Coronavirus: Informationen für Forschende

Allgemeines

Der Krisenstab beobachtet die steigenden Zahlen an Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 nach den aktuellen Lockerungen mit Sorge und fordert alle Mitarbeitenden auf, durch ihr Verhalten während der Arbeit und im privaten Umfeld ihren Beitrag zu leisten, dass die Situation nicht eskaliert.

Die Gefahr durch SARS-CoV-2 ist in unserer Gesellschaft noch nicht gebannt und lokale Infektionsherde, die ausser Kontrolle geraten könnten, stellen auch an der Universität Bern und unserem Umfeld eine realistische Bedrohung dar. Deswegen braucht es auch im Forschungsbereich weiterhin einen behutsamen und verantwortungsvollen Umgang bei der Planung der Aktivitäten und das Einhalten der allgemeinen und spezifischen Schutzkonzepte.

Es gilt, dass Forschungsaktivitäten, die eine physische Präsenz an der Universität bedingen, nur unter klar definierten Voraussetzungen und erhöhter Wachsamkeit bezüglich der Ausbreitung des Virus erfolgen sollen.

Sämtliche Mitarbeitende im Forschungsbetrieb tragen durch ihr verantwortungsvolles Verhalten während der Arbeit und im privaten Bereich dazu bei, dass die Universität Bern weiter von relevanten Infektionsherden verschont bleibt und die Forschungsaktivitäten sich schrittweise dem Normalbetrieb annähern können. Ziel ist eine inhaltlich weitgehend normale Forschungsaktivität in der Phase des «angepassten Containments», welche allerdings noch längere Zeit andauern dürfte.

Personen, die aus einem Staat oder einem Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko in die Schweiz einreisen (Liste), müssen zwingend für 10 Tage in die Quarantäne. Dies bedeutet:

  • Gehen Sie sofort nach der Einreise in Ihr Zuhause oder eine andere geeignete Unterkunft. 
  • Sie müssen sich während 10 Tagen nach Ihrer Einreise ständig dort aufhalten.
  • Melden Sie Ihre Einreise innerhalb von zwei Tagen dem Kanton Bern (Formular)

Im Merkblatt finden Sie alle nötigen Informationen.

Wichtig für Mitarbeitende: Wer trotz Reisewarnung des Bundes in ein Risikoland reist, hat während der anschliessenden Quarantäne keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn die Arbeit nicht im Homeoffice geleistet werden kann.

Die Universitätsleitung ist sich bewusst und darum besorgt, dass die Auswirkungen der aktuellen Situation auf den Nachwuchs in verschiedenster Hinsicht herausfordernd und oft auch belastend sind. Sie ist bereit, gemeinsam mit den Instituten und Fakultäten bei relevanten Problemen zu angemessenen Lösungen beizutragen. Insbesondere werden belegte Verzögerungen in Forschungsvorhaben aufgrund von Covid-19 von der Universitätsleitung als Grund für die Verlängerung eines Arbeitsverhältnisses über die maximale Anstellungsdauer hinaus akzeptiert, wenn dies mit den involvierten Instituten und Fakultäten als zielführender Lösungsansatz vereinbart wurde.

Es soll vermieden werden, dass infolge der Einschränkungen laufende Qualifikationsarbeiten (Doktorate, Habilitationen) nicht zu Ende geführt werden können. Verantwortlich und erste Ansprechpersonen sind die jeweiligen Vorgesetzten, welche im Rahmen von Standortgesprächen die Situation individuell mit den Nachwuchsforschenden besprechen und in den Doktorats-, Postdoc- oder MAG-Vereinbarungen entsprechende Anpassungen vornehmen. Besonders sollte hierbei berücksichtigt werden, dass Personen mit Betreuungsverpflichtungen oder anderen erschwerenden Konstellationen in ihrer Forschung und Publikationstätigkeit zum Teil stark eingeschränkt waren oder sind. Hier gilt es, nach individuellen Lösungen zu suchen und im Forschungsteam mit Flexibilität auf die veränderten Bedürfnisse zu reagieren. Lösungen werden in erster Linie innerhalb der Institute/Forschungsgruppen, allenfalls innerhalb der Fakultäten gesucht.

Beratung finden Sie bei folgenden Ansprechstellen

Personen, die in die Schweiz einreisen und sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 10 Tagen vor der Einreise in einem Staat oder Gebiet mit erhöhtem Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gemäss der Empfehlungen für Reisende des BAG aufgehalten haben, sind verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben. Sie müssen sich während 10 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort aufhalten (Quarantäne).

Für Mitarbeitende der Universität gilt zusätzlich:

Mitarbeitende, die aus Risikoländern einreisen, sind für Tätigkeiten in Liegenschaften der Universität Bern während 10 Tagen ausgeschlossen.

Vor Antritt der Reise in Risikoländer ist die Rückkehr und Aufnahme von Tätigkeiten mit den Vorgesetzten zu regeln.

Für Rückreisende aus Risikoländern besteht kein Anspruch auf bezahlten Kurzurlaub, wenn der Grundauftrag nicht vom Homeoffice aus erfüllt werden kann.

Es wird empfohlen, Reisen ins Ausland zu begrenzen und Reisen in Risikoländer zu vermeiden.

Weiterführende Informationen finden Sie  beim Staatssekretariat für Migration (SEM).

FAQ (gemäss BE-Info-Flash)

Trotz Reisewarnung des Bundes verbringe ich meine Ferien in einem Risikogebiet. Welche Konsequenzen kann dies nach der Rückkehr haben?

Seit 6. Juli 2020 müssen alle Personen, die in vom Bund bezeichnete Risikogebiete einreisen, nach ihrer Rückkehr zehn Tage in Quarantäne. Die Liste der Länder wird laufend angepasst. Wer trotz Reisewarnung in diese Länder reist, hat keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung während der Quarantäne, wenn die Arbeit nicht im Homeoffice geleistet werden kann. Die ausgefallene Arbeitszeit muss über Jahresarbeitszeit-, Ferien-und Langzeitkontoguthaben oder unbezahlten Urlaub kompensiert werden. Bricht die Krankheit aus, kann das kantonale Personalamt auf Antrag der Anstellungsbehörde den Lohn wegen Grobfahrlässigkeit kürzen oder ganz einstellen.

Unter welchen Umständen wird der Lohn auch in der Quarantäne gezahlt?

War bei der Abreise noch nicht bekannt, dass das Reiseland auf der Liste der Staaten und Gebiete mit erhöhtem Ansteckungsrisiko ist, wird als erstes geprüft, ob in der Quarantänezeit Homeoffice möglich ist. Ist dies nicht möglich, kann diese Zeit als Soll-Arbeitszeit gebucht werden. Bricht die Krankheit aus, besteht Anspruch auf Lohnfortzahlung wie bei jeder anderen Krankheit.

Ich habe meine Ferien nicht in einem Risikogebiet verbracht, habe keine Krankheitssymptome und gehe freiwillig in Quarantäne. Habe ich trotzdem Anspruch auf Lohnfortzahlung?

Nein. Die ausgefallene Arbeitszeit muss über Jahresarbeitszeit-, Ferien-und Langzeitkontoguthaben oder unbezahlten Urlaub kompensiert werden.

Kann mich der Arbeitgeber bei meiner Rückkehr aus einem Risikogebiet zu einem Covid-19-Test verpflichten?

Nein. Ordnet der Bund für Rückkehrende aus bestimmten Ländern die Quarantäne an, wäre ein Covid-19-Test unverhältnismässig. Zulässig ist aber in dieser Situation, die Temperatur zu messen. Bei Verdacht auf Erkrankung kann der Arbeitgeber Mitarbeitende nach Hause schicken.

Schutzkonzept

Die Universität Bern sieht für Forschungseinrichtungen ein 4-stufiges, risikoadaptiertes Schutzkonzept vor, welches aus einer Kombination von allgemeinen und spezifischen Massnahmen besteht.

  • Anfahrtsweg: Meiden Sie den ÖV zu Stosszeiten und Tragen Sie bei Nutzung des ÖV eine Maske. Wo möglich, weichen Sie auf das Fahrrad oder den Individualverkehr aus.
  • Social Distancing: Es gilt weiterhin ein limitierter Personenverkehr in den Forschungseinrichtungen der Universität und Abstand-Halten. Dies hat Auswirkungen auf die Anzahl zugelassener Personen pro Raum. Aktuell gilt: 1.5 m Abstand im Arbeitsbereich und mindestens 4 m2 pro Mitarbeiterin / Mitarbeiter in geschlossenen Räumen.
    Wo aus betrieblichen Gründen die Distanzregeln nicht durchgehend eingehalten werden können, gilt eine Pflicht für das Tragen einer Mund-Nasen-Maske. Die Universität kann jeder Person im Forschungsbetrieb eine wiederverwertbare, waschbare Maske (Typ II) abgeben. Diese Masken sind keine medizinisch zertifizierten Schutzmasken, sondern einfache Mund-Nasen-Masken.
  • Hygienemassnahmen: Das Waschen und Desinfizieren der Hände nach Kontakten, Berühren von Türklinken und Oberflächen sowie nach der Nutzung von Toiletten ist eine wichtige Schutzmassnahme. Toilettenspülungen sollten wegen der Aerosolbildung nur bei geschlossenem Deckel aktiviert werden. 
    Laboratorien und andere geöffnete Forschungseinrichtungen haben den Mitarbeitenden Desinfektionsmittel und nach Möglichkeit ebenfalls Hautschutzmittel zur Verfügung zu stellen.
  • Gefährdete Personen schützen: Der Schutz der Gesundheit, insbesondere bei besonders gefährdeten Personen, hat oberste Priorität. Im Zweifelsfall sind individuelle ärztliche Risikoeinschätzungen für potenziell gefährdete Personen einzuholen.
  • Nachvollziehbarkeit der Kontakte (Tracing): Um die Personenkontakte (länger als 15 Minuten und näher als 1.5 Meter) im Fall einer Infektion mit SARS-CoV-2 nachvollziehen zu können (Traceability), ist jede Person, die im Forschungsbetrieb arbeitet, verpflichtet, ein persönliches und täglich nachgeführtes Logbuch (digital oder per Formular) zu führen. Dieses Logbuch soll folgende Angaben enthalten: Datum, besuchte Orte im Universitätscampus (Raumnummer, ungefähre Zeitangaben), Personenkontakte (Name, Funktion), ausgeführte Arbeiten. Das Logbuch ist 4 Wochen aufzubewahren und ist grundsätzlich persönlich und vertraulich. Es muss jedoch gegenüber dem Vorgesetzten jederzeit ausgewiesen werden können, dass ein aktuelles und personalisiertes Logbuch geführt wird. Im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2 werden die Mitarbeitenden eingeladen, das Logbuch den zuständigen geschäftsführenden Direktionen zur Identifikation der möglichen Infektionskette offenlegen.
    Der Krisenstab empfiehlt, als Alternative zum persönlichen Logbuch, die Nutzung der Swiss Covid App Swiss Covid App. Diese kann aber nur zielführend eingesetzt werden, wenn sich alle Mitglieder eines Arbeitsteams dazu entschliessen, diese App zu installieren und zu nutzen. Falls diese Bedingung erfüllt ist, entfällt die Pflicht, ein persönliches Logbuch zu führen.
  • Limitierung der Personenkontakte: Der Krisenstab empfiehlt nach wie vor, die Einteilung der Forschenden in einen Schichtbetrieb oder in strikte voneinander getrennt arbeitende Teams (Schichtentkopplung) zu prüfen, dies vor allem dort, wo enge räumliche Verhältnisse das Einhalten der Distanzregeln erschweren.
  • Übersicht über die Forschungsaktivität: Das Ticketing-System für die Bewilligung von allgemeinen Forschungsprojekten entfällt per 1. Juli 2020. Existierende «Tickets» werden überführt in Projektlisten, welche durch die Institute/Departemente zwingend nachzuführen sind. Die Institutsdirektorinnen und -direktoren sind verantwortlich für das korrekte Nachführen der Projektlisten. Diese enthalten Informationen zu den involvierten Personen, der ausgeübten Tätigkeit und der grundsätzlichen Art des Projektes. Im Falle einer Situation, in der neue Massnahmen zur Kontrolle der Virusausbreitung nötig würden, bilden diese Listen die Basis für die Koordination allfälliger Massnahmen, die der Krisenstab ergreifen müsste. Nachgeführte Projektlisten sind innert 12 Stunden auf Anfrage dem Krisenstab zur Verfügung zu stellen. 
  • Für in vivo Versuche gilt das Ticketing-System nach wie vor und das Experimental Animal Centre (EAC) bleibt die zuständigen Bewilligungsinstanz (interner Link). Besonders in diesem Bereich ist eine behutsame Strategie nötig, die im Falle von Rückschlägen ein «Up and Down» verhindert. Personen mit Verantwortung in diesem Bereich bleiben in Kontakt mit dem EAC.
  • Jeder Forschungsbetrieb bezeichnet und meldet der Fachstelle Risikomanagement via Dekanat Änderungen in der bestehenden Sicherheitsorganisation (Liste der GeSiBe). In der Regel ist pro universitäre Einheit ein GeSiBe (mit Stellvertreterfunktion) benannt. Bei komplexeren Institutionen in unterschiedlichen Liegenschaften sind durch die geschäftsführenden Direktionen weitere Kontaktpersonen für Arbeitssicherheit (KOPAS) für klar definierte Räumlichkeiten zu bezeichnen.
  • Die GeSiBe sind im Auftrag der Geschäftsführenden Direktion beauftragt, die Einhaltung dieses Schutzkonzeptes umzusetzen und haben diesbezüglich Weisungsrecht.
  • Mitarbeitende der Universität Bern mit möglicher Sars-CoV-2 Infektion und Krankheitssymptomen können sich auf Wunsch im Universitären Notfallzentrum (UNZ) des Inselspitals testen lassen. Die Universität Bern hat mit dem UNZ eine Vereinbarung geschlossen, wonach diese Testung unkompliziert erfolgen kann. Sie können sich während der Servicezeiten (täglich 10:00 - 17:00h) am Empfang der Notfallstation melden und mit der UNICARD identifizieren. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Den Mitarbeitenden entstehen dadurch keine Kosten. Die Rechnungstellung erfolgt an die Universität Bern. Die Resultate des Abstrich liegen innerhalb von 36 Stunden vor. Im Fall eines positiven COVID-19 Resultates werden die Patienten und Patientinnen telefonisch informiert. Negative Resultate werden nicht kommuniziert. In dringenden Fällen oder ausserhalb der Servicezeiten kann ein Abstrich im Rahmen einer regulären medizinischen Konsultation durchgeführt werden. Auch hier ist eine telefonische Anmeldung nicht nötig, eine Krankenkassenkarte jedoch erforderlich.
  • Im Falle einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-Cov-2 erfolgen die vom BAG vorgesehenen Massnahmen, welche den Mitarbeitenden von ärztlicher Seite abgegeben werden.

Sicherheitsorganisation

Die Institutsdirektorinnen und -direktoren sowie Abteilungsleiterinnen und -leiter sind in ihrer Einheit verantwortlich für die Arbeitssicherheit, den Gesundheitsschutz und die Umweltsicherheit und verfügen über eine(n) Gesundheitsschutz- und Sicherheitsbeauftragte(n) (GeSiBe).

Je nach Grösse der Universitären Einheit bestimmen die Direktionen weitere Kontaktpersonen für Arbeitssicherheit (KOPAS). Sie legen entsprechend einen Funktionsbeschrieb für die GeSiBe bzw. KOPAS fest, betrauen eine für die Wahrnehmung der Funktion taugliche Person mit den entsprechenden Aufgaben und Kompetenzen und bewilligen ausreichend Zeit, finanzielle Mittel und weitere Ressourcen, um diese Aufgabe umsetzen zu können.

Zu beachten ist, dass die Verantwortung in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltsicherheit zwingend bei der Institutsdirektion bzw. Abteilungsleitung liegt und nicht auf die GeSiBe bzw. KOPAS übertragen werden kann. Entsprechende Ausführungen dazu finden sich auch in den Richtlinien der Universitätsleitung zu Aufgaben und Anstellung von ordentlichen und ausserordentlichen Professorinnen und Professoren an der Universität Bern vom 23. August 2011 und sowie im Merkblatt «Übersicht über die wichtigsten Aufgaben der geschäftsführenden Instituts-Direktoren und Instituts-Direktorinnen» vom 20. Dezember 2009/06.10.20152.

Weitere Erläuterungen zu den Verantwortlichkeiten in der Sicherheitsorganisation finden Sie im Leitfaden Sicherheit und Umwelt der Fachstelle Risikomanagement.

COVID-19 Informationen für Gesuchstellende und Projektverantwortliche

Auf der uniinternen Webseite zu Forschung finden Sie aktuelle COVID-19 Informationen von SNF, EU Horizon 2020, US NIH und US DoD für Gesuchstellende sowie für laufende Drittmittelprojekte. Die Webseite ist innerhalb des Uni- und Inselspitalnetzes oder via VPN zugänglich. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte das Grants Office.

Webseite mit den wichtigsten Studien und Richtlinien im Zusammenhang mit Covid-19

Auf der Website www.update-covid.ch, einer Plattform der Taskforce Wissensmanagement des Inselspitals und der Universität Bern, finden Sie eine aktuelle Sammlung der wichtigsten Studien und Richtlinien in Zusammenhang mit Covid-19. Zielgruppe sind Angehörige der Gesundheitsberufe aller Fachrichtungen.

So schützen wir uns - Hygiene Empfehlungen vom BAG