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Diskutieren und feiern: Die Gosteli-Gespräche 2022

Marthe Gosteli gründete im Jahr 1982 das Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung und die Gosteli-Stiftung. Nach schwierigen Zeiten der finanziellen Ungewissheit feiert die Stiftung mit ihrem Archiv ihr 40-jähriges Bestehen. Zusammen mit dem Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern IZFG lädt sie zu den ersten «Gosteli-Gesprächen» und zum grossen Jubiläumsfest ein.

Das Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung bricht auf in eine neue Ära. Ende 2020 hat der Bund die Stiftung als Forschungseinrichtung von nationaler Bedeutung eingestuft. Die finanziellen Beiträge von Bund und Kanton Bern sind mittlerweile gesprochen und sichern das Fortbestehen des Archivs zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung. Für die Institution geht damit auch eine stärkere Anbindung an die Forschung einher. Zudem steht die Gosteli-Stiftung seit dem 1. August 2022 unter einer neuen Co-Leitung.

Diskutieren …

Zusammen mit dem Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern IZFG lanciert die Gosteli-Stiftung diesen Sommer eine neue Gesprächsreihe: Die «Gosteli-Gespräche» finden künftig jährlich statt und widmen sich Aspekten rund um die Themenkomplexe Archiv, Frauenbewegung und Forschung. Der Fokus der diesjährigen Auftaktveranstaltung liegt auf der Frage, was «Frauengeschichte» heute bedeutet: «In Zeiten, in denen heftig über Kategorien wie ‘Frauen’ oder ‘Männer’ diskutiert wird, müssen wir uns fragen, wie wir mit dem Begriff ‘Frauengeschichte’ umgehen können und welche Herausforderungen er stellt», sagt Dr. Fabienne Amlinger, Historikerin und Geschlechterforscherin am IZFG. Unter dem Titel «Staying with the Trouble: Frauengeschichte heute» beleuchten eine Keynote, zwei Panels mit Forschenden aus der Deutschschweiz und der Romandie sowie ein Podium verschiedene Aspekte rund um die schweizerische Frauengeschichte und deren Archiv. Die Gosteli-Gespräche finden am Freitag, 19. August 2022, von 09.45 Uhr bis 19.45 Uhr auf dem vonRoll-Areal der Universität Bern statt.

… und feiern

Mit dem Start der Gesprächsreihe begeht die Gosteli-Stiftung ihr 40-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass lädt sie tags darauf, am Samstag, 20. August 2022, zum grossen Jubiläumsfest in Worblaufen ein. Gefeiert werden 40 Jahre bewegte Frauengeschichte, die Institution, deren Gründerin Marthe Gosteli und der erfolgreiche Einsatz zum Weiterbestehen der Gosteli-Stiftung.

Auf die Besucherinnen und Besucher wartet ein reichhaltiges Programm mit offenen Archivzimmern, Berichten von Archivbenutzer*innen, Kinderaktivitäten, Film und Auftritten der Spoken-Word-Performerin Ariane von Graffenried sowie der inFlux Tanzcompagnie Bern. Die edel-skurrilen Kompositionen des Duos The High Horse runden den Anlass ab.

Medienschaffende sind herzlich zur Gesprächsreiche am Freitag, 19. August und zum Jubiläumsfest am Samstag, 20. August eingeladen.  

Gosteli-Gespräche

Datum Freitag, 19. August 2022, 09.45 Uhr bis 19.45 Uhr
Ort Universität Bern, vonRoll-Areal, Fabrikstrasse 6, 3012 Bern, Hörsaal 004
Anmeldung keine Anmeldung erforderlich

Detailliertes Programm

Eintritt frei, Vortragssprachen: Deutsch und Französisch

Jubiläumsfest

Datum: Samstag, 20. August 2022, 14.00 Uhr bis 21.00 Uhr
Ort: Gosteli-Stiftung, Altikofenstrasse 186, Worblaufen
Anmeldung: um Anmeldung bis am Donnerstag, 18. August 2022 an medien@unibe.ch wird gebeten.

Eintritt frei, Vortragssprachen: Deutsch und Französisch

Weitere Informationen:

https://www.gosteli-foundation.ch/de/gosteli-stiftung/aktuelles/save-the-date-gosteli-gespraeche-und-40-jahr-jubilaeum-gosteli-stiftung

Die Gosteli-Stiftung

Das Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung sammelt Quellen zur Geschichte der Schweizer Frauen, bewahrt die Archivalien von Frauenorganisationen und einzelnen Frauen auf und führt eine Fachbibliothek, eine grosse Broschürensammlung und eine Dokumentensammlung von biografischen Notizen.

Das Ziel ist, den vielen Frauen, die Grossartiges geleistet haben, ein Gedächtnis zu geben und die Erinnerungen an sie für die nachfolgenden Generationen zu sichern.

Weitere Informationen zur Gosteli-Stiftung

Das IZFG

Das Interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern IZFG ist in Forschung, Lehre und im Wissensdialog tätig und setzt sich inhaltlich, methodisch und theoretisch mit Geschlecht und Geschlechterfragen auseinander. Am IZFG, das 2001 gegründet wurde, arbeiten zurzeit über 30 Personen aus unterschiedlichen Disziplinen. Geleitet wird das interfakultäre Zentrum von zwei Professorinnen, die an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät sowie an der Philosophisch-historischen Fakultät angesiedelt sind.

Weitere Informationen zum IZFG

Marthe Gosteli

Die Frauenrechtlerin Marthe Gosteli wurde 1917 auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Worblaufen bei Bern geboren. Seit Mitte der 1960er Jahre arbeitete sie ausschliesslich im Dienst der Frauenbewegung. Von 1964 bis 1968 war sie Präsidentin des bernischen Frauenstimmrechtsvereins. Anschliessend war sie Vizepräsidentin des Bundes Schweizerischer Frauenvereine BSF. 1970/1971 präsidierte sie die Arbeitsgemeinschaft der schweizerischen Frauenverbände für die politischen Rechte der Frau. Diese Organisation trug mit ihrem Verhandlungsgeschick mit dem Bundesrat wesentlich zur Annahme des Frauenstimmrechts auf eidgenössischer Ebene bei.

Marthe Gosteli gründete im Jahr 1982 das Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung und die Gosteli-Stiftung. Seit 1995 Ehrendoktorin der Universität Bern, wurde sie 2011 mit dem Menschenrechtspreis der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte ausgezeichnet. Sie verstarb im April 2017 im Alter von 99 Jahren.

 

11.08.2022