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Indischer Staatspräsident besucht die Universität Bern

Die Universität Bern empfing heute den indischen Staatspräsidenten Shri Ram Nath Kovind im Vorfeld des Staatsbesuchs in der Schweiz. Er sprach vor Studierenden und geladenen Gästen über die spezielle Verbindung der Schweiz mit Indien, die sich unter anderem wegen der Innovationskraft, der Wissenschaft, den Alpen und dem Himalaya ergibt.

Christian Leumann, Rektor der Universität Bern, begrüsste Seine Exzellenz Shri Ram Nath Kovind, Präsident der Republik Indien, vor einer voll besetzten Aula. Leumann betonte die hervorragenden Beziehungen der Schweiz und Indien in der Wirtschaft, in der Forschung und Ausbildung.

Eine Gemeinsamkeit gebe es auch in Bezug auf die wohl grösste globale Herausforderung unserer Zeit: den Klimawandel. «Wir sehen den Klimawandel beispielweise allein in der Geschwindigkeit, mit der Gletscher in den Alpen wie auch in den Himalayas verschwinden», sagte Leumann. Er erwähnte die Klima- und Nachhaltigkeitsforschung an der Universität Bern, welche schon früh die Bedeutung der Klimaforschung erkannt und diese vor über 50 Jahren etabliert habe. Seit 20 Jahren gehört auch die Nachhaltigkeitsforschung zu den strategischen Schwerpunkten der Universität Bern, die seither in Forschung, Lehre, Weiterbildung und im universitären Betrieb verankert wurde. Gerade eben sei der erste UNO-Weltnachhaltigkeitsbericht durch den Berner Professor Peter Messerli in New York präsentiert worden.

«Die Schweiz und Indien sind führend im Kampf gegen den Klimawandel» 

Shri Ram Nath Kovind freute sich, an der Universität Bern zu sein, und bezeichnete diese als eine der besten und herausragendsten. Er sprach über die «New Age Partnership» zwischen der Schweiz und Indien: «Wir leben in einem digitalen Zeitalter – dieses ist geprägt von Nachhaltigkeit, Klimawandel, Künstlicher Intelligenz, Innovation und smarten Lösungen.» Von Bern bis zur indischen Stadt Belur werde in diesem Bereich bereits viel getan, von den Forschungslabors bis zu den Produktionsstätten. Es gebe bereits über 80 wissenschaftliche Institutionen in der Schweiz und Indien, die an gemeinsamen Projekten arbeiteten. «Diese Zusammenarbeit wird sich künftig, indem wir uns auf ein digitales Zeitalter vorbereiten, noch stärker an den genannten Themen ausrichten», sagte Kovind. Die Schweiz sei in der Innovation weltweit führend. Innovation und Cyberspace gingen Hand in Hand. «Indien hat das ambitionierte Ziel, 100 smart cities zu bauen», sagte Kovind. Schweizer Knowhow könne dabei helfen, nachhaltige urbane Räume zu schaffen, und dies schaffe wiederum Möglichkeiten von Kooperationen, etwa im Bereich Clean Tech Water und Management des Wasserhaushalts.

«Die Schweiz und Indien sind führend im Kampf gegen den Klimawandel», sagte Kovind. Dabei entspreche die Schweizer Clean Technology dem Bedarf an grüner Energie von Seiten Indiens. Indien habe eines der weltweit grössten Programme zum Ausbau erneuerbarer Energien. 

Er hob ebenso das Schweizer Bildungssystem hervor, das für die Ausbildung der jungen Bevölkerung Indiens als Vorbild gelte. Über 1’000 Forschende und Studierende befänden sich aktuell in der Schweiz. «Unsere Innovatorinnen und Innovatoren auf beiden Seiten unterstützen sich gegenseitig dabei, die Codes für die 4. industriellen Revolution zu schreiben», sagte Kovind.

2019 ist auch das Jahr des 150. Geburtstags von Mahatma Gandhi. Kovind zitierte Albert Einstein, der seiner Bewunderung für Gandhi Ausdruck verliehen habe. Gandhi hatte die Schweiz 1931 besucht. Im Rahmen der Feiern zu Ehren Gandhis pflanzten Shri Ram Nath Kovind und Rektor Christan Leumann im Anschluss an die Rede auf dem Gelände der Universität gemeinsam ein Magnolienbäumchen.

12.09.2019