Media Relations

Neue Leitung, künftige Chancen und Herausforderungen

Die neue Universitätsleitung ist seit August 2016 im Amt. An der Jahresmedienkonferenz sprach Rektor Christian Leumann über exzellente Forschung, Rankings und Entwicklungsmöglichkeiten der Universität Bern. Die Studierendenzahlen stabilisieren sich auf hohem Niveau: Neu werden in Bern rund 17'500 Studierende immatrikuliert sein. Bern bleibt damit die drittgrösste Universität der Schweiz.

Rektor Christian Leumann begann an der Jahresmedienkonferenz mit einem Rundumblick über die Universität. Als erstes Highlight nannte er die Studierenden: «Wir ziehen immer mehr Studierende an, auf Masterstufe gerade auch von anderen Universitäten und dem Ausland. Das zeigt, dass wir ein attraktives Lehrangebot haben», sagte Leumann. Er erwähnte auch die ausgezeichneten Forschungsleistungen des vergangenen Jahres wie die Rosetta-Mission der ESA, bei der das Berner Massenspektrometer ROSINA Bausteine des Lebens nachweisen konnte. Mit Blick auf die Nachwuchsförderung erwähnte Leumann, dass von den im Jahre 2016 neu gesprochenen Förderungsprofessorinnen und Förderungsprofessoren des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) 30 Prozent die Universität Bern als Gastinstitution ausgesucht haben.

Universität Bern besser als ihre externe Wahrnehmung

Die ausgezeichnete Forschungsleistung sei auch durch das erfolgreiche Einwerben von Drittmitteln belegt, betonte Leumann: «Bezüglich der Höhe der eingeworbenen Drittmittel beim Schweizerischen Nationalfonds befinden wir uns im Durchschnitt der letzten Jahre im vorderen Drittel.»

Auch in den internationalen Rankings werde die Forschung der Universität Bern durchgehend gut bewertet, vor allem bezüglich der Zitationen. Eine Herausforderung sei hingegen das Betreuungsverhältnis: «Trotz Verbesserung des Betreuungsverhältnisses bleiben wir bei diesem Indikator zurück». Handlungsbedarf sieht Leumann auch beim Reputationsfaktor, da Bern zu den bestzitierten Universitäten gehört, dies aber unter den befragten Forschenden noch zu wenig bekannt sei: «Ich denke, hier sind wir besser als die externe Wahrnehmung.» Chancen für die Universität Bern sieht Leumann bei der Umsetzung der Strategie 2021 mit ihrer Profilierung durch die Themenschwerpunkte und Forschungszentren sowie den Fokus auf den Medizinalstandort Bern. Auch für die Universität Bern bleibt die Einwerbung von privaten Drittmitteln wichtig: «Wir haben 11 Stiftungsprofessuren und sind interessiert, diese Zahl noch zu steigern.»

Um für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein, sei die Universität Bern weiterhin auf eine stabile Finanzierung durch den Kanton angewiesen, sagte Leumann. Er zeigte sich dankbar über die Bauten, die im letzten Jahr realisiert werden konnten: «Der Neubau an der Murtenstrasse bedeutet eine grosse Entlastung für das Departement Klinische Forschung und die Rechtsmedizin. Der Sanierungsdruck an der Universität Bern ist jedoch weiterhin sehr gross, insbesondere bei den Naturwissenschaften.»

Starkes Wachstum der letzten Jahre gebremst

Bruno Moretti, Vizerektor Lehre, stellte die aktuellen Studierendenzahlen vor. Hochrechnungen zufolge werden im Herbstsemester 2016 rund 17'500 Studierende an der Universität Bern immatrikuliert sein. Somit steigt die Gesamtzahl der Studierenden gegenüber 2015 nur geringfügig. «Wie schon im letzten Jahr sind die Gründe für diese Stabilisierung auf hohem Niveau zum grossen Teil demographischer Natur – auch die Maturazahlen wachsen nicht mehr wie in den vorherigen Jahren», sagt Moretti. Rund 4’400 Personen haben sich für ein Studium in Bern beworben, davon konnte die Hälfte im September bereits immatrikuliert werden. Rund 1'330 Dossiers sind noch in Bearbeitung. Die restlichen rund 950 Bewerbungen wurden entweder zurückgezogen oder erfüllten die Zulassungsbedingungen nicht. Wie auch in den letzten Jahren sind naturwissenschaftliche Studiengänge am meisten gefragt. Die grösste Fakultät ist neu die Medizinische Fakultät, gefolgt von der Philosophisch-historischen, der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und den Naturwissenschaften. Der Anteil ausländischer Studierender im Bachelor, Master und Doktorat beträgt unverändert rund dreizehn Prozent. Ausländische Bewerbungen kamen aus 117 Ländern. Bewerbungen von Personen mit Flüchtlingsstatus wurden nur wenige eingereicht; die Zahlen bewegen sich im einstelligen Bereich. Davon hat die Hälfte genügende Deutschkenntnisse, um zum Studium zugelassen zu werden.

Internationale Studierendenmobilität konstant

Die Universität Bern unterhält eine Vielzahl von Verträgen mit Universitäten auf der ganzen Welt, um ihren Studierenden einen Semesteraufenthalt im Ausland zu ermöglichen. Das Herbstsemester 2016 verbringen 149 Studierende der Universität Bern an einer der weltweit gestreuten Partnerhochschulen. Der grösste Teil davon (120 Studierende) sind mit dem Swiss European Mobility Programme (SEMP) mobil – also mit dem Übergangsprogramm des Bundes, das es erlaubte, den Austausch mit den Erasmus+Universitäten fortzuführen, auch nach dem Ausschluss der Schweiz aus dem gleichnamigen EU-Bildungsprogramm im Jahr 2014.

15.09.2016