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Why trust Science?

Am Donnerstag, 30. Juni 2022 spricht die Harvard-Wissenschaftshistorikerin Naomi Oreskes an einem öffentlichen Vortrag auf Einladung des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern über die Vertrauenswürdigkeit der Wissenschaft. Oreskes befasst sich in ihrer Forschung mit Wissenschaftsleugnung, insbesondere mit der Leugnung des Klimawandels und deren Folgen.

Wissen Ärztinnen und Ärzte wirklich, wovon sie sprechen, wenn sie sagen, dass Impfstoffe sicher sind? Sind Klimaexpertinnen und -experten beim Wort zu nehmen, wenn sie uns vor den Gefahren der globalen Erwärmung warnen? Warum sollten wir der Wissenschaft vertrauen, wenn es unsere eigenen Politikerinnen und Politiker nicht tun? Mit diesen und anderen Fragen befasst sich die Wissenschaftshistorikerin Naomi Oreskes. Sie ist Professorin für Wissenschaftsgeschichte und assoziierte Professorin für Erd- und Planetenwissenschaften an der Harvard University (USA). Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem Geschichte der Umweltwissenschaften und Wissenschaftspolitik. In ihren Publikationen setzt sie zur Verteidigung der Wissenschaft an und zeigt auf, was deren Stärke ist.  

Oreskes zeichnet die Geschichte und Philosophie der Wissenschaft vom späten neunzehnten Jahrhundert bis heute nach und erklärt, dass es entgegen der landläufigen Meinung keine einheitliche wissenschaftliche Methode gibt. Vielmehr ergibt sich die Vertrauenswürdigkeit wissenschaftlicher Behauptungen aus dem sozialen Prozess, durch den sie rigoros überprüft werden. Dieser Prozess ist nicht perfekt – das ist er nie, wenn Menschen daran beteiligt sind –, aber sie zieht wichtige Lehren aus Fällen, in denen Forschende sich geirrt haben. Oreskes zeigt, wie der Konsens ein entscheidender Indikator dafür ist, wann eine wissenschaftliche Angelegenheit geklärt ist und wann das erzeugte Wissen wahrscheinlich vertrauenswürdig ist.

Oreskes ist Autorin und Co-Autorin von 7 Büchern und über 150 Artikeln, Essays und Meinungsbeiträgen, darunter Merchants of Doubt (2010), The Collapse of Western Civilization (2014), Discerning Experts (2019), Why Trust Science? (2019), und Science on a Mission: American Oceanography from the Cold War to Climate Change (2021). «Sie ist eine führende Stimme zur Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft und zur Realität des vom Menschen verursachten Klimawandels», sagt Martin Grosjean vom Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern, auf dessen Einladung Oreskes einen Vortrag hält zum Thema «Why trust Science?». 

Das Oeschger-Zentrum für Klimaforschung (OCCR) der Universität Bern lädt Medienschaffende herzlich zum Vortrag ein.

Datum: Donnerstag, 30. Juni 2022 um 15.15 bis 16.30 Uhr
Ort: Universität Bern, Physikalisches Institut, Sidlerstrasse 5, 3012 Bern
Raum 099, Eintritt frei, Vortragssprache Englisch. 

Weitere Informationen sehen Sie hier.

Bitte melden Sie sich unter Angabe Ihres Namens und Mediums bis Mittwoch, 29. Juni 2022, 12:00h an: medien@unibe.ch

Die folgenden Personen stehen für Interviews zur Verfügung:

•    Prof. Naomi Oreskes, Henry Charles Lea Professor of the History of Science, Harvard University
•    Prof. Martin Grosjean, Direktor des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung, Universität Bern

Bitte melden Sie Interviewwünsche ebenfalls an: medien@unibe.ch

Oeschger-Zentrum für Klimaforschung

Das Oeschger-Zentrum für Klimaforschung (OCCR) ist eines der strategischen Zentren der Universität Bern. Es bringt Forscherinnen und Forscher aus 14 Instituten und vier Fakultäten zusammen. Das OCCR forscht interdisziplinär an vorderster Front der Klimawissenschaften. Das Oeschger-Zentrum wurde 2007 gegründet und trägt den Namen von Hans Oeschger (1927-1998), einem Pionier der modernen Klimaforschung, der in Bern tätig war.  
http://www.oeschger.unibe.ch/

22.06.2022