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Jahresmedienkonferenz: Strategien und Allianzen für die Zukunft

Die Universität Bern blickt vorwärts und legt mit der «Strategie 2012» die Leitlinien für die nächsten Jahre fest. Dazu gehören die Allianzen mit anderen Hochschulen, um den Standort Bern auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene zu festigen. Die Studierendenzahlen sind auch dieses Jahr mit fast 10% neu Immatrikulierten weiter gestiegen.

Wie Rektor Urs Würgler an der Jahresmedienkonferenz ausführte, handelt es sich bei der «Strategie 2012» um eine Rahmenstrategie, die ab November zwischen der Universitätsleitung und den Fakultäten auf Grund von Leistungsvereinbarungen konkretisiert werden soll. Gemäss der «Strategie 2012» soll die Universität Bern mittelfristig in einigen Forschungsbereichen zur Weltspitze zählen, national und international attraktive Masterstudiengänge und PhD-Programme anbieten sowie Allianzen mit anderen Hochschulen eingehen. Dabei dürfe die regionale Verankerung nicht vernachlässigt werden, wie Würgler betonte: «Wir sind eine kantonale Universität, und die Neupositionierung soll die Einbettung im gesellschaftlichen und politischen Umfeld des Kantons verbessern».

Für Bern von Bedeutung seien auch die Allianzen mit anderen Hochschulen, so wie die seit September 2006 gemeinsam geführte Vetsuisse-Fakultät von Bern und Zürich. Die Universitäten Bern und Freiburg prüfen gegenwärtig eine Zusammenarbeit im Bereich der Naturwissenschaften. Auch die Kooperation der Medizinischen Fakultäten sowie der Universitätsspitäler von Bern und Basel machen Fortschritte.

Würgler machte jedoch klar, dass nur eine starke Universität als Partnerin erwünscht ist: «Eigene Ressourcen- und Strukturprobleme lassen sich auch durch Zusammenarbeit nicht aus der Welt schaffen». Die Universität Bern müsse in diesem Sinn durch die Politik gestützt werden. 


Zentrum Lehre: Unterstützen statt verwalten 

 Seit dem Wintersemester 05/06 ist die Bologna-Reform an der Universität Bern flächendeckend (mit Ausnahme der Medizinischen Fakultäten) umgesetzt. Insgesamt werden heute 36 Bachelor- und 51 Masterstudiengänge angeboten. Vizerektor Gunter Stephan zeigte sich zufrieden mit den ersten Ergebnissen der «Grossbaustelle Zentrum Lehre»: durch die Ablösung der ehemaligen Akademischen Direktion und der Einrichtung des Zentrums Lehre verfügen heute alle Abteilungen, die mit der Studierendenbetreuung beschäftigt sind, über eine gemeinsame Plattform. Das Zentrum Lehre als zentrale Führungs- und Koordinationsstelle verwaltet nicht nur, sondern unterstützt und berät auch. Stephan: «Wir handeln nach dem Motto: Unterstützen statt verwalten».


Studierendenzahl weiter zunehmend

Die Universität Bern ist attraktiv: Die Gesamtzahl der immatrikulierten Studentinnen und Studenten steigt um ungefähr 3.9 % auf 12 528 Personen. Bei den Erstsemestrigen beträgt der diesjährige Zuwachs 9.4%. Diese Zunahme erklärt sich Gunter Stephan mit der Umstellung auf Bologna und den neuen ansprechenden Studiengängen. Auch in diesem Jahr nehmen auch der Frauen- und Ausländeranteil leicht zu. Neu halten sich die Neuzugänge aus dem Kanton Bern und der übrigen Schweiz die Waage. Gemäss Stephan ist dies ein Zeichen dafür, dass die Universität Bern auch national über eine starke und positive Ausstrahlung verfügt. 


Qualitätsanalyse der Forschung

Wie Vizerektor Felix Frey ausführte, sei es sehr schwierig, geeignete Paramater für die Bewertung der Forschung zu finden. Heute gängige Ranking-Systeme seien ungenügend: «Kriterien wie Publikationen in den Journals ‚Science’ oder ,Nature’, die Anzahl Nobelpreisträger sowie die Anzahl ausländischer Studierender und Dozierender können als Qualitäts-Merkmale für die Universität Bern nicht wegweisend sein», ist Frey überzeugt: «Dabei werden die regionalen Bedürfnisse zu wenig berücksichtigt». Deshalb hat die Universität Bern zusammen mit internen und externen Experten eigene Massstäbe und Instrumente zur Evaluation entwickelt, um die Qualität der Forschung zu belegen und zu erhalten. Für Bern gelten als Parameter in Zukunft abgeschlossene Dissertationen, Master-Arbeiten, Habilitationen oder Professuren – also Grössen, die zeigen, inwieweit der akademische Nachwuchs gefördert wird. Weiter dienen Drittmittel, die im Wettbewerb gewonnen wurden, Patente und wissenschaftliche Publikationen als Massstab für die Evaluation.


Gebäude für klinische Forschung dringend notwendig
 

Die Universität Bern bezahlt dem Inselspital jährlich über 90 Millionen CHF für Lehre und Forschung. Als Gegenleistung bildet das Inselspital Studierende aus und stellt Infrastruktur für die Forschenden zur Verfügung. Wie Felix Frey bemängelte, wurde am Inselspital in den vergangenen 20 Jahren zwar der Dienstleistungssektor massiv ausgebaut, die Forschungsinfrastruktur jedoch nicht auf den Stand eines modernen Universitätsspitals gebracht. Im Gegenteil, Laboratorien und Tierställe seien abgebaut worden. Neue Laboratorien für die klinische Forschung würden dringend benötigt. Frey dazu: «Ein Universitätsspitel ohne Forschung ist letztlich ein Kantonsspital».


Universitäre Bauten: Alles läuft nach Plan

Der universitäre Baubereich im Jahr 2006 ist geprägt durch den Abschluss verschiedener Bauvorhaben und die Konkretisierung des Grossprojekts auf dem von Roll-Areal: Im September wurde das Baugesuch eingereicht. Die Zeitpläne konnten überall eingehalten, zum Teil gar unterschritten werden. Verwaltungsdirektor Daniel Odermatt machte auf die Flächenstatistik der Universität Bern aufmerksam: seit 2002 seien die Studierendenzahlen dermassen gestiegen, dass auch die Zunahme an Nutzfläche nicht mithalten könne. So stünde heute insgesamt weniger Nutzfläche pro Studierende zur Verfügung als noch vor vier Jahren. Damit entkräftete er den oft gehörten Vorwurf, die Universität übertreibe ihre Bauaktivitäten.

19.10.2006