Dürrenmatts Welten – Literatur, Recht, Psychiatrie und mehr

"[…] ich treibe auch mit dem Stift furchtbar gern Unsinn […]". Friedrich Dürrenmatt als Karikaturist

Mittwoch, 21.04.2021, 18:15 Uhr

Bild von Prof. Dr. Régine Bonnefoit, Kunstwissenschaft, Université de Neuchâtel

Veranstaltende: Collegium generale
Redner, Rednerin: Prof. Dr. Régine Bonnefoit, Université de Neuchâtel
Datum: 21.04.2021
Uhrzeit: 18:15 - 19:45 Uhr
Ort: Die Vorlesung
findet via Zoom statt.
Schreiben Sie cg@cg.unibe.ch für den Link
Es gibt keine Präsenzveranstaltung
Merkmale: Öffentlich
kostenlos

Zusammenfassung des Referats

Der Vortrag stellt Friedrich Dürrenmatt als Zeichner von Karikaturen vor. Das Karikieren war für ihn ein vitales Bedürfnis. Dies bezeugt die Tatsache, dass sich Dürrenmatt zeitlebens mit humoristischen Bildern umgab. 1952 schreibt er über diese Kunstgattung: «Nun besitzt ja die Karikatur, wie alle Geschosse des Witzes, eine nicht geringe Durchschlagskraft, und das Lachen ist nicht immer allein ihr Endzweck, sondern oft nur die Detonation ihres Einschlags […].» Dürrenmatt beschreibt in dieser Passage eindrücklich die Schlagkraft dieser Kunstform, die es wie keine andere beherrscht, mit nur wenigen Strichen einen pointierten Kommentar zu einem Sachverhalt abzugeben. Sein Hang zum Grotesken und zur satirischen Verzerrung ist nicht nur in seinem bildnerischen Schaffen, sondern auch in seinem literarischen Werk allgegenwärtig. 1978 kommentierte Dürrenmatt diese Tatsache mit den Worten: «Ich weiss, ich karikiere gern, ich treibe auch mit dem Stift furchtbar gern Unsinn, aber das mache ich ja im Schreiben auch […].» Sein Humor, der nach Dürrenmatts eigener Aussage «nie zu unterschätzen» und «überall wirksam» sei, durchzieht sein schriftliches und bildnerisches Werk wie ein roter Faden.

Homepage von Prof. Dr. Régine Bonnefoit, Kunstwissenschaft, Université de Neuchâtel