Prof. Dr. Birgit Schneider, Institut für Künste und Medien, Universität Potsdam

Linien als Reisepfade der Erkenntnis. Humboldts Klimakarte als Entstehungsort einer Proto-Ökologie

Mittwoch, 28.03.2018, 18:15 Uhr


Veranstaltende: Collegium generale
Redner, Rednerin: Prof. Dr. Birgit Schneider, Institut für Künste und Medien, Universität Potsdam
Datum: 28.03.2018
Uhrzeit: 18:15 - 19:45 Uhr
Ort: Auditorium maximum
Hauptgebäude
Hochschulstrasse 4
3012 Bern
Merkmale: Öffentlich
kostenlos

Zusammenfassung des Referats

Der Vortrag wird die Rolle der Visualisierung und der Kartografie für Klimatologie im frühen 19. Jahrhundert anhand von Humboldts eigener ästhetischer Praxis in zahlreichen Beispielen nachzeichnen. Die Charakteristik dieser Forschung wurde später als Humboldtian Science (Susan F. Cannon) beschrieben:  das Ideal einer präzisen Beobachtung, das aus sinnlichen Wahrnehmungen entspringt. Dieser tief in der Romantik verwurzelte Ansatz schrieb sich in die frühe Naturforschung und Proto-Ökologie ein – und ist bis heute Teil vieler ökologischer Perspektiven. Unter diesem Blick, der große Zusammenhänge in Wechselwirkung mit den einzelnen Organismen dynamisch betrachtete, beginnt die Erde selbst zu atmen und es setzt sich ein globales Wechselspiel aus Organismen und Umgebung in Gang, das zu ergründen zum Forschungsprogramm für folgende Generationen wurde. Am Beginn dieses neuen Blicks auf die Erde steht aber auch ein neuer Blick auf Daten – und hier speziell eine Datenkarte von 1817 aus der Bildpraxis Alexander von Humboldts, die erstmals Klimazonen aus gemittelten Messdaten zeichnete. Anhand dieser Karte wird der Vortrag Fragen von Ästhetik, synoptischer Erkenntnis sowie Sichtbarmachung mittels Datenvisualisierung diskutieren.

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