Dr. Amrei Buchholz, Kunstgeschichtliches Seminar, Universität Hamburg

Entblätterter Kosmos. Visualisierungsstrategien in Alexander von Humboldts Werk

Mittwoch, 23.05.2018, 18:15 Uhr

Veranstaltende: Collegium generale
Redner, Rednerin: Dr. Amrei Buchholz, Kunstgeschichtliches Seminar, Universität Hamburg
Datum: 23.05.2018
Uhrzeit: 18:15 - 19:45 Uhr
Ort: Auditorium maximum
Hauptgebäude
Hochschulstrasse 4
3012 Bern
Merkmale: Öffentlich
kostenlos

Zusammenfassung des Referats

Aus kunst- ebenso wie aus kartographiehistorischer Perspektive wurde das Werk Alexander von Humboldts bislang keineswegs umfassend erschlossen. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Bedeutung, die das Visuelle für die Generierung von Wissen in Humboldts Werk hatte, als auch für die darin angewandten Strategien visueller Wissensvermittlung. Der Vortrag setzt sich mit beiden Aspekten auseinander, wobei sowohl erste Forschungsergebnisse vorgestellt als auch noch bestehende Desiderate aufgezeigt werden sollen. 

Grundüberlegung des Vortrags ist, dass Alexander von Humboldt nicht nur seine Texte netzartig aufspannte, sondern auch seine Graphiken zu komplexen Gefügen verknüpfte. Humboldts Graphiken besitzen also nicht nur für sich allein Aussagekraft, vielmehr entfalten sie ihr volles Erkenntnispotential erst dann, wenn sie im Kontext seiner Atlanten, genauer: seines Gesamtwerks, betrachtet werden. Exemplarisch lässt sich diesbezüglich nicht nur die Konzeption des Atlas du Nouveau Continent (1814-1837) anführen, sondern auch jene der Vues des Cordillères (1810-1813). Die experimentelle Zusammenführung von Informationen über das Einzelbild hinweg eröffnete Humboldt ganz neue Möglichkeiten der Wissenspräsentation und band zugleich den Betrachter in gesteigertem Maße in den Rezeptionsprozess mit ein.

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