin zu einem kompetenz- und ergebnisorientierten Lehren und Lernen sind aktuelle und wichtige Trends in der internationalen Bildungslandschaft. In den letzten Jahren hat der Einsatz und Stellenwert von Instrumenten zur Erfassung von Schülerkompetenzen deutlich zugenommen. Es findet eine Entwicklung weg von rein summativen Testinstrumenten, hin zur Entwicklung von formativen Lernfördersystemen statt. Der neue CAS Förderorientierte Kompetenzdiagnostik (FKd) bietet die Möglichkeit, ein vertieftes Wissen zu förderorientierter Kompetenzdiagnostik zu entwickeln. Der Studiengang richtet sich an Personen, die in den Bereichen Bildungswesen, Fachdidaktik, Lehrpersonenausbildung und Testentwicklung tätig sind, an Personen aus der Bildungsverwaltung und Bildungspolitik sowie an Lehrpersonen mit besonderem Interesse an förderorientierter Beurteilung. Wesentliches Ziel des Studiengangs ist es, dass die Teilnehmenden Kompetenzen erwerben, moderne Testsysteme zu verstehen und zur individuellen Förderung einzusetzen, und deren Einsatzmöglichkeiten und Grenzen zu kennen. Der Studiengang beleuchtet dabei verschiedene Blickwinkel: Von der Entwicklung von Testaufgaben und Begleitmaterialien über die methodischen Grundlagen bis hin zu konkreten Fördermassnahmen und der Nutzung der Ergebnisse für bestimmte (bildungspolitische) Steuerungsfunktionen.

Studienort

Die Präsenzkurse finden abwechselnd an der Universität Bern und an der PH St. Gallen statt.

Der einjährige Studiengang setzt sich aus einem Rahmenmodul im Umfang von vier Kurstagen, vier Hauptmodulen im Umfang von je zwei Kurstagen sowie zwei Vertiefungsmodulen im Umfang von je einem Kurstag zusammen. Der während des Studiengangs zu erbringende Leistungsnachweis in Form der Zertifikatsarbeit ist praxisnah und anwendungsorientiert. Die Studienleistung entspricht 12 ECTS-Punkten.

Einzelmodule

Es ist möglich, nur einzelne Module zu belegen, sofern freie Kursplätze vorhanden sind.

Rahmenmodul

Einführung und Organisation / Abschluss und Evaluation

Umfang: 3 Tage (2 ECTS-Punkte) in Bern

Das Rahmenmodul zu Beginn des CAS-Lehrgangs hat das Ziel, eine allgemeine Einführung zu geben, die Lerninhalte zu erläutern und die einzelnen Module vorzustellen. Zudem werden die vertiefenden Wahlmodule vorgestellt, um eine individuelle Planung des Lehrgangs zu ermöglichen. Darüber hinaus dient dieses Modul zur Begleitung des gesamten Lehrgangs und zur Integration der einzelnen Elemente und Module. In diesem Kontext wird auch die Zertifikatsarbeit der Teilnehmenden durchgeführt.

Modul 1

Grundlagen der Kompetenzdiagnostik

Umfang: 2 Tage (2 ECTS-Punkte) in St. Gallen

In Modul 1 werden die Grundlagen des Kompetenzbegriffs vermittelt, und die Teilnehmenden lernen Konzepte und Modelle der Kompetenzstruktur und Kompetenzentwicklung kennen. Thematisiert wird die Erfassung von Kompetenzen auf der Grundlage von Tests und anderer Beurteilungsmethoden, in Abhängigkeit von der Zielsetzung der Kompetenzmessung. Es werden die Rahmenkonzepte und Strategien verschiedener Test- und Lernfördersysteme vorgestellt und die Teilnehmenden erhalten Einblick in die konkrete Anwendung verschiedener Produkte und Werkzeuge. Das Modul wirft auch einen kritischen Blick auf die Kompetenzdiagnostik und standardisierte Tests im Allgemeinen und zeigt neben psychometrischen auch alternative Ansätze auf.

Modul 2

Prozesse und Methoden der Aufgaben und Testentwicklung

Umfang: 2 Tage (2 ECTS-Punkte) in Bern

In Modul 2 werden die Prozesse und Methoden der Aufgaben- und Testentwicklung vermittelt. Die Teilnehmenden erhalten Einblick in die Testtheorie und die Qualitäts- und Gütekriterien von Tests. Es werden Aufgabentypen, Antwortformate und Bewertungsmethoden vorgestellt, und es findet eine Aufarbeitung und Systematisierung von Prozessen und Kriterien für die Aufgabenentwicklung und -kodierung, verbunden mit der Erstellung entsprechenden Materials (z.B. Kriterienraster) statt. Weiter erlernen die Teilnehmenden die praktische Erstellung von Kodiermanualen zur Gewährleistung der Testgütekriterien (u.a. ausreichende Interrater-Reliabilität) sowie die Durchführung und Begleitung des Kodierprozesses (z.B. Schulung und Beratung von KodiererInnen oder Lehrpersonen).

Modul 3

Statistische und methodische Grundlagen zur Analyse von Testdaten aus Kompetenztests

Umfang: 2 Tage (2 ECTS-Punkte) in St. Gallen

Modul 3 vertieft die statistischen und methodischen Grundlagen der Analyse von Testdaten, speziell im Hinblick auf eine robuste, faire und valide Leistungsmessung. Das Modul geht weiterführend auf Charakteristika und Verfahren der probabilistischen Testtheorie (Item Response Theorie; IRT) ein und thematisiert unter anderem die Modellierung von Kompetenzen mit mehrdimensionalen IRT-Modellen und die Analyse von längsschnittlichen Testdaten. Mithilfe der Software R wird die Schätzung der dargestellten IRT-Modelle praktisch umgesetzt und geübt. Es wird darauf eingegangen, wie die geschätzten Modellparameter zu interpretieren sind und die Güte von Tests bzw. der Testaufgaben beurteilt werden kann. Dargestellt werden darüber hinaus die Schritte von der Anwendung der IRT-Modelle zur Darstellung und Rückmeldung von Testergebnissen. Ergänzend wird die Einbindung von Testdaten in komplexere multivariate Analysen, z.B. Mehrebenen- oder Längsschnittmodelle, thematisiert.

Modul 4

Entwicklung fachdidaktischen Begleitmaterials in den Bereichen Mathematik und Sprachen

Umfang: 2 Tage (2 ECTS-Punkte) in Bern

Im Zentrum steht die Entwicklung von fachdidaktischem Begleitmaterial, welches den „didaktischen Brückenschlag“ zwischen den rückgemeldeten Testresultaten und möglichen Massnahmen für die Unterrichtsentwicklung sowie die individuelle Förderung von Schüler/innen ermöglicht. Thematisiert werden u.a. die Konzeption von Fehleranalysen (inklusive der Identifikation typischer Falschlösungen von Aufgaben und deren kognitiven Ursachen) zur Unterstützung und Förderung der Lernenden, die Entwicklung aufgabenbezogener Hinweise zu den kognitiven Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufgabenlösung, die Beschreibung möglicher (korrekter) Lösungswege. Darauf aufbauend wird der didaktische Umgang mit typischen Bearbeitungsfehlern vermittelt, verknüpft mit der Auswahl bzw. Konzeption passender Lernaufgaben für die Arbeit im Unterricht. In Praxisprojekten erarbeiten sich die Teilnehmenden die Verknüpfung von Lernaufgaben und Lernmaterial mit den Kompetenzen der SchülerInnen unter Berücksichtigung einschlägiger Lehrmittel.

Vertiefungsmodul a

Learning Analytics und Lern-Management-Systeme

Umfang: 1 Tag (1 ECTS-Punkt) in Bern

Das Modul gibt einen Überblick über die Methoden und Ansätze von Learning Analytics, sowie den Einsatz von Lern-Management- bzw. eLearning-Systemen. Die Teilnehmenden üben ihren praktischen Einsatz und entwickeln Mechanismen, um digitale Systeme und Werkzeuge förderorientiert zu nutzen. Anhand von Vorbildprojekten werden verschiedene Lernszenarios, von rein digital bis Blended Learning, vorgestellt und mit Bezug auf ihrer diagnostischen Qualität und ihres Potentials aufgearbeitet. Des weiteren werden im Modul ethische Aspekte datenbasierter Kompetenzdiagnostik aufgearbeitet.

Vertiefungsmodul b

Fachdidaktik für digitale und interaktive Medien

Umfang: 1 Tag (1 ECTS-Punkt) in Bern

Aktuelle Forschungsergebnisse, pädagogische Modelle und Konzeptionen digitaler Medien in der Lehre sowie deren sozialwissenschaftlichen Grundlagen werden im Kontext der individuellen Förderung aufgearbeitet und mit Bezug zu digitalen Unterrichts- und Testszenarien diskutiert. Das Modul legt einen speziellen Fokus auf die Besonderheiten digitaler Lehr- und Beurteilungsinstrumente und diskutiert die Vor- und Nachteile gegenüber traditionellen Formen. Es wird gezeigt, welche Aufgaben- und Antwortformate technisch realisierbar sind und wie diese mit didaktischen Aspekten in Beziehung gesetzt werden können.

Vertiefungsmodul c

Kognitive Diagnosemodelle

Umfang: 1 Tag (1 ECTS-Punkt) in St. Gallen

Kognitive Diagnosemodelle sind strukturelle, nicht-numerische Ansätze, in denen Lernprozesse als individuelle Lern- und Verstehenswege begriffen und Lerndomänen als Entwicklungsräume betrachtet werden. Kognitive Diagnosemodelle stellen daher eine Alternative zur klassischen Kompetenzdiagnostik dar und haben einen besonderen Anspruch im Bereich gezielter individueller Förderung. Das Modul bietet eine Einführung in die Konzepte der kognitiven Diagnosemodelle und einen Einblick in die Methoden und die unterstützende Software. Anhand konkreter Beispiele werden Anwendungsprozesse vorgestellt und geübt. Am Ende des Moduls steht ein Diskurs zu Stärken und Schwächen der Ansätze sowie eine Gegenüberstellung mit den klassischen Methoden der Diagnostik und Förderung.

Vertiefungsmodul d

Lernfördersysteme in der Praxis

Umfang: 1 Tag (1 ECTS-Punkt) in St. Gallen

Neben den theoretischen Grundlagen und dem technischen Know-How sind Erfahrungen mit Test- und Lernfördersystemen in der Praxis wichtig. Dieses Modul richtet sich speziell an PraktikerInnen, die gezielt den pädagogisch sinnvollen Umgang mit diesen Systemen erlernen und vertiefen wollen.

Vertiefungsmodul e

Entwicklung fachdidaktischen Begleitmaterials in den Naturwissenschaften

Umfang: 1 Tag (1 ECTS-Punkt) in Bern

Dieses Vertiefungsmodul ergänzt das Hauptmodul 4. Im Zentrum steht die Entwicklung von fachdidaktischem Begleitmaterial im Bereich der Naturwissenschaften und die fachspezifischen Besonderheiten in der Ableitung konkreter Fördermassnahmen und Hilfestellungen. Thematisiert werden, ähnlich zu Modul 4, die Konzeption von Fehleranalysen zur Unterstützung und Förderung der Lernenden, die Entwicklung aufgabenbezogener Hinweise zu den kognitiven Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufgabenlösung und die Beschreibung möglicher (korrekter) Lösungswege. In Praxisprojekten erarbeiten sich die Teilnehmenden die Verknüpfung von Lernaufgaben und Lernmaterial mit den Kompetenzen der SchülerInnen unter Berücksichtigung einschlägiger Lehrmittel und Lernfördersysteme.

Trägerschaft

Trägerin des Studienganges ist die Abteilung Schul- und Unterrichtsforschung des Instituts für Erziehungswissenschaft der Phil.-hum. Fakultät der Universität Bern. Sie erlässt das entsprechende Studienreglement. Als strategisches Organ fungiert die Programmleitung, welche verantwortlich ist für die Durchführung des Studiengangs. Der Studiengang wird in Zusammenarbeit mit der PH St. Gallen durchgeführt.

Programmleitung

  • Prof. Dr. Tina Hascher, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern
  • Prof. Dr. Christian Brühwiler, Institut Kompetenzdiagnostik, Pädagogische Hochschule St. Gallen
  • Prof. Dr. Jan Hochweber, Institut Kompetenzdiagnostik, Pädagogische Hochschule St. Gallen
  • Prof. Dr. Michael Kickmeier-Rust, Institut Kompetenzdiagnostik, Pädagogische Hochschule St. Gallen
  • M. Sc. Tanja Held, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern

Studiengangsleitung

  • Michael Kickmeier-Rust, Leiter CAS Förderorientierte Kompetenzdiagnostik, Institut Kompetenzdiagnostik, Pädagogische Hochschule St. Gallen
  • Tanja Held, Leiterin CAS Förderorientierte Kompetenzdiagnostik, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern

Zielgruppe

Der Studiengang richtet sich an Personen, die in den Bereichen Bildungswesen, Fachdidaktik, Lehrpersonenausbildung und Testentwicklung tätig sind, an Personen aus der Bildungsverwaltung und Bildungspolitik sowie an Lehrpersonen mit besonderem Interesse an förderorientierter Beurteilung.

Zulassungsbedingungen

Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang sind ein Hochschulabschluss oder eine vergleichbare fachliche Ausbildung, die für eine Tätigkeit im Bildungswesen oder in verwandten Bereichen qualifiziert, sowie Berufspraxis im Bildungswesen oder in verwandten Bereichen. Aufnahmen „sur dossier“ sind möglich. Bei Personen ohne Hochschulabschluss oder Berufspraxis kann die Programmleitung weitere Auflagen für die Zulassung machen, damit sichergestellt ist, dass diese den Studiengang erfolgreich absolvieren können. Um beste Lernvoraussetzungen zu schaffen, ist die Anzahl Studierender auf 20 Personen begrenzt.

Kosten

Kosten ganzer Studiengang CHF 8‘000

Inklusive Kursunterlagen, Supervision und persönliche Betreuung. Allfällige Transportkosten, Verpflegung sowie Übernachtungen gehen zu Lasten der Teilnehmenden. Die Studiengebühren sind in zwei Raten zahlbar.

Kosten für einzelne Module

CHF 1‘500.– pro Modul

Inklusive Kursunterlagen. Allfällige Transportkosten, Verpflegung sowie Übernachtungen gehen zu Lasten der Teilnehmenden.

Anmeldung

Die Aufnahme in den Studiengang erfolgt – vorausgesetzt die Zulassungsbedingungen sind erfüllt – nach dem Datum des Eingangs der Anmeldung. Die Module des Studiengangs starten im März 2021. Die Anmeldefrist läuft bis am 21. Februar 2021. Füllen Sie das Anmeldeformular aus und senden Sie es an die Studiengangsleiterin: Tanja Held, tanja.held@edu.unibe.ch.

Die verschiedenen Module können auch einzeln besucht werden, sofern noch freie Plätze vorhanden sind. Weitere Informationen dazu bei der Studiengangsleitung.

Kontakt

Vorherige