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Das Weltall begeistert Gross und Klein

Die Nacht der Sterne wurde für die Universität Bern zum vollen Erfolg: Sie erlebte an den fünf Standorten verteilt im ganzen Kanton einen wahren Ansturm an neugierigen Kindern und begeisterten Erwachsenen. Das Programm bot theoretische und praktische Einblicke ins weite Universum.

Der Kanton Bern hat seit Samstag, 4. April, mehrere hundert Amateur-Astronomen mehr. So viele Linsenteleskope haben die Besucherinnen und Besucher an der Nacht der Sterne zusammengebaut und damit in Biel, Burgdorf, Schwanden/Sigriswil, Schönried und auf dem Gurten in Bern in den Nachthimmel geschaut. Die Nacht der Sterne, ein Projekt im Rahmen des 175-Jahr-Jubiläums der Universität, war der Berner Beitrag zur weltweiten 100-stündigen Himmelsbeobachtung (siehe unten). Die Abteilung Weltraumforschung und Planetologie organisierte die Veranstaltung zusammen mit den Astronomischen Gesellschaften des Kantons Bern und mit der Unterstützung von Swiss Life.

Der Ansturm war riesig: «Wir sind vom Besuch überwältigt», freute sich etwa der Berner Weltraumforscher Ernest Kopp, der den Standort in Schönried betreute. Das Bauen eines eigenen Galileoskops aus einem vormontierten Bausatz gehörte zu den Höhepunkten des Tages: Eltern und Kinder standen Schlange, um ihr eigenes Exemplar zu bekommen. Ein grosses Galileoskop stand auf dem Gurten: Ein Amateur-Astronom hatte das Teleskop mit dem galileischen Prinzip der Optik mitgebracht. Die Besucherinnen und Besucher konnten damit den Himmel genau so beobachten wie der grosse Begründer der Astronomie vor 400 Jahren.

Begeisterungsfähige Kinder

Die Nacht der Sterne begann bereits am Nachmittag mit einem Kinderprogramm, das an allen fünf Standorten auf grosse Begeisterung stiess: Die Kinder tobten sich auf Astronautenparcours aus, die von den Pfadfindern aufgestellt worden waren. Ausserdem bastelten sie Sternkarten, malten um die Wette und liessen sich im Sternenzelt Geschichten aus dem Weltall erzählen. Die Kleinen zeigten sich besonders neugierig und fasziniert von all dem, was in unserem Sonnensystem und darüber hinaus herumschwirrt. «Die Kinder fragten uns Löcher in den Bauch», berichtete der Physiker Nicolas Thomas vom Standort Schwanden/Sigriswil. Gegen Abend begeisterten die Forschenden der Abteilung Weltraumforschung und Planetologie der Universität Bern das zahlreich erschienene Publikum mit einer Reihe von Vorträgen, in denen sie erstaunliche Erkenntnisse aus dem Weltall präsentierten. «Die Sonne verbrennt pro Sekunde 700 Millionen Tonnen Wasserstoff», erklärte die Projektleiterin Kathrin Altwegg. Physiker Willy Benz zeigte Bilder von Lawinen auf dem Mars und demonstrierte damit den Fortschritt und die technische Entwicklung der Weltraumforschung.

Nach der Theorie die Praxis

Mit dem Eindunkeln übernahmen die Praktikerinnen und Praktiker das Kommando: Die Mitglieder der Astronomischen Gesellschaften des Kantons stellten ihre Teleskope auf und liessen Neugierige die Krater des Mondes und den Planeten Saturn erspähen. Und darum herum standen hunderte selbst zusammen geschraubte Galileoskope, mit denen Gross und Klein bis weit in die Nacht hinein den Berner Himmel beobachteten. Rar machten sich nur die Sterne: Am dunstigen Nachthimmel waren nur wenige Sternbilder klar zu sehen. Das tat der guten Stimmung an diesem grossen Tag der Astronomie jedoch keinen Abbruch.

Internationales Jahr der Astronomie 2009

In diesem Jahr findet der 400. Jahrestag der ersten astronomischen Beobachtungen von Galileo Galilei durch ein Fernrohr statt. Die Internationale Astronomische Union (IAU) und die UNESCO haben deshalb 2009 offiziell zum «International Year of Astronomy» erklärt. Während des ganzen Jahres werden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene Veranstaltungen durchgeführt. Die 100-stündige Himmelsbeobachtung, die weltweit vom 2. bis 5. April statt fand, bildet einen Eckpfeiler im Astronomiejahr. Die IAU und die UNESCO wollen die Astronomie und deren Beiträge zu Gesellschaft und Kultur der breiten Öffentlichkeit, insbesondere jungen Menschen, präsentieren.

05.04.2009