500 Jahre Thomas Schöpf

Thomas Schöpf war von 1565 bis zu seinem Tod im Jahr 1577 Stadtarzt in Bern und durfte in dieser Position die Stadt nicht verlassen. Trotzdem steht sein Name steht für die erste grosse Karte der Stadtrepublik Bern. Die südausgerichtete Wandkarte auf 18 Blättern, die zusammengesetzt die eindrücklichen Masse von über 1,3 auf 1,9 Meter ergeben, wurde in zwei Auflagen 1578 und 1672 gedruckt und blieb in ihrem Detailreichtum über zwei Jahrhunderte hinweg unübertroffen. Sie basiert auf einer handschriftlichen Landesbeschreibung in Textform, einer sogenannten Chorographie, die eine umfangreiche Erhebung geografischer Daten in lateinischer Sprache enthält.

Schöpf wurde 1520 in Breisach geboren. Die Universitätsbibliothek Bern, deren Entstehung in dasselbe Jahrzehnt fällt, nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, an die herausragende Leistung der Schöpfkarte mit einer Ausstellung in der Bibliothek Münstergasse ab März 2020 zu erinnern. Das gleichzeitig erscheinende Themenheft der Cartographica Helvetica ist abgesehen von der Rezeptionsgeschichte der Karte biografischen, kartografischen, historischen, sprachlichen und archivarischen Fragen gewidmet und bringt damit die Schöpfkarten-Forschung auf den neusten Stand.

Zur Schöpfkarte (1672) in der UB Bern
Zum ersten Teil / zweiten Teil der Chorographie im Staatsarchiv des Kantons Bern
Zur Übersetzung der Chorographie ins Deutsche

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