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Ringvorlesung zum Thema Wirtschaftswachstum und Wachstumskritik

In einer interdisziplinären Ringvorlesung an der Universität Bern geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen und Institutionen einen Überblick über zentrale Fragen des Wirtschaftswachstums und der Wachstumskritik. Wie hat sich der Diskurs in den vergangenen 50 Jahren verändert und wo stehen wir heute?

2022 jähren sich Ereignisse, welche die Debatten um die Zukunftsgestaltung unserer Gesellschaften und um Fragen des Wirtschaftswachstums und seine Grenzen wesentlich befeuert haben: 1972 erschien im Auftrag des «Club of Rome» der Bericht «Die Grenzen des Wachstums» und 20 Jahre später, 1992, fand in Rio de Janeiro die erste «Konferenz über Umwelt und Entwicklung» der Vereinten Nationen statt.

Hochschulen erwiesen sich immer wieder als Treiber der Debatten, wie sich die sozioökonomische Entwicklung und der Erhalt der natürlichen Ressourcen miteinander vereinbaren lassen und welche Rolle die Wachstumsfrage dabei spielt. An der Universität Bern wurde im Jahr 2001 der Nationale Forschungsschwerpunkt Nord-Süd etabliert, aus dem 2009 das Centre for Development and Environment (CDE) hervorgegangen ist. Dieses hat sich seither national und international als Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung etabliert.

Interdisziplinäre und international besetzte Ringvorlesung

Eine interdisziplinäre Ringvorlesung, gemeinsam konzipiert vom Centre for Development and Environment (CDE) sowie der Abteilung für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte (WSU) des Historischen Instituts widmet sich im kommenden Frühjahrssemester dem Thema «Wirtschaftswachstum, Wachstumskritik und (Post-)Wachstumsgesellschaft vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart». Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen der Universität Bern, aber auch Referentinnen und Referenten von nationalen und internationalen Universitäten und Fachhochschulen beleuchten die nach wie vor oft stiefmütterlich behandelte Wachstumsdebatte vor dem Hintergrund der Nachhaltigen Entwicklung und gehen der Frage nach, weshalb das Narrativ, Wachstum sei unverzichtbar, selbst in reichen Ländern wie der Schweiz weiterhin so mächtig ist.

Gerne lädt Sie die Universität Bern zu der öffentlich zugänglichen Ringvorlesung ein: Sie findet ab dem 28. Februar bis am 30. Mai jeweils montags von 17.15 bis 18.45 Uhr statt.

Datum: Frühjahrssemester 2022, Ab 28. Februar jeweils montags von 17:15 bis 18:45 Uhr
Ort: Uni Tobler, Lerchenweg 36, Hörsaal F 022
Ausnahme 30. Mai 2022: Hauptgebäude, Hochschulstrasse 4, Raum 101
Teilnahme: Teilnahme kostenlos und nur mit Anmeldung möglich. Bis 15. Februar 2022 unter lehresekretariatne.cde@unibe.ch

Es gelten die jeweils aktuellen Schutzbestimmungen der Universität Bern.

Programm der Ringvorlesung

28. Februar 2022
Prof. Dr. Christian Rohr (WSU), Prof. Dr. Thomas Hammer (CDE) und Dr. Roman Rossfeld (WSU): Einführung

7. März 2022
Prof. Dr. Aymo Brunetti (Universität Bern): Weshalb Wirtschaftswachstum (weiterhin) vorteilhaft ist: Zu einer Kritik der Wachstumskritik

14. März 2022
Prof. Dr. Tobias Werron (Universität Bielefeld): Produktivität durch Konkurrenz? Soziologische Überlegungen zum Verhältnis von Wachstum und Wettbewerb

21. März 2022
Dr. Michaela Christ (Europa-Universität Flensburg): Mehr Licht: Zum Verhältnis von Wachstum und künstlicher Beleuchtung

28. März 2022
Prof. Dr. Daniel Speich (Universität Luzern): Die Erfindung des Bruttosozialprodukts: Wissen über Wirtschaftswachstum in der Globalgeschichte des 20. Jahrhunderts

4. April 2022
Prof. Dr. Mathias Binswanger (FHNW Olten): Der Wachstumszwang – Warum die Volkswirtschaft immer weiterwachsen muss, selbst wenn wir genug haben

11. April 2022
Prof. Dr. Elke Seefried (RWTH Aachen): Die Studie «Grenzen des Wachstums» und ihre Rezeption in Europa: eine Bilanz nach 50 Jahren

25. April 2022
Prof. em. Dr. Reinhold Reith (Universität Salzburg): Vom Umgang mit Rohstoffen in der Geschichte: Strategien der Ressourcennutzung

2. Mai 2022
Prof. Dr. Ulrich Brand (Universität Wien): «Imperiale Lebensweise» als Wachstumstreiber in Nord und Süd: notwendige Alternativen

9. Mai 2022
Dr. Sabin Bieri (CDE, Universität Bern): Von Lückenbüsserinnen und Versorgungslücken: Perspektiven der feministischen Ökonomie auf den Wachstumsdiskurs

16. Mai 2022
Dr. Christoph Bader (CDE, Universität Bern): Nachhaltige Gesellschaft – Das Prinzip der Suffizienz und Zeit als neuer Wohlstand

23. Mai 2022
Dr. Matthias Schmelzer (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Vom Luddismus zu den «limits to growth»: Zu einer Geschichte der Wachstumskritik

30. Mai 2022
Prof. Dr. Irmi Seidl (WSL Birmensdorf, ETH Zürich): Wege in eine Postwachstumsgesellschaft: Konzepte für die Zukunft

Das detaillierte Programm finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Thema

Das Centre for Development and Environment (CDE)

Das Centre for Development and Environment (CDE) ist das schweizerische Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung. Als eines der strategischen Zentren der Universität Bern ist es beauftragt, Nachhaltigkeit gesamtuniversitär in Forschung und Lehre zu verankern. Es stellt seine Forschung und Lehre in den Dienst einer zukunftsfähigen Welt. Ziel ist es, in Abstimmung mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen Wege zur Nachhaltigen Entwicklung aufzuzeigen und Transformationsprozesse anzustossen. Es entwirft Elemente einer engagierten und transformativen Wissenschaft und verknüpft solides wissenschaftliches Handwerk mit inter- und transdisziplinären Analyse- und Transformationsansätzen.

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Historisches Institut

Das Historische Institut ist eine Organisationseinheit der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern. Es verknüpft als einziges Institut dieses Faches in der Deutschschweiz den Ansatz einer erneuerten politischen Geschichte mit Erkenntnissen aus der Kultur- und Geschlechtergeschichte sowie der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte. An der Abteilung für Wirtschafts-, Sozial- und Umwetlgeschichte steht der Mensch im Wechselspiel mit seiner natürlichen Umwelt im Zentrum von Lehre und Forschung. Interdisziplinarität und die enge Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen wie dem Oeschger Centre for Climate Change Research (OCCR) oder dem CDE spielen dabei eine wesentliche Rolle.

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11.02.2022