Prof. Dr. Volker Reinhardt, Departement für Geschichte, Universität Freiburg

Das Papsttum und seine Fälschungen in der Renaissance. Texte – Bilder – Einsprüche

Mittwoch, 26.02.2020, 18:15 Uhr

Bild von Volker Reihnardt

Veranstaltende: Collegium generale
Redner, Rednerin: Prof. Dr. Volker Reinhardt, Departement für Geschichte, Universität Freiburg
Datum: 26.02.2020
Uhrzeit: 18:15 - 19:45 Uhr
Ort: Auditorium maximum
Hauptgebäude
Hochschulstrasse 4
3012 Bern
Merkmale: Öffentlich
kostenlos

Zusammenfassung des Vortrags

Das Constitutum Constantini mit der darin enthaltenen "Konstantinischen Schenkung", die dem Papsttum die Hoheit über alle weltlichen Gewalten der Christenheit einräumt, ist eines der berühmtesten und wirkungsmächtigsten Fakes der Geschichte, und zwar vor allem dadurch, dass die Hauptaussagen dieser angeblich von Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert n. Chr. ausgestellten Urkunde in grossen Fresken anschaulich und eingängig vor Augen geführt wurden. Jahrhundertelang von den mittelalterlichen Kaisern bekämpft und in seiner Authentizität bestritten, wurde das Constitutum von dem grossen Humanisten Lorenzo Valla 1440 mit souveränen Methoden der Quellenkritik als Fälschung erwiesen, doch von den Päpsten weitere anderthalb Jahrhunderte lang als gültig verteidigt und erst um 1600 auf sehr differenzierte Weise neu bewertet. Der Vortrag zeichnet die Konfliktgeschichte dieses Fakes in grossen Linien nach und deutet das dazugehörige Bildmaterial erstmals im gesamten Kontext.

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