Prof. Dr. Albert Zink, Institut für Mumienforschung, Eurac Research, Bolzano

Piltdown-Mensch und Fake-Mumien – Fälschungen in der Anthropologie und Mumienforschung

Mittwoch, 19.02.2020, 18:15 Uhr

Bild von Albert Zink

Veranstaltende: Collegium generale
Redner, Rednerin: Prof. Dr. Albert Zink, Institut für Mumienforschung, Eurac Research, Bolzano
Datum: 19.02.2020
Uhrzeit: 18:15 - 19:45 Uhr
Ort: Auditorium maximum
Hauptgebäude
Hochschulstrasse 4
3012 Bern
Merkmale: Öffentlich
kostenlos

Zusammenfassung des Referats

Fälschungen sind ein Phänomen, das neben anderen Wissenschaftsrichtungen auch in der Anthropologie und Mumienforschung immer wieder anzutreffen ist. Diese reichen dabei von eher harmlosen Täuschungsversuchen, bis hin zu gezielten Betrugsdelikten, mit zum Teil erheblichen wissenschaftlichen bis hin zu strafrechtlichen Konsequenzen. Einer der ersten und wohl bekanntesten Fälschungen stellt der vermeintliche Fund eines Frühmenschen dar, der 1912 in Südostengland gefunden wurde und als Übergangsform („missing link“) zwischen Menschenaffen und Mensch angesehen wurde. Erst im Jahre 1953 wurde der sogenannte Piltdown-Mensch schließlich als Fälschung entlarvt. 

Eine häufige Form von Fälschungen findet sich auch bei ägyptischen Mumien. So wurden insbesondere gefälschte Tiermumien bereits zu historischen Zeiten hergestellt, um den hohen Bedarf an Opfergaben im alten Ägypten zu stillen. Menschliche Fake-Mumien wurden zudem oft in jüngerer Zeit im Zuge des Handels mit altägyptischen Objekten angefertigt und verkauft. Daneben kommt es in den Medien gelegentlich zu Meldungen von angeblichen Mumienfunden, die sich bei genauerer Nachforschung als Irrtümer oder Täuschungen erweisen. 

In dem Vortrag wird das Thema Fälschungen aus der Sicht der Anthropologie und Mumienforschung erörtert und anhand von Beispielen anschaulich dargelegt. 

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