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Bau und Raum

Projekt 'Laborgebäude Murtenstrasse'

Murtenstrasse 24-28

Ein medizinisches Forschungs- und Dienstleistungsgebäude

Inbetriebnahme Ende 2021

Nördlich des Areals Inselspital, zwischen Murtenstrasse und der Bahnlinie, sowie angrenzend ans Inselparking gelegen, entsteht ein zeitgemässes Laborgebäude für die medizinische Fakultät. 

Visualisierung Nordansicht
Visualisierung Nordansicht

Es wird ab Bezug per Ende 2021 der Standortkonzentration des heute auf sieben Standorte verteilten Instituts für Rechtsmedizin IRM dienen, und ergänzt als einer von vier Haupstandorten die Forschungsflächen des Departements für Biomedizinische Forschung DBMR. Nebst der Unterbringung von Forschungsgruppen in Grosslaboren ermöglicht der Neubau den Zusammenzug der zentralen Dienstleistungen des DBMR, den CoreFacilities, an einem Ort.

Das zurückgesetzte Sockelgeschoss ermöglicht eine durchgängige Laube mit Publikumsnutzung entlang der ansteigenden Murtenstrasse. Die drei eigenständigen Zugänge in die Institute öffnen sich zu überhohen mineralischen Eingangsbereichen, bereichert mit einer Wasser- und Lichtinstallation des Künstlers Emmanuel Rossetti.

Visualisierung Seite Murtenstrasse
Visualisierung Seite Murtenstrasse

In den nutzerflexiblen Obergeschossen entstehen moderne Laborflächen. Sie gliedern sich auf knapp 33m Grundrisstiefe in einen Laborbund mit Dokumentationsarbeitsplätzen entlang der rund 66m langen Nordfassade, einen tageslichtlosen Mittelbund mit Laborneben- und Sanitärräumen sowie einen Bürobund entlang der Fassade auf der Seite Murtenstrasse.

Der Laborkorridor wird mit offenen Besprechungsnischen zum Wissenschaftsboulevard, die Büroschiene wird mittels grosszügigem Pausenbereich aufgelockert. In diesen SocialHubs sowie im westlich gelegenen Aussenraum wird die Kunstintervention 'Ten Tables and One' von Fabian Marti die Atmosphäre prägen.

Visualisierung Labor und Laborgang
Visualisierung Labor und Laborgang

Die Untergeschosse beherbergen nebst der Gebäudetechnikzentralen weitere Institutsflächen. Die Parkieranlage in den beiden untersten Geschossen wird über die bereits bestehende Einfahrt des Inselparkings erschlossen.

Architektur: Schneider & Schneider Architekten ETH BSA SIA AG, Aarau, Schweiz
Visualisierung: nightnurse images gmbh, Zürich, Schweiz

Projekthistorie

Bereits zur Jahrtausendwende zeichnet sich ab, dass der 80-jährige Hauptsitz an der Bühlstrasse 20 das Wachstum des Instituts für Rechtsmedizin nicht wird aufnehmen können. Das Gebäude ist in einem ungenügenden baulichen Zustand, der Standard der Labors und der Arbeitsplätze entspricht nicht mehr den Anforderungen. Mittels Bereitstellung des angrenzenden Gebäudetrakts und einer Vielzahl von Provisorien konnte der Betrieb in den vergangenen 20 Jahren aufrechterhalten werden. Parallel dazu läuft die Suche nach einem Ersatzstandort.

In einem städtebaulichen Ideenwettbewerb wird 2006 das langfristige städtebauliche Verdichtungspotenzial und das Konzept für die Überbauung des Areals nördlich der Murtenstrasse evaluiert. Verfasser des Siegerprojekts «Mont Vully» sind Graber Pulver Architekten, Bern. Am 9. Juli 2009 trittdie entsprechende Überbauungsordnung„Murtenstrasse 10–66“ in Kraft.

Die inselnahe Lage bietet sich für die Zusammenführung der verschiedenen Abteilungen des IRM in einem zeitgemässen Gebäude an. Das Projekt erlaubt zudem die Unterbringung von Teilen des rasch wachsenden Departements für Biomedizinische Forschung. Die Realisierung des  Laborflächen- und Tierhaltungskapazitätsbedarfs an diesem Standort schafft die Voraussetzung für eine organisatorische Standortbereinigung.

Mit der Bewilligung des Projektierungskredits über 7,25 Mio. wird ein dreistufiger, anonymer Gesamtleistungswettbewerb mit separater Präqualifikation der teilnehmenden Totalunternehmen und Architekten durchgeführt. Aus den 7 Wettbewerbsbeiträgen wurde 2014 das Siegerprojekt „Quarz“ des Architekturbüros Schneider &Schneider, Aarau und der Gross Generalunternehmung, Brugg, gekürt.

Der vom Grossen Rat am 20. Januar 2015 mit 139 Stimmen bewilligte Ausführungskredit über insgesamt 154 Mio. wird an der kantonalen Referendumsabstimmung vom 28. Februar 2016 mit 71% der Stimmen bestätigt.

Damit werden die Liegenschaftskäufe rechtskräftig, die Rückbauarbeiten beginnen im April 2016. Nach einer weiteren Bauverzögerung um rund ein Jahr aufgrund Herausforderungen mit der Grundwasserhaltung in der Baugrube, läutet die Grundsteinlegung vom 20. April 2018 den Hochbau ein, der nach aktueller Terminplanung mit der Übergabe und dem Betriebsbeginn per Ende 2021 erfolgreich abgeschlossen werden wird.

Projektlaufzeit
Wettbewerb: 2010 - 2014
Baueingabe: 2014 - 2015
Ausführung: 2016 - 2021
Inbetriebnahme ab Herbst 2021