Ehrendoktorin der Philosophisch-historischen Fakultät
Die Philosophisch-historische Fakultät verleiht dieses Jahr die Würde eines Doctor philosophiae honoris causa Frau Bice Curiger, Zürich, Schweiz.
Laudatio
Bice Curiger (Beatrice Gabriella Livia Curiger),
- der Kunsthistorikerin, die mit unerschrockener Stimme die Sichtbarkeit von Künstlerinnen forderte – früh und laut;
- der Kuratorin, die die Türen der Institutionen weit aufstiess – für Unerhörtes, Übersehenes, Fremdes und Nahes;
- der Herausgeberin, die mit Parkett eine transatlantische Brücke baute, ein Labor für künstlerisches Denken und eine Bühne für Stimmen jenseits des Kanons;
- der Ausstellungsmacherin, die Verbindungen schafft – zwischen Gegenwart und Geschichte;
- der Vermittlerin, für die Ausstellungen keine Behauptungen, sondern Gespräche sind – sinnlich gedacht und im engen Austausch mit Künstler:innen;
- der kritischen Beobachterin, die das Kunstsystem nicht verklärt, sondern befragt.
Wir ehren eine Stimme der Gegenwart, die mit Neugier und Haltung das Denken über Kunst verändert hat und Räume schafft, in denen Zukunft sichtbar wird.
Werdegang
- Studium der Kunstgeschichte an der Universität Zürich mit Nebenfächern in Volkskunde und Literaturkritik
- Während des Studiums: Kunstkritiken für den Tages-Anzeiger
- Lizenziatsarbeit über den Maler Albert Welti (1862–1912)
- 1980 Erste kuratierte Ausstellung Saus und Braus im Strauhof Zürich
- 1982 Veröffentlichung einer Monografie über Meret Oppenheim
- 1984 Mitgründung der Kunstzeitschrift Parkett mit Jacqueline Burckhardt und Dieter von Graffenried; Herausgeberin bis 2017
- 1992 – 2012 Freie Kuratorin am Kunsthaus Zürich
- 2003 – 2014 Herausgeberin der Zeitschrift Tate etc.
- 2011 Künstlerische Leitung der 54. Biennale di Venezia (ILLUMInations)
- Seit 2013 Künstlerische Direktorin der Fondation Vincent van Gogh in Arles
