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Covid-19-Forschung erhält 8.4 Millionen nationale Fördergelder

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) unterstützt mit insgesamt 8.4 Mio. CHF 15 Berner Projekte zur Covid-19-Forschung. Diese sollen dazu beitragen, Lösungen zur Bekämpfung der Pandemie in der Schweiz zu erarbeiten. Ihre Themen reichen von den Auswirkungen von Covid-19 auf das Herz-Kreislauf-System bis hin zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der Behandlung von Covid-19-Erkrankten im Spital.

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat infolge der Corona- Pandemie erhebliche Mittel für Forschungszwecke bereitgestellt: Im Frühjahr hat er eine Sonderausschreibung zu Coronaviren mit einem Volumen von 10 Mio. CHF lanciert, gefolgt von einem Nationalen Forschungsprogramm (NFP 78), dotiert mit 20 Mio. CHF. In beiden Ausschreibungen haben Forschungsteams der Universität Bern und des Inselspitals, Universitätsspital Bern, hervorragend abgeschnitten.

So hat etwa im NFP 78 ein internationales Projekt unter Berner Leitung als einziges schweizweit den maximalen Förderbetrag von 2 Mio. CHF erhalten. Es untersucht die Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems, das bei der Sterblichkeitsrate von Covid-19-Patienten wie auch für Spätfolgen der Erkrankung eine wichtige Rolle spielt. Ein anderes befasst sich mit der Anwendung von künstlicher Intelligenz und sogenannten Multi-Omics, einem relativ neuen Forschungsansatz, der sich grosser Datensätze bedient und bei der Diagnose und der Behandlung im Spital zum Einsatz kommen könnte.

Investition in vernetzte Forschung zahlt sich aus

In der hoch kompetitiven Ausschreibung des NFP 78 haben sieben Projekte aus Bern im Umfang von rund 6 Mio. CHF den Zuschlag erhalten (7 aus 27). In der bereits im Frühjahr erfolgten Sonderausschreibung zu Coronaviren konnten sich acht Teams eine Projektfinanzierung sichern (8 aus 36 mit Förderbeträgen von rund 2.4 Mio. CHF). Zwei der Projekte, darunter das grösste, werden im BSL-3-Hochsicherheitslabor des Instituts für Infektionskrankheiten der Universität Bern im sitem-insel-Gebäude durchgeführt. sitem-insel ist das Schweizerische Institut für Translationale und Unternehmerische Medizin, an dem neben der Privatindustrie sowohl die Universität als auch das Universitätsspital beteiligt sind. Bei der Covid-19-Forschung konnte der Medizinalstandort Bern somit seine Stärke ausspielen.

«Wir legen grossen Wert auf interdisziplinäres Arbeiten und vernetzte Forschung, besonders mit dem Inselspital, was für die komplexe Thematik im Zusammenhang mit Covid-19 von grossem Vorteil ist», sagt Prof. Daniel Candinas, Vizerektor Forschung der Universität Bern. «Zudem hat die Universität Bern methodische Exzellenz in den Grundlagenfächern besonders gefördert, was hier die Anwendung und Fokussierung auf eine neue Fragestellung flexibel und rasch ermöglicht hat.»

Prof. Urs P. Mosimann, Direktor Medizin der Insel Gruppe und Leiter der Covid-19-Taskforce am Inselspital, Universitätsspital Bern, zeigt sich erfreut: «Covid-19 hat unsere Teams erneut motiviert, in Forschung und Dienstleistung eng verzahnt und über die Grenzen der Disziplinen hinweg zu kooperieren. Der Erfolg bei der Vergabe der nationalen Forschungsmittel zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Breite thematische Abdeckung

Da Covid-19 eine Erkrankung ist, die praktisch alle Systeme des Körpers befallen kann, mussten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen kurzfristig zusammenspannen und interdisziplinäre Projekte einreichen. Die Berner Teams sind in bestimmten Disziplinen national und international führend, wie etwa in der Epidemiologie und der Virologie, in denen sie bereits früh wichtige Arbeiten zu COVID-19 geleistet haben. Zudem konnten sie in der flexiblen Zusammenstellung neuer Arbeitsgruppen und in innovativen Ansätzen auch aus der translationalen Forschung punkten. Eine weitere Stärke ist die internationale Vernetzung: An den bewilligten Projekten sind unter anderem Forschende aus Oxford, Yale und Tokio beteiligt. Die Projekte behandeln drängende Problemstellungen der Pandemie: von pneumologischen Fragestellungen bis hin zu epidemiologischen und sozialwissenschaftlichen Themen.

16.09.2020