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Neue Stiftungsprofessur für Klinische Pharmazie

Die Universität Bern kann dank Unterstützung des Schweizerischen Apothekerverbands pharmaSuisse eine Stiftungsprofessur für Klinische Pharmazie errichten. Diese soll dazu beitragen, die Sicherheit der Arzneimitteltherapie bei Patientinnen und Patienten zu verbessern. Angesiedelt wird sie in der Abteilung Klinische Pharmakologie der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin am Inselspital, Universitätsspital Bern.

Die klinische Pharmazie ist ein Teilbereich der Pharmazie, der eine sichere und ökonomische Anwendung von Arzneimitteln zum Ziel hat. Die klinische Pharmazie kommt in der Klinik, aber auch in der Apotheke zum Einsatz. Darin ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker übernehmen dabei eine Mitverantwortung bei der therapeutischen Begleitung von Patientinnen und Patienten. Von Bedeutung ist dies insbesondere an Schnittstellen – etwa zwischen einem Spitalaufenthalt und der weiteren Behandlung, oder bei älteren Personen mit mehreren Erkrankungen und Medikamenten, die durch mehrere Ärztinnen und Ärzte verschrieben wurden. Diese Zusammenarbeit soll die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern und die Sicherheit der Arzneimitteltherapie erhöhen. Auch Kosten können gesenkt werden – etwa indem eine nicht optimale oder falsch angewendete Medikation frühzeitig erkannt und korrigiert wird.

Die von pharmaSuisse finanzierte Professur für Klinische Pharmazie wird als Assistenzprofessur an der Universität Bern errichtet und in der Abteilung Klinische Pharmakologie der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin am Inselspital, Universitätsspital Bern angesiedelt. Sie ist auf fünf Jahre angelegt und wird jährlich mit 250‘000 Franken unterstützt.

Wichtige Rolle im neuen Pharmaziestudium

Die Universität Bern baut derzeit das neue Vollstudium Pharmazie auf. Dieses ist als bifakultärer Studiengang geplant mit einer soliden naturwissenschaftlichen Ausbildung im Bachelorstudiengang «Pharmazeutische Wissenschaften» an der Philosophisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, gefolgt von einer stark patientenorientierten Ausbildung im Masterstudiengang «Pharmazie» an der Medizinischen Fakultät, welche auf die Eidgenössische Prüfung zur Apothekerin oder zum Apotheker vorbereitet.

«Mit dem Ausbau des Pharmaziestudiums zum Vollstudium entsprechen wir einem nationalen Bedürfnis und wirken dem Apothekerinnen- und Apothekermangel entgegen», sagt Christian Leumann, Rektor der Universität Bern. «Die Stiftungsprofessur spielt in der Masterausbildung eine wichtige Rolle – und mit der Errichtung als Assistenzprofessur können wir zudem gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern.»

Wichtig für Medizinalstandort Bern

«Der Standort Bern baut auf Partnerschaften», betont der Direktionspräsident der Insel Gruppe Uwe E. Jocham und fügt an: «Als Pharmazeut freue ich mich besonders, dass an der Universität Bern ab Herbst 2020 ein vollwertiges Masterstudium in Pharmazeutischen Wissenschaften angeboten wird. Am Inselspital stellen wir mit der engen Zusammenarbeit mit der Universität Bern sicher, dass die jungen Pharmazeutinnen und Pharmazeuten hochstehende klinische Praxiserfahrungen sammeln können. Das Gesundheitswesen und die Bevölkerung werden so vom Medizinalstandort Bern noch mehr profitieren».

Für den Aufbau des Unterrichts in den patientenorientierten, klinischen Kompetenzen, wie sie das teilrevidierte Medizinalberufegesetz fordert, kann die Universität Bern teilweise auf bestehende Expertisen, zum Beispiel des Berner Instituts für Hausarztmedizin (BIHAM) oder des Instituts für Medizinische Lehre (IML), zurückgreifen.

«Im Bereich der klinischen Pharmazie benötigt die Universität Bern in der Lehre jedoch neue Expertise», sagt Manuel Haschke, Chefarzt für Klinische Pharmakologie und Leiter des Fachbereichs Klinische Pharmakologie in der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin am Inselspital. «In der Forschung ist die Weiterentwicklung der klinischen Pharmazie ein wichtiges Gebiet innerhalb der Pharmazie, auf dem die Schweiz im internationalen Vergleich noch stärker werden kann», ist Haschke überzeugt.

Behandlungsqualität sichern und erhöhen

Die Revision des Medizinalberufegesetzes legte 2015 den Grundstein für eine neue Rolle der Apothekerinnen und Apotheker in der medizinischen Grundversorgung – mit entsprechenden Anforderungen. «Apothekerinnen und Apotheker erwerben heute bereits im Studium Kompetenzen zur Diagnose und Behandlung häufiger gesundheitlicher Störungen und Krankheiten sowie zum Impfen», sagt Fabian Vaucher, Präsident des Schweizerischen Apothekerverbands pharmaSuisse.

«Mit ihrem pharmazeutischen Fachwissen verbessern Apothekerinnen und Apotheker die Behandlungsqualität und tragen zur koordinierten interprofessionellen Zusammenarbeit der Berufsgruppen bei. Basis dafür ist eine hochstehende klinische Grundausbildung.» Es brauche mehr gut ausgebildete Pharmazeutinnen und Pharmazeuten, die neben einer guten naturwissenschaftlichen Basis exzellente Kenntnisse in der patientenorientierten Pharmazie mitbringen, so Vaucher. Die Stiftungsprofessur wird national und international ausgeschrieben, eine Besetzung ist Ende 2020 zu erwarten.

Über pharmaSuisse

Der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse ist die Dachorganisation der Apothekerinnen und Apotheker. Dem Verband sind über 6‘700 Mitglieder und 1‘500 Apotheken angeschlossen. pharmaSuisse unterstützt seine Mitglieder dabei, die Bevölkerung bei Gesundheitsfragen optimal zu beraten und zu begleiten. Dazu erarbeitet der Verband wirkungsvolle Präventionsmassnahmen und entwickelt zukunftsweisende Dienstleistungen für die medizinische Grundversorgung. Mit dem Ziel, das hohe Vertrauen der Bevölkerung in die Apotheken weiter zu stärken. http://www.pharmaSuisse.org

 

09.03.2020