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Berner Wissenschaftler sagen Ausgrabung in Israel ab

Wegen der politischen Situation wird ein internationales Grabungsprojekt unter Berner Leitung nicht durchgeführt. An der Ausgrabung, die am 1. August beginnen sollte, wären Forschende aus 10 Ländern beteiligt gewesen.

Die Ausgrabung in Tel Kinrot/Tell el-Oreme (Kinneret) am Nordwestufer des Sees Gennesaret wurde vor zwei Tagen aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Grabung, an der neben Mitarbeitenden des Instituts für Bibelwissenschaft der Universität Bern auch Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus insgesamt 10 Ländern beteiligt sind, sollte an einem der wichtigsten Orte des Landes für die Frühzeit des biblischen Israel stattfinden. «Wir haben bis zuletzt gehofft, dass sich die Situation doch noch ändert und wir graben können», sagt der Berner Stefan Münger, Co-Direktor des internationalen Projekts. Aber man wolle die Mitarbeitenden nicht gefährden. Der Siedlungshügel von Kinneret liegt in unmittelbarer Nähe zu Ortschaften wie Tiberias oder Korazin, die in den letzten Tagen massiv von Raketen der Hizbollah beschossen wurden.

Die Ausgrabungsstätte, die bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war, wird seit den frühen 80er Jahren international archäologisch erforscht, seit 1997 unter Berner Beteiligung. Schwerpunkt der Untersuchungen ist derzeit die Periode zwischen 1050 und 900 v.Chr., diejenige Zeit also, während der sich im Gebiet des heutigen Syrien, Libanon, Israel und Jordanien erste staatliche Strukturen gebildet haben.

26.07.2006