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Greinacher-Preis 2006 geht an zwei Physiker

Am 10. November 2006 wird zum vierten Mal der Preis der Heinrich Greinacher Stiftung verliehen. Er geht an die beiden Physiker Prof. Martin Heimann und Prof. Robert Wimmer-Schweingruber. Beide haben an der Universität Bern studiert, und beide sind heute an deutschen Forschungsinstituten tätig.

Prof. Heimann erhält einen Preis von CHF 20'000.- für seine grundlegenden Entwicklungen biogeochemischer Modelle auf globaler Skala und für seine experimentellen Arbeiten zum Nachweis atmosphärischer Spurenstoffe. Heimann hat erstmals den globalen Kohlenstoffkreislauf mit Hilfe eines realistischen Klimamodells simuliert und konnte bestimmen, wo Kohlenstoff vom Erdsystem aufgenommen wird. Diese Arbeit ist heute im Zusammenhang mit diskutierten Reduktionen der CO2-Emissionen zur Begrenzung der globalen Erwärmung von grosser gesellschaftlicher Bedeutung. Heimann ist heute Direktor am Max-Planck-Institut für Bio-Geochemie in Jena.

Prof. Wimmer-Schweingruber erhält ebenfalls einen Preis von CHF 20'000.- für seine originellen Beiträge zur Physik der Heliosphäre und zur Erforschung der Zusammensetzung des Sonnenwindes. Unser Sonnensystem ist umgeben von Gas und Staub, dem sogenannten interstellaren Medium. Der Sonnenwind bläst ein riesiges Loch - die Heliosphäre - in dieses Medium. Die Heliosphäre reicht weit über die Bahn von Pluto hinaus; sie bildet die Umwelt der Sonne. Durch die variable Sonnenaktivität wird die Heliosphäre kontinuierlich verändert. Sie beeinflusst beispielsweise die irdische Magnetosphäre und das Eindringen der kosmischen Strahlung ins innere Sonnensystem. Robert Wimmer-Schweingruber ist heute Ordinarius an der Universität Kiel, wo er den Lehrstuhl für extraterrestrische Physik innehat.

Die Professor Heinrich-Greinacher-Stiftung wurde im Jahr 1988 gegründet. Sie verwaltet den Nachlass von Frieda und Heinrich Greinacher. Zweck der Stiftung ist es, die Zinserträge des Stiftungskapitals für den Greinacher-Preis sowie für die Unterstützung von in- und ausländischen Nachwuchsforschern zu verwenden. Heinrich Greinacher (1880-1974) war von 1924 bis 1952 Professor für Physik und Direktor des Physikalischen Institutes der Universität Bern. Mit geringen Forschungsmitteln entwickelte Heinrich Greinacher verschiedene Instrumente, die später entscheidend zu bahnbrechenden Erfolgen in der Kernspaltung und der Elementarteilchenphysik beigetragen haben.

09.11.2006