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CML-Leukämie: Berner Forschungserfolg mit Kombi-Therapie

Mit Kombi-Therapie gegen die chronische myeloische Leukämie (CML): Die renommierte Fachzeitschrift «Science Translational Medicine» berichtet in ihrer Ausgabe vom 29. Juli 2015 über einen Berner Forschungserfolg.

Die chronische myeloische Leukämie (CML) macht etwa 20 Prozent aller Leukämien aus; das entspricht zirka 160 Neuerkrankungen in der Schweiz pro Jahr. Betroffen sind am häufigsten Männer über 65. Verursacht wird CML durch sogenannte Leukämiestammzellen mit einer spezifischen Genveränderung (BCR-ABL).

Das Inselspital Bern ist das Schweizer Referenzzentrum für die Diagnostik und das Monitoring von BCR-ABL nach internationalem Standard. Die Forschungsgruppe um Prof. Adrian Ochsenbein von der Universitätsklinik für Medizinische Onkologie des Inselspitals Bern beschreibt im Science-Artikel, wie Leukämiestammzellen von CML-Patienten durch eine Kombination der Standardtherapie mit einem neuen Antikörper eliminiert werden können. Bei Labormäusen führt die neue Kombi-Therapie zu einer Heilung der Erkrankung. Das preisgekrönte Konzept – Prof. Ochsenbein erhielt dafür letztes Jahr den internationalen Bridge Award – muss nun an Patienten mit CML untersucht werden.

Resistenz überlistet

Die Standardtherapie mit spezifischen Medikamenten, den sogenannten Tyrosinkinase-Hemmern wie Imatinib (Glivec®) Dasatinib (Sprycel®) und Nilotinib (Tasigna®), hat die Lebenserwartung von Patienten mit CML deutlich verbessert. Viele Patienten leben mit der Krankheit viele Jahre und Jahrzehnte. Der Preis dafür sind hohe Kosten und gewisse Nebenwirkungen. Ein Absetzen der Medikamente führt zu einem Rückfall, weil die krankheitsverursachenden Stammzellen resistent gegen die Tyrosinkinase-Hemmer sind.

Die Berner Forschungsgruppe konnte nun zeigen, wie sich diese Resistenz ausschalten lässt: durch die Kombination der Tyrosinkinase-Hemmer mit einem sogenannten monoklonalen Antikörper. Dieser Antikörper blockiert das Zellteilungs-Signal CD70 auf den Stammzellen. Durch die neue Kombination werden die Stammzellen eliminiert und die Krankheit potentiell gehemmt.

Was ist eine Leukämie?

Leukämien treten als stark vermehrte Bildung von weissen Blutzellen und ihren Vorstufen auf. Die Leukämiezellen breiten sich im Knochenmark aus und verdrängen dort die übliche Blutbildung. Sie können dadurch die Funktionen von Leber, Milz, Lymphknoten und weiteren Organen stören und es kann zu schweren Blutzirkulationsstörungen kommen.

Quelle: Inselspital Bern

30.07.2015