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Fünf neue Förderungsprofessuren an der Universität Bern

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) vergibt dieses Jahr 42 Förderungsprofessuren an ausgezeichnete Nachwuchsforscherinnen und -forscher. Fünf der Professuren gehen an Wissenschaftler der Universität Bern.

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat in der 18. Ausschreibung fünf Wissenschaftlern der Universität Bern eine Förderungsprofessur zugesprochen. Die Universität Bern hat damit dieses Jahr erneut eine hohe Erfolgsquote bei den SNF-Förderungsprofessuren erzielt. Daniel Candinas, Vizerektor Forschung: «Fünf von sieben Berner Gesuchen der 2. Selektionsphase wurden für eine Förderungsprofessur berücksichtigt – wir freuen uns über diesen Erfolg.» Die Gesuchsteller konnten im Vorfeld vom Coaching durch das neue Grants Office profitieren. «Die Förderungsprofessuren sind ein sichtbares Ergebnis der starken Nachwuchsförderung, welche ein Teil der universitären ‹Strategie 2021› ist», so Candinas.

Die ausgewählten Berner Wissenschaftler forschen in unterschiedlichen Bereichen wie der Geologie, Physiologie, Innere Medizin, Klima- und Umweltphysik oder Philosophie. Gesamthaft erhalten sie einen Beitrag von total rund 7,7 Millionen Franken. Die Unterstützung durch den Nationalfonds, die durchschnittlich 1,48 Millionen Franken pro Förderungsprofessur beträgt, ist jeweils auf vier Jahre befristet, mit der Möglichkeit auf zwei Jahre Verlängerung. Mit den vergebenen Mitteln können die Wissenschaftler ein Team aufbauen und ein eigenes Forschungsprojekt an ihrem Gastort umsetzen. Der Status der Förderungsprofessoren entspricht dem einer Assistenzprofessur.

Liste der Berner SNF-Förderungsprofessoren

Stéphane Ciocchi

Gastort: Institut für Physiologie
Projekt: Neural circuits of the ventral CA1 hippocampus and context-specific fear memories

Einer giftigen Schlange im Wald zu begegnen, führt zu einer Angstreaktion, während das Betrachten derselben Schlange im Zoo hinter einer Glasscheibe eher unsere Neugier weckt. So spielt der Kontext, in dem bestimmte Lebenssituationen erfahren werden, eine grosse Rolle für unser Verhalten. Der sogenannte ventrale Hippocampus ist eine Hirnregion, die mit der kontextbasierten Regulierung von Emotionen in Verbindung gebracht wird. Ziel von Stéphane Ciocchis Projekt ist, selektive Schaltkreise und Mechanismen in Nervenzellen innerhalb des ventralen Hippocampus zu identifizieren, die kontextuale emotionale Erinnerungen formen. Mittels neurophysiologischen und anderen Methoden soll die Regulierung von Emotionen genauer untersucht werden, um unter anderem Angststörungen zu behandeln.

Jacques Donzé

Gastort: Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin, Inselspital
Projekt: Transition cAre inteRvention tarGeted to high-risk patiEnts To Reduce rEADmission (TARGET-READ): A randomized controlled trial

Patientenwiederaufnahmen nach dem Spitalaustritt sind häufig und mit hohen Kosten  – etwa 2 Milliarden Franken pro Jahr – verbunden. Hauptziel von Jacques Donzé ist es, eine Intervention bei Hochrisikopatienten durchzuführen, um die Rehospitalisationsquote zu reduzieren. Den Patienten in der Interventionsgruppe werden unter anderem eine Schulung und ein Follow-up nach der Entlassung angeboten.

Thomas Frölicher

Gastort: Klima und Umweltphysik, Physikalisches Institut
Projekt: Ocean extremes in a warmer world: Mapping risks for marine ecosystems

Thomas Frölicher untersucht in seinem Projekt, wie sich der Klimawandel auf die Häufigkeit, Intensität und Dauer von Extremereignissen im Ozean, insbesondere von Hitzewellen und anderen biologisch relevanten Grössen wie Ozeanversauerung und Sauerstoffverlust, auswirkt. Mit Hilfe von neusten Beobachtungen und hochauflösenden Klimamodellen werden dabei vergangene und zukünftige Änderungen von Extremereignissen im Ozean untersucht und deren Auswirkungen auf einzelne Lebewesen und ganze Ökosysteme abgeschätzt.

Vincent Lam

Gastort: Institut für Philosophie und Oeschger Zentrum für Klimaforschung
Projekt: The epistemology of climate change

Der Klimawandel stellt eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit dar. Das Forschungsprojekt von Vincent Lam zielt darauf ab, die methodologischen und erkenntnistheoretischen Grundlagen der Klimatologie und Klimamodellierung zu untersuchen und zu klären. Dazu werden die Werkzeuge der Wissenschaftstheorie genutzt, um den Herausforderungen des Klimawandels – vor allem in Hinblick auf lokale, regionale Klimamodellierung und Entscheidungsfindung auf nationaler Ebene wie etwa in der Schweiz – mit der bestmöglichen Unterstützung zu begegnen. Ein besonderer Fokus liegt auf Verstehensprozessen und ihren Rollen in der Klimatologie.

Pierre Valla

Gastort: Institut für Geologie
Projekt: Glacier dynamics and erosion patterns over the last glacial cycle: implications for reconstructing Alpine paleo-climatic conditions

Ziel des Projektes ist es, aus geologischen Ablagerungen die Fluktuation der Gletscher, die paläoklimatischen Bedingungen sowie die Erosionsmuster innerhalb der Schweizer Alpen und deren Vorland zu rekonstruieren. Neu zu entwickelnde Datierungsmethoden sowie numerische Modelle, die die Entwicklung der Eismassen beschreiben, sollen genutzt werden, um ein besseres Verständnis für die Erosion durch Gletscher und den Transport von Sedimenten unter Gletschern zu entwickeln.

02.03.2017