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Universität Bern verstärkt internationale Präsenz

Die Forschung der Universität Bern ist in mehreren Bereichen Weltspitze: dieses Jahr feierte sie ihre Beteiligung an der ersten Mondlandung und startet demnächst mit einer ESA-Mission ins All; der UNO-Weltnachhaltigkeitsbericht wurde unter Berner Ko-Leitung erarbeitet, und ihre medizinische Forschung setzte sich bei Auszeichnungen international durch. Weiterhin zugelegt hat die Universität Bern auch bei den Studierendenzahlen.

Einer der Höhepunkte des Jahres war das Wissenschaftsfest «Bern im All», mit dem die Universität Bern 50 Jahre Mondlandung feierte. Mit der Apollo 11-Mission der NASA war auch ein Stück Bern auf dem Mond gelandet – nämlich das Sonnenwindsegel der Universität Bern, das Buzz Aldrin noch vor der amerikanischen Flagge in den Boden des Mondes steckte. Das Wissenschaftsfest für die Bevölkerung, das unter anderem auf dem Bundesplatz stattfand, stiess auf grossen Anklang – und die grossen Raumfahrtorganisationen NASA und ESA feierten mit. Die Berner Weltraumforschung ist seit der Mondlandung an der Weltspitze mit dabei, und die nächste grosse Mission steht unmittelbar bevor: Ende 2019 wird das Berner Weltraumteleskop CHEOPS starten und Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems vermessen, womit es dazu beitragen kann, einen erdähnlichen Planeten zu entdecken, auf dem Leben möglich ist.

Wichtige Auszeichnungen für die Berner Forschung

Der internationale Erfolg der Berner Forschung äusserte sich auch in mehreren prestigeträchtigen Auszeichnungen. Unter anderem wurden Projekte aus den Bereichen Geologie und Informatik mit zwei ERC Starting Grants des Europäischen Forschungsrats gefördert. Zwei prestigeträchtige Grants für medizinische Programme des US Department of Defense, die nur selten ausserhalb der USA vergeben werden, gingen an zwei Berner Forschende der Biomedizin. «Dies unterstreicht die einzigartige Qualität und internationale Bedeutung der Forschung an der Universität Bern», sagt Rektor Christian Leumann.

Engagement für den Medizinalstandort Bern

Die Universität Bern ist Gründungsmitglied und akademischer Partner von sitem-insel. Ziel von sitem-insel ist es, Forschungsergebnisse zum Wohle von Patientinnen und Patienten möglichst rasch in klinische Produkte und Dienstleistungen zu überführen. Vier Einheiten der Universität Bern sind bei sitem-insel als sogenannte Plattformen der «Enabling Facilities» dabei: sie unterstützen Partner aus der Industrie sowie weitere Interessierte bei der Entwicklung von klinischen Lösungen, indem sie ihre Forschungsinfrastruktur und Expertise zur Verfügung stellen. Dazu gehören unter anderem grossräumige Labors und eine Werkstatt. sitem-insel ist ein gemeinsames Projekt des Bundes, des Kantons Bern, der Wissenschaft und Wirtschaft und soll dazu beitragen, Bern als international führenden Medizinalstandort zu etablieren.

Deutlich über 18'000 Studierende

Gemäss den aktuellen Hochrechnungen ist die Gesamtzahl der Studierenden im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen: Von 18'019 auf rund 18'250. «Dies hängt damit zusammen, dass seit letztem Jahr in Humanmedizin 320 Studienplätze pro Jahr (statt 220) zur Verfügung stehen. Zudem wird der Bachelorstudiengang Pharmazeutische Wissenschaften ab 2019 wieder als Vollstudium angeboten», erklärt Bruno Moretti, Vizerektor Lehre. Aktuell rechnet die Universität Bern mit rund 2'300 Studienanfängerinnen und -anfängern. 510 Personen bewerben sich neu für ein Masterstudium, zusätzlich zu denjenigen, die nach einem Unterbruch an die Universität Bern zurückkehren oder nahtlos vom Bachelor- ins Masterstudium einsteigen. «Die Neubewerbungen zeigen, dass die Masterstudiengänge der Universität Bern weiterhin attraktiv sind für Studierende anderer Universitäten im In- und Ausland», sagt Moretti. Die Medizinische Fakultät ist mit über 3'000 Studierenden weiterhin die grösste Fakultät, neu gefolgt von der Philosophisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, die auch in diesem Jahr am meisten Anmeldungen verzeichnen konnte. Ausländische Bewerbungen gibt es aktuell aus 80 Ländern, der Anteil an ausländischen Studierenden ist konstant und beträgt 13 Prozent.

Langfristig Platz- und Investitionsbedarf für Unigebäude

Seit Juni ist Markus Brönnimann neuer Verwaltungsdirektor der Universität Bern. Er war zuvor Amtschef Immobilien im Kanton Zürich sowie Verwaltungsdirektor an der Universität St. Gallen. Zu seinen Zielen gehört es, eine optimale Infrastruktur für Lehre und Forschung zu entwickeln und sicherzustellen, effektive Führungs- und Steuerungssysteme bereitzustellen und dadurch den Verwaltungseinheiten zu ermöglichen, eine effiziente Leistung erbringen.

In der Raumentwicklung war der Einzug der universitären Einheiten im sitem-insel-Gebäude der wichtigste Meilenstein, gefolgt von der Betriebsaufnahme des neuen Hörsaals für Medizinstudierende im ehemaligen Kino Alhambra. Wegen der steigenden Studierendenzahlen hat die Universität aber auch langfristig weiterhin Platzbedarf. Einerseits begegnet sie diesem Problem mit Konzentration und Erweiterung, etwa mit Gebäuden für die Medizinische Fakultät auf dem Inselareal, andererseits mit Sanierungen, wie beim Gebäude Muesmatt für die Chemie und Biochemie. «Neben der Sicherstellung der Finanzierung ist besonders die lange Dauer von solch umfangreichen Infrastrukturprojekten eine grosse Herausforderung», stellt Brönnimann fest. So führen die langen Realisierungszeiten zu Provisorien und Übergangslösungen. «Die Zusammenarbeit mit den kantonalen Stellen, besonders dem Amt für Grundstücke und Gebäude, ist ausgezeichnet», sagt Brönnimann.

Neben Gebäuden werden auch Plattformen für strategische Initiativen der Universität geschaffen, wie etwa das im Mai eröffnete Bern Center for Precision Medicine (BCPM). Damit wurden verschiedene bereits vorhandene Stärken der Universität zusammengeführt und die Forschung gefördert, was wiederum Patientinnen und Patienten zugutekommt.

UNO-Weltnachhaltigkeitsbericht unter Berner Ko-Leitung

Neben der Weltraum- und Medizinalforschung ist die Universität Bern auch international führend in der Klima- und Nachhaltigkeitsforschung. Diese Woche präsentierte Peter Messerli, Direktor des Centre for Development and Environment (CDE), in New York den ersten Weltnachhaltigkeitsbericht, den er als Ko-Leiter der internationalen Expertengruppe massgeblich mitgestaltet hat.

Die Implementierung der Nachhaltigkeit im universitären Betrieb findet auf mehreren Ebenen statt, unter anderem gibt es Empfehlungen, wie Dienstreisen und Tagungen nachhaltiger gestaltet werden können. So wurde diese Woche die von der Universität Bern präsidierte «Copernicus Alliance» zum Thema Nachhaltigkeit in der Hochschulbildung mit über 90 Teilnehmenden aus 30 Ländern gänzlich per Videoschaltung durchgeführt. In der Lehre wird das Thema Nachhaltigkeit in allen Studiengängen integriert und unterstützt, etwa mit Coachings für Dozierende und einem Online-Tutorial für Studierende.

Verstärkung der Präsenz in der EU

Das kommende EU-Forschungsprogramm «Horizon Europe» wird die Schwerpunkte der europäischen Forschung für die Jahre 2021 bis 2028 festlegen. Die Schweiz ist in den aktuellen Aushandlungsprozess nicht eingebunden und die Assoziierung an das nächste Programm ist ungewiss. Die Universität Bern nutzt in dieser wichtigen Phase ihr Netzwerk The Guild, die Vereinigung von 19 forschungsintensiven Hochschulen aus 14 Ländern Europas, um gemeinsam Einfluss zu nehmen auf politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger und Institutionen der EU. Ende Februar war Jan Palmowski, Generalsekretär von The Guild, zu Besuch in Bern. «Die Mitgliedschaft bei The Guild erhöht die internationale Präsenz der Universität Bern, was letztendlich den Forschenden und Studierenden zugutekommt», sagt Leumann. Bei seinem Besuch betonte Jan Palmowksi die Forschungsexzellenz der Universität Bern, und dass sie massgeblich zu den Grundsatzpapieren von The Guild zu Horizon Europe beigetragen habe. Solche hochwertigen Beiträge seien ausschlaggebend für The Guild, um in Brüssel für die Position der Schweiz Lobbyarbeit betreiben zu können.

Bessere Bedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Die Universität Bern zeichnet sich gemäss ihrer Strategie 2021 durch eine gezielte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses aus: Sie will dem Mittelbau eine akademische Karriere erleichtern und angemessene, international konkurrenzfähige Anstellungsbedingungen schaffen.
«Zusammen mit den Fakultäten und dem Mittelbau haben wir Verbesserungen in den Rahmenbedingungen erarbeitet», sagt Leumann. So sollen die akademischen Karrierewege planbarer werden, um die Möglichkeiten und Aussichten frühzeitig klären zu können. «Um diese Neuerungen umzusetzen, wurde die Universitätsverordnung angepasst – Kernstück dabei ist die Verbesserung der Anstellungsbedingungen für die jungen Forschenden», sagt Leumann.

So wurde eine neue Position geschaffen: die Assistenzdozentur mit Tenure Track bedeutet eine alternative Karrierevariante für Personen, die sich etwa auf die Lehre, Dienstleistungen oder Technologieanwendung spezialisieren möchten. Ebenfalls neu ist die Stellenkategorie der Postdoktorierenden, welche die bisherigen Oberassistenzen und wissenschaftlichen Assistenzen mit Dissertation ablöst. Anpassungen gab es bei den Doktorierenden, die besser betreut werden, und bei den Assistenzprofessuren mit Tenure Track. «Diese Massnahmen stellen sicher, dass junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach dem Doktorat in Bern attraktive akademische Karrierewege vorfinden», ist Leumann überzeugt.

13.09.2019