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Kräuter und Destillation fürs Leben

Der erste Band von Gessners De remediis secretis (Signatur: MUE Rar alt 7180) erschien erstmals 1552 unter dem Pseudonym Euonymus Philiater in Latein und deckt praktische Erkenntnisse aus den Gebieten Medizin, Pflanzenkunde und Chemie ab.

Im Vordergrund steht die Kunst der Destillation. Mit dem abgebildeten Wollekondensator konnten Stoffe getrennt, filtriert und mit dem Bain-Marie konstant erwärmt werden. Gesners Erkenntnisse stammten aus älteren Quellen, Diskussionen mit anderen Gelehrten sowie Tier- und Selbstversuchen.

De raris et admirandis herbis (Signatur: MUE AD 89) untersucht sog. Mondkräuter, die angeblich nachts leuchten, und enthält die Abbildung des Sonnentaus, einer fleischfressenden Pflanze in Irland.

Ein Jahr nach Gessners Tod erschien bereits seine Biographie, verfasst von Josias Simmler (Signatur: MUE Klein n44 : 1). Sie enthält im Anhang exemplarische Pflanzenbilder, z.B. den Terpentinbaum.

Die Bilder Gessners lebten weiter, beispielsweise in den Werken von Casimir Christoph Schmiedel und Pietro Andrea Mattioli. Der italienische Arzt und Botaniker übernahm Illustrationen von Gessner in seinem Kräuterbuch (Signatur: MUE Zesa 11), das ursprünglich 1571 lateinisch erschien. Hier zum Vergleich der Terpentinbaum.