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Neuanstellungen und Ehrungen

Ordentlicher Professor für Geographie und nachhaltige Entwicklung

Für die neu geschaffene Professur für Geographie und nachhaltige Entwicklung hat der Regierungsrat auf den 1. Juni 2009 Hans Hurni angestellt.

Hans Hurni (58) ist in Erlenbach im Simmental aufgewachsen und hat an der Universität Bern Geographie, Mathematik und Geologie studiert. Nach rund drei Jahren Feldaufenthalt in Äthiopien promovierte er 1980 zu Klimawandel und Umweltproblemen, worauf er mit seiner Familie nochmals sieben Jahre in dem krisengeschüttelten Land verbrachte und schliesslich 1991 zum Thema Bodenerosion und nachhaltiger Bodennutzung an der Philosophisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern habilitierte.
Die neue Stelle wurde zur Verwirklichung der «Strategie 2012» der Universität Bern errichtet, insbesondere zur Umsetzung des universitären Profilierungsthemas «Nord-Süd: Bewältigung des globalen Wandels» sowie des Nationalen Forschungsschwerpunkts «NCCR North-South», den Hans Hurni gemeinsam mit Urs Wiesmann initiierte und seit 2001 auch leitet. Weitere Initiativen der Universität Bern sind die Bildung eines universitären Forschungszentrums «Entwicklung und Umwelt», sowie die Einrichtung einer Graduiertenschule «Globaler Wandel, Innovation und nachhaltige Entwicklung», letztere gemeinsam mit den Universitäten Basel und Zürich sowie weiteren Partnerinstitutionen. Zu diesen wichtigen institutionellen Neuerungen soll die neue Stelle ebenfalls beitragen.

Ordentlicher Professor für Wirtschaftsinformatik

Als Nachfolger von Gerhard Knolmayer hat der Regierungsrat Jens Dibbern zum ordentlichen Professor für Wirtschaftsinformatik gewählt. Er übernimmt die Abteilung Information Engineering am Institut für Wirtschaftsinformatik. Seine Stelle hat er am 1. Juni 2009 angetreten.

Jens Dibbern (38) wuchs in Erlangen auf und studierte nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Universität Bayreuth Betriebswirtschaftslehre. Nach seinem Abschluss als Diplomkaufmann im Jahr 1998 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrum für Fragen der Mittelständischen Wirtschaft e.V. sowie am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Universität Bayreuth. Während dieser Zeit absolvierte er einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt an der University of Houston, im Bundesstaat Texas (USA). Seine Promotion schloss er 2003 in Bayreuth ab und wurde hierfür mit dem Alcatel SEL Dissertationspreis ausgezeichnet. Danach folgte er als wissenschaftlicher Assistent seinem «akademischen Vater» an die Universität Mannheim. Dort half er beim Aufbau einer Forschungsgruppe im Bereich Wirtschaftsinformatik, welche durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Landesstiftung Baden-Württemberg und das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Im Rahmen dieser Tätigkeit habilitierte er sich im April 2009. Im Zentrum seines Forschungsinteresses steht die inner- und zwischenbetriebliche Koordination sowohl von Aufgaben der Informationserarbeitung als auch von Geschäftsprozessen. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Frage, ob und wie mit Hilfe innovativer Internet-basierter Dienste die Koordination räumlich und zeitlich getrennter Personen und Gruppen verbessert werden kann.

Ordentlicher Professor für Isotopengeologie

Als Nachfolger von Jan Kramers hat der Regierungsrat Klaus Mezger auf den 1. Juli zum ordentlichen Professor für Isotopengeologie gewählt.

Klaus Mezger (51) hat an der Universität Würzburg und an der State University of New York at Albany (USA) studiert und promovierte an der State University of New York at Stony Brook. Danach war er Postdoktorand an der University of Michigan in Ann Arbor (USA) und ab 1991 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max Planck-Institut für Chemie (Otto Hahn-Institut) in Mainz. Die Habilitation erfolgte 1995 an der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz. Ab 1997 war er Professor für Geochemie und Leiter des Zentrallaboratoriums für Geochronologie an der Universität Münster. Im Zentrum seiner Forschungstätigkeit stehen die Altersbestimmungen an Mineralen und Gesteinen sowie wie chemische und geologische Entwicklung der Erde und ihrer benachbarten Planeten.

Ordentlicher Professor für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie

Als Nachfolger von Rudolf Häusler hat der Regierungsrat Marco-Domenico Caversaccio zum ordentlichen Professor für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie gewählt. Er tritt seine Stelle am 1. August 2009 an. Vom Verwaltungsrat des Inselspitals wurde er ausserdem zum Chefarzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie gewählt.

Marco Caversaccio (48) ist in Solothurn aufgewachsen, studierte Humanmedizin und schloss 1990 ab. Nach seiner Zeit als Assistenzarzt promovierte er 1993 an der Universität Genf. Die Facharztausbildung absolvierte Caversaccio von 1992 bis 1995 an der Universitätsklinik des Inselspitals Bern sowie an der Technischen Universität in München. 1996 schloss er als Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie und zwei Jahre später als Facharzt für den Schwerpunkt «Hals- und Gesichtschirurgie» ab. Seine Forschertätigkeiten vertiefte er am Imperial College of Sciences in London. Im Jahr 2004 habilitierte er sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Bern und begann im gleichen Jahr, das Führungsgremium des Nationalen Forschungsschwerpunkts «CO-ME» mitzuleiten. Dazu gehört unter anderem die Entwicklung der Navigation von chirurgischen Instrumenten sowie Implantationsprototypen für minimal invasive Eingriffe an der vorderen und lateralen Schädelbasis. Von 2005 bis 2009 war Caversaccio stellvertretender Chefarzt an der HNO-Universitätsklinik des Inselspitals Bern. 2008 wurde er zum assoziierten Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Bern ernannt. Eine wichtige Rolle hält er im Forschungszentrum ARTORG «Artificial Organ Center for Biomedical Engineering Research» inne.

Ordentlicher Professor für Politikwissenschaft

Als Nachfolger von Wolf Linder hat der Regierungsrat Adrian Vatter zum ordentlichen Professor für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Schweizer Politik gewählt und zum Mitdirektor des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Bern bestimmt. Er tritt seine Stelle am 1. August 2009 an.

Adrian Vatter (44) ist in Zürich und Bern aufgewachsen und hat an der Universität Bern Volkswirtschaft und Politikwissenschaft studiert. Nach der Promotion im Jahr 1993 absolvierte er ein Post Doc an der University of California in Los Angeles (USA) und gründete daraufhin eine private Firma für Politikforschung und Beratung in Bern – Büro Vatter AG mit heute 5 Mitarbeitern. Zwischen 1996 und 2001 wirkte er als Lehrbeauftragter an der Universität Basel und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich sowie als Oberassistent an der Universität Bern, wo er sich habilitierte. 2001 erhielt er eine Assistenzprofessur für Politikanalyse und –evaluation an der Universität Bern bevor er 2004 an die Universität Konstanz als ordentlicher Professor für Politische Theorie und Politikanalyse berufen wurde. Anfang 2008 wechselte er an die Universität Zürich, wo er die Leitung des Lehrstuhls für Schweizer Politik übernahm. Im Zentrum seiner Forschungstätigkeit stehen der Wandel politischer Institutionen in der Schweiz (direkte Demokratie, Föderalismus, Konkordanz), die Wirkungsweise von politischen Systemen auf subnationaler Ebene (z.B. Kantone) und die vergleichende Demokratieforschung.

Ordentliche Professorin für Wirtschaftsgeographie

Als Nachfolgerin von Paul Messerli hat der Regierungsrat Heike Mayer auf den 1. September zur ordentlichen Professorin gewählt. Sie wird die Gruppe Wirtschaftsgeographie und Regionalforschung am Geographischen Institut der Universität Bern leiten.

Heike Mayer (36) ist in Weinstadt (Deutschland) aufgewachsen und hat an den Universitäten Konstanz, Salzburg und an der Portland State University, Oregon (USA), Verwaltungswissenschaft, Politikwissenschaften und Urbanistik studiert. 2003 promovierte sie in den USA mit einem Ph.D. in Urban Studies und arbeitete schliesslich als Assistenzprofessorin in Stadt- und Regionalplanung an der Virginia Tech University im US-Bundesstaat Virginia. Nach zwei Jahren in Blacksburg war sie an einem Satellitencampus der Virginia Tech in Alexandria tätig. 2008 erwarb Heike Mayer die «Tenure» (Festanstellung) und wurde zur ausserordentlichen Professorin ernannt. Zwischen 2008 und 2009 wirkte sie ausserdem als Co-Direktorin des Metropolitan Institute an der Virginia Tech University.
Im Zentrum ihrer Forschung stehen Themen zur Wirtschaftsgeographie und Regionalentwicklung mit besonderem Augenmerk auf Innovationsprozesse, Firmengründungen und die Wettbewerbsfähigkeit von Städten und Regionen. Während Ihrer Arbeit an der Virginia Tech sammelte Heike Mayer zudem Erfahrungen in der angewandten Forschung und Politikberatung. Sie hat Studien zu wirtschaftsgeographischen Fragestellungen für Städte und Regionen in den USA erstellt.

Ausserordentlicher Professor für Systematische Religionswissenschaft

Auf den 1. Juni ist Jens Schlieter zum ausserordentlichen Professor für Systematische Religionswissenschaft gewählt worden. Die neue Professur wurde im Zusammenhang mit dem an der Philosophisch-historischen Fakultät neu gegründeten «Center for Global Studies» errichtet.

Jens Schlieter (43) ist in Bayern und im Rheinland aufgewachsen und hat in Wien und Bonn Philosophie, Religionswissenschaft und Tibetologie/Buddhismuskunde studiert. 1994 schloss er mit dem Magister ab und promovierte 1999 mit einer Arbeit zur komparativen Philosophie im Rahmen des Graduiertenkollegs «Interreligiöse Studien» in Bonn. Nach der Promotion arbeitete er für zwei Jahre als Fachbereichsleiter für Philosophie und Religion an der Urania in Berlin. Im Anschluss wirkte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Religionswissenschaft an der Universität München, ab 2003 am Indologischen Seminar der Universität Bonn. Seit 2005 Assistenzprofessor für Systematische Religionswissenschaft in Bern, habilitierte er sich 2007 mit einer Arbeit über bioethische Einstellungen und Debatten in buddhistisch geprägten Ländern Süd- und Südostasiens. Im Zentrum seiner Forschungstätigkeit stehen insbesondere die systematischen Zusammenhänge von Religion und Ethik bzw. Religion und Philosophie, sowie die Ideengeschichte des indo-tibetischen Buddhismus.

Ausserordentliche Professorin für Kulturelle Anthropologie der Musik

Für die am Institut für Musikwissenschaft neu geschaffene ausserordentliche Professur für Kulturelle Anthropologie der Musik hat die Universitätsleitung Britta Sweers gewählt. Sie tritt ihre Stelle am 1. August 2009 an.

Britta Sweers (39) hat an der Universität Hamburg Historische und Systematische Musikwissenschaft, Philosophie und Ethnologie studiert. Von 1992 bis 1993 war sie als Fulbright-Stipendiatin (internationales Austauschprogramm) an der Indiana University, Bloomington (USA). 1995 schloss sie mit Magister in Historischer Musikwissenschaft ab und promovierte 1999 in Systematischer Musikwissenschaft über Electric Folk in England an der Universität Hamburg. Dort war sie anschliessend als Online-Redaktorin für Weltmusik und als Lehrbeauftragte tätig. 2001 kam Britta Sweers als Oberassistentin an die Hochschule für Musik und Theater in Rostock, wo sie zwei Jahre später als Juniorprofessorin für Ethnomusikologie und Systematische Musikwissenschaft berufen wurde. Britta Sweers Forschungsschwerpunkte sind die Transformation von Musiktraditionen im Kontext globaler Strömungen (Feldforschung auf den Britischen Inseln, USA, Baltikum, Nordschweden und Tatarstan – eine autonome Republik im östlichen Teil des europäischen Russlands), Musik und Nationalismus (das Rostocker «Polyphonie der Kulturen»-Projekt wurde 2009 vom Bündnis für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet), Musik im Migrationskontext sowie angewandte Fragen (Gründungsmitglied der Arbeitsgruppe Musikethnologie/Musikpädagogik). Britta Sweers ist im Vorstand des European Seminar in Ethnomusicology und Council-Mitglied der amerikanischen Society for Ethnomusicology.

Ausserordentlicher Professor für Literaturtheorie

Für die am Center for Cultural Studies an der Philosophisch-historischen Fakultät neu geschaffenen, ausserordentlichen Professur in Literaturtheorie hat die Universitätsleitung Thomas Claviez gewählt. Er tritt seine Stelle am 1. August an.

Thomas Claviez (46) ist in Süddeutschland aufgewachsen und hat an der Universität Konstanz, der University of Massachusetts, Amherst (USA) und der Universität Padua Politikwissenschaften, Amerikanistik und Italianistik studiert. Er hat 1996 am John F. Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin im Fach Nordamerikanistik promoviert, und sich dort 2003 habilitiert. Nach Lehrtätigkeiten an der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Bielefeld erhielt er 2006 einen Ruf als Associate Professor for American Studies an die Universität Stavanger (Norwegen), wo ihm 2008 eine volle Professur verliehen wurde. Im Zentrum seiner Forschungstätigkeit stehen die zeitgenössische Literaturtheorie und Philosophie, Ethik und Ästhetik, sowie die Ideengeschichte, Kultur und Literatur der USA im 19. und 20. Jahrhundert.


Ausserordentlicher Professor für Politikwissenschaft

Die Universitätsleitung hat Fritz Sager für die neu geschaffene ausserordentliche Professur für Politikwissenschaft am Kompetenzzentrum für Public Management (KPM) gewählt. Er tritt seine Stelle am 1. August an.


Fritz Sager (38) ist in Sempach Station (Kanton Luzern) aufgewachsen und studierte in Bern und Neuenburg Neueste Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie. Nach Aufenthalten an der University of North Carolina in Chapel Hill (USA) und der University of Essex (GB) verfasste er seine politikwissenschaftliche Dissertation zu den institutionellen Bedingungen von Politikkoordination in urbanen Räumen im Rahmen einer Forschungsassistenz an der ETH Lausanne. Bis 2004 war er Projektleiter und zuletzt Geschäftsführer eines privaten Büros für Politikforschung und -beratung. Daneben nahm er Lehraufträge an den Universitäten Konstanz und Bern sowie an der ETH Zürich wahr. Ab 2004 besetzte er die Assistenzprofessur für Politikanalyse und -evaluation am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern. Im Dezember 2007 habilitierte sich Fritz Sager mit einer kumulierten schriftlichen Leistung zu Fragen der Genese, des Vollzugs und der Wirkung öffentlicher Politik an der Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Policy-Analyse (Politikfeldanalyse), der verwaltungswissenschaftlichen Ideengeschichte und der Evaluationsmethodik.

Ehrungen

Afrikanisches Ehrendoktorat

Am 11. Juli 2009 erhielt Hans Hurni, Professor für Geographie und nachhaltige Entwicklung am Geographischen Institut der Universität Bern einen Ehrendoktortitel der Haramaya University in Äthiopien für «seine engagierte Forschungsarbeit in landwirtschaftlichen Wissenschaften und insbesondere der Boden- und Wassernutzung, sowie der langjährigen Arbeitsleistung im Dienste des äthiopischen Volkes.» Eine aussergewöhnliche Auszeichnung, denn Hans Hurni, Direktor des nationalen Forschungsschwerpunktes «NCCR North-South» und des Zentrums für Entwicklung und Umwelt – «Centre for Development and Environment (CDE)» – ist erst der zweite Ausländer nach Karl-Heinz Böhm, dem Begründer von «Menschen für Menschen», dem von der Haramaya University die Ehrendoktorwürde verliehen wurde.

Studentenpreis 2008/2009 der SonntagsZeitung

Stephan Odermatt, Student der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bern und Hilfsassistent am Institut für Organisation und Personal, hat mit seinem Artikel «Modernisierung des Erbrechts als staatliches Impulsprogramm» ein dreimonatiges Praktikum auf der SonntagsZeitung-Redaktion gewonnen. Der Studentenpreis wurde für die journalistische Umsetzung einer wissenschaftlichen Arbeit oder einer Reportage über das Hochschulleben vergeben.

29.07.2009