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Naturrisiken und Klimafolgen weiter erforschen

Die Universität Bern und die Mobiliar führen ihre Zusammenarbeit bei der Erforschung von Naturrisiken fort. Die Verträge für die Stiftungsprofessur für Klimafolgenforschung im Alpenraum und das Mobiliar Lab für Naturrisiken werden bis 2024 verlängert.

Die Mobiliar hatte der Universität 2008 die Einrichtung einer ausserordentlichen Professur für Klimafolgenforschung im Alpenraum ermöglicht. Das 2013 gegründete Mobiliar Lab für Naturrisiken ist eine Ergänzung dieser Professur, die durch Olivia Romppainen besetzt ist. Nun haben die Mobiliar und die Universität Bern die Verträge für Lab und Stiftungsprofessur bis 2024 verlängert. Die Unterstützung beträgt eine Million Franken jährlich. Im Rahmen der Stiftungsprofessur und des Mobiliar Lab für Naturrisiken konnten an der Universität Bern insgesamt 45 Mitarbeitende angestellt werden. Es resultierten bisher 10 Doktor- und 50 Masterarbeiten.

Das Mobiliar Lab ist eine gemeinsame Forschungsinitiative der Mobiliar und des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung (OCCR) der Universität Bern. Es erforscht und quantifiziert Naturgefahren sowie deren Auswirkungen und befasst sich mit der räumlichen Darstellung dieser Phänomene. Untersucht werden in erster Linie die an Hagel, Hochwasser und Sturm beteiligten Prozesse und die Schäden, die daraus entstehen. Das Mobiliar Lab arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis und strebt Resultate mit hohem Nutzen für die Allgemeinheit an.

Lösungen für die Zukunft

«Die Zusammenarbeit mit der Mobiliar ist für uns ein Glücksfall», sagt Martin Grosjean, der Direktor des Oeschger-Zentrums, «sie geht weit über die finanzielle Unterstützung hinaus, denn die Forschenden können auch auf Schadendaten der Mobiliar zurückgreifen.» Dies sei ein grosser Gewinn für die Wissenschaft.

Und Dorothea Strauss, Leiterin Corporate Social Responsibility der Mobiliar, erklärt: «Ich freue mich, dass wir die erfolgreiche Partnerschaft mit der Universität Bern weiterführen. Unser Gesellschaftsengagement verstehen wir als Zukunftsinvestition in die Schweiz, getragen von der genossenschaftlichen Tradition und Überzeugung der Mobiliar. Wir unterstützen die praxisorientierte Forschung am Oeschger-Zentrum, damit heute an Lösungen für die Zukunft gearbeitet werden kann.»

Neuer Schub für die Hagelforschung

Im Fokus der Forschung stehen Modellketten, die eine umfassende Abbildung der Prozesse ermöglichen: von der Atmosphäre über potenziell zerstörerische Ereignisse bis zu den betroffenen Gebieten und Schadenfällen. So zeigt etwa die am Mobiliar Lab entwickelte Webseite www.schadenpotenzial.ch, wo bei einer Überschwemmung welche Werte auf dem Spiel stehen. Die in dieser Form einzigartige Karte geht weit über die bekannte Abbildung reiner Gefahrenkarten hinaus. Sie zeigt nicht nur die abstrakte Gefährdung durch Hochwasser, sondern auch das konkrete Schadenpotenzial.

Auch der Hagelforschung hat das Mobiliar Lab neuen Schub verliehen. «Massnahmen gegen den Hagel kann man nur ergreifen, wenn man ihn kennt und versteht», betont Professorin Olivia Romppainen. Hier gebe es noch viele offene Fragen. Um die Hagelwarnung und -prognose zu verbessern, hat das Lab – zusammen mit Meteo Schweiz – ein einzigartiges Hagelmessnetz lanciert, das die Mobiliar mit einer Millionen Franken unterstützt.

Oeschger-Zentrum für Klimaforschung

Das Oeschger-Zentrum für Klimaforschung (OCCR), zu dem auch das Mobiliar Lab für Naturrisiken gehört, ist eines der strategischen Zentren der Universität Bern. Es ist ein führendes Klimaforschungszentrum und bringt Forscherinnen und Forscher aus 14 Instituten und vier Fakultäten zusammen. Das OCCR forscht interdisziplinär an vorderster Front der Klimawissenschaften. Das Oeschger-Zentrum wurde 2007 gegründet und trägt den Namen von Hans Oeschger (1927-1998), einem Pionier der modernen Klimaforschung, der in Bern tätig war.

www.oeschger.unibe.ch

www.mobiliarlab.unibe.ch

Das Gesellschaftsengagement der Mobiliar 

Die genossenschaftlich verankerte Mobiliar ermöglicht und initiiert schweizweit neue Dialoge zwischen Kunst und Gesellschaft, fördert Präventionsprojekte zum Schutz vor Naturgefahren in verschiedenen Regionen des Landes und stärkt die Innovationskraft Schweizer KMU. Sie unterstützt Forschungsprojekte im Bereich der Datenanalyse an der ETH Zürich, der Stadtökologie an der EPF Lausanne und der Klimafolgen an der Universität Bern.

13.03.2020