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Jahresbericht 2021: Wissenschaft unter Dauerdruck

Auch im vergangenen Jahr konnte die Universität Bern zahlreiche Erfolgserlebnisse feiern. Ein Höhepunkt des Jahres 2021 war unbestritten die Rückkehr zum Präsenzunterricht. Der Wissenschaftsstandort Schweiz bleibt jedoch stark gefordert, neben der Pandemie vor allem durch die Folgen des gescheiterten Rahmenabkommens zwischen der Schweiz und der EU.

«Es war wohl das grösste Highlight des letzten Jahres, dass wir dank Covid-Zertifikat zu Beginn des Herbstsemesters wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren konnten», sagt Rektor Christian Leumann zu Beginn seiner Videobotschaft im neuen Jahresbericht. Die Präsenz vor Ort sei entscheidend für den Erfolg der Universität Bern. Als weitere Höhepunkte des Jahres 2021 nennt Leumann die Eröffnung des Center for Artificial Intelligence in Medicine (CAIM) und die Verleihung des schweizerischen Wissenschaftspreises Marcel Benoist an Psychologieprofessor Thomas Berger, einen Pionier der Online-Psychotherapie. Solche digitalen Instrumente sind gerade in einer Pandemiesituation sehr gefragt.

Während der Pandemie sei deutlich geworden, dass die Erwartungen der Politik und der Öffentlichkeit an die Wissenschaft höher seien als das, was die Wissenschaft in kurzer Zeit an gesicherten Fakten liefern kann, wie Rektor Christian Leumann ausführt: «Wir müssen der Gesellschaft besser erklären, wie wissenschaftliche Forschung funktioniert. Dabei ist es essenziell, dass die Wissenschaft ihr klares Profil behält und sich nicht von der Politik instrumentalisieren lässt. Wir müssen unsere Unabhängigkeit und damit das Vertrauen, das wir geniessen, wahren.»

Internationale Zusammenarbeit ist zentral

In der Politik sind die Hochschulen ausserdem darauf angewiesen, dass die Schweiz wieder auf einen Kurs zurückfindet, der stabile Beziehungen zur EU ermöglicht. «Trotz der Übernahme der Finanzierung von Teilen des ERC-Programms durch den Schweizerischen Nationalfonds bleiben wesentliche Benachteiligungen bestehen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizerischen Spitzenforschung nachhaltig gefährden», sagt Rektor Christian Leumann. Auch Virginia Richter, Vizerektorin Entwicklung, betont: «Die Kooperation mit anderen Wissenschaftsinstitutionen insbesondere in Europa ist von grösster Bedeutung für den Erfolg der Universität, für ihre Forschenden und ihre Studierenden.»

Präsenzlehre mit digitalen Erfahrungen kombinieren

Die insgesamt 19‘441 Studierenden der Universität Bern konnten 2021 weitgehend wieder vor Ort sein. Die Rückkehr zum Präsenzunterricht bedeutet aber nicht, dass die Erkenntnisse aus der digitalen Lehre verloren gingen. «Es war das Ziel, die Erfahrungen im Bereich der digitalen Lehre zu festigen und mit der Präsenzlehre optimal zu kombinieren», sagt Vizerektor Lehre Fritz Sager.

Wettbewerbsfähigkeit gefährdet

Der Gesamtumsatz der Universität belief sich 2021 auf 938,8 Millionen Franken. Bei den Grundmitteln resultierte ein Verlust von 5,1 Millionen Franken, der sich unter anderem mit den Verzögerungen aufgrund der Coronapandemie erklären lässt. Mit der Einweihung eines neuen Forschungs- und Laborgebäudes an der Murtenstrasse 24-28 wurde jedoch ein wichtiger Schritt getan in der massiven Herausforderung, geeignete Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und so die Leistungsfähigkeit der Universität zu wahren. «Die Erneuerung und Erweiterung der baulichen Infrastruktur bleibt neben den politischen Rahmenbedingungen die grösste Herausforderung für die Universität Bern», bekräftigt Verwaltungsdirektor Markus Brönnimann.

Kreative und erfolgreiche Forschung

Auch im zweiten Pandemiejahr haben Forschende der Universität Bern wichtige Beiträge zu dringlichen Fragen geleistet. «Hier machen sich die Stärken unserer Volluniversität mit einem vielfältigen Fächerkanon bemerkbar», betont Daniel Candinas, Vizerektor Forschung (bis Ende 2021). 

Chancengleichheit fördern

Ein Erfolgserlebnis für die Universität Bern war auch die erfolgreiche und vorbehaltslose Akkreditierung durch den Schweizerischen Akkreditierungsrat. Die Universität Bern erweitert im «Aktionsplan Chancengleichheit 2021–24» das Thema Gleichstellung zwischen Frauen und Männern um weitere Themen wie physische und psychische Beeinträchtigungen, Alter, ethnische und soziale Herkunft, sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität. «Das Ziel ist Chancengleichheit beim Zugang zum Studium und bei den Anstellungen», sagt Vizerektorin Qualität Silvia Schroer.

04.05.2022