Bibliothek Münstergasse

Öffnungszeiten

Servicezeiten

Ausleihe/Rückgabe

Mo–Fr 8–19 Uhr, Sa 8–13 Uhr

Sonderlesesaal Historische Bestände

Mo–Fr  10–17 Uhr, Do bis 19 Uhr

Information

Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–13 Uhr

Die Bibliothek Münstergasse ist eine Teilbibliothek der Universitätsbibliothek Bern in der Berner Altstadt. Sie steht dem universitären wie auch dem kantonalen Publikum zur freien Nutzung zur Verfügung. Sie bietet Zugang zu gedruckten und elektronischen Medien, mehr als 300 Arbeitsplätze sowie ein breites Beratungs- und Schulungsangebot. Im neuen Café Lesbar steht eine abwechsungsreiche Auswahl an Speisen und Getränken im Angebot.

  • Als älteste Bibliothek der UB verwaltet die Bibliothek Münstergasse die historischen Buchbestände und Sondersammlungen. Betreut werden die Drucke bis 1900 und Rara von der Abteilung Zentrum Historische Bestände.
  • Im Rahmen ihres Auftrages als Kantonsbibliothek wird in der Bibliothek Münstergasse Literatur aus dem und über den Kanton Bern (Bernensia) erworben. Ein Ausschnitt dieses Bestandes ist als Präsenzbibliothek aufgestellt.
  • Der Grossteil des Bestandes befindet sich in der Speicherbibliothek vonRoll und kann über den Kurier bestellt werden.
  • Neuer Lesesaal: Grundangebot an gedruckten Nachschlagewerken aus allen Fachgebieten sowie Literatur zum wissenschaftlichen Arbeiten und Studium (Signatur LS).
  • Schultheissensaal: Wissenschaftliche Zeitschriften und Bernensia-Bibliothek.
  • Lounge: Populäre Zeitschriften und regionale, nationale sowie internationale Tages- und Wochenzeitungen.
  • Musikstreaming-Datenbanken in CD-Tonqualität: "Naxos Music Library" mit über 120'000 Klassik-CDs und "Jazz Music Library" mit über 75'000 Jazz-CDs.
  • Zugriff auf alle elektronischen Angebote der Universitätsbibliothek (siehe auch Datenbanken für KundInnen aus dem Kanton Bern)

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Infrastruktur

  • über 300 Arbeitsplätze
  • 6 Gruppenarbeitsräume (Reservation) mit Smartboard und Screens mit HDMI Anschlüssen
  • Carrells mit Einzelarbeitsplätzen
  • 80 Monats- und 100 Tagesschliessfächer
  • Sonderlesesaal Historische Bestände
  • Veranstaltungssaal für Tagungen, Schulungen etc.
  • Wireless-LAN (Einstieg mit Campus Account oder Bibliotheksausweis)
  • Abfrageterminals
  • Drucken, Kopieren, Scannen (1. OG und 1. UG)
  • 1 Mikrofiche-Lesegerät mit Drucker (1. UG)
  • Buchscanner (1. UG)
  • Validierungsstation UniCard (1. UG)

Dienstleistungen

Leitung Bibliothek

Benutzung, Ausleihe

Lesesäle

Information & Schulungen

Medienbearbeitung

Servicezentrum Zeitschriften

Formalerschliessung

Zentrum Historische Bestände

Erschliessung und Vermittlung

Bernensia

Konservierung

Die Geschichte des ersten profanen Bibliotheksgebäudes der Schweiz

Im Westflügel des Barfüsserklosters werden zwischen 1533 und 1535 die Buchbestände der Lateinschule, des Chorherrenstifts und der aufgehobenen Berner Klöster zur «Libery» der Hohen Schule zusammengeführt. Der Bücherbestand wächst v.a. durch Schenkungen von privaten Gelehrten oder der Professoren der Hohen Schule wie z.B. Arthopoeus (Niklaus Pfister) oder Johannes Fädminger.

Auf dem Ausschnitt des Stadtplans von Sickinger aus der Vogelperspektive rund um den Zytglogge sind die mit roten Ziegeldächern gedeckten Häuserreihen an der Kramgasse, der heutigen Hotelgasse und unterhalb einer Stützmauer am heutigen Frickweg zu erkennen. In der unteren Bildhälfte befinden sich die Bauten des ehemaligen Franziskanerklosters auf quadratischem Grundriss, an dessen rechter oberer Ecke die Lateinschule angebaut ist.
Franziskaner/Barfüsserkloster im Sickingerplan 1603/1607

1632 erhielt die Bibliothek die Sammlung des Diplomaten und Humanisten Jacques Bongars (1554-1612). Mit über 3000 Bänden vergrösserte sich der Bestand der damaligen Bibliothek mehr als um das Doppelte.

Vor dunklem Hintergrund erscheint das Brustbild von Jacques Bongars, der von 1554 bis 1612 lebte. Die Bezeichnung oben links im Bild lautet: Jac. Bongars Galliarum Regis Orator apud Germanos, das heisst: Jacques Bongars, Gesandter des französischen Königs bei den deutschen Fürsten. Der Diplomat ist stehend und leicht nach links gewendet wiedergegeben, wobei sein Blick direkt zum Betrachter gerichtet ist. In der rechten Hand hält er einen Brief, seine linke Hand liegt auf einem Buch, das vor ihm auf einem Tisch steht. Das Bildnis zeigt Bongars in fortgeschrittenem Alter mit ergrautem Haar. Das Gesicht mit der hohen runden Stirn und den weich modellierten Zügen wirkt ruhig und ernsthaft. Der Porträtierte trägt ein der Mode der Zeit entsprechendes schwarzes Wams und darunter ein weisses Hemd mit steifem flachem Kragen. Von der oberen rechten Ecke hängt ein kunstvoll drapierter Vorhang herab, der mit dem grün gedeckten Tisch links im Vordergrund korrespondiert. Die mit Bedacht im Bild platzierten Gegenstände verraten Näheres über die dargestellte Person. So lässt sich bei genauerem Hinsehen der Adressat des Briefes ausmachen. Die Aufschrift Au Roy weist ihn als Henri IV aus, in dessen Diensten Bongars stand. Der König ist noch ein weiteres Mal im Bild vertreten: Als Brustbild im Profil ziert sein Konterfei das Medaillon, das der Dargestellte an einer Ehrenkette um die Brust trägt. Neben dem Brief als Sinnbild menschlicher Beziehungen steht das Buch für Bongars‘ grosse Leidenschaft als Gelehrter und Büchersammler.
Jacques Bongars (Burgerbibliothek Bern)
Von 1787 bis 1794 bauen Niklaus Sprüngli und Lorenz Schmid das Ankenwaag-Kornhaus zur Bibliothek um. Bern hat damit die erste profane Bibliothek der Schweiz mit einem eigenen Gebäude.
Auf der Schwarz-weiss-Fotografie ist rechts das Bibliotheksgebäude zu erkennen. Links davon steht quer zur Herrengasse, die damals noch nicht bis zum heutigen Kasinoplatz durchlief, die Bibliotheksgalerie mit leicht erhöhtem Mittelteil, die direkt an das noch bestehende, dreiflügelige Klostergebäude angebaut ist. Im Vordergrund ist das Gebäude der Lateinschule zu sehen.
Blick vom Münsterturm gegen Westen auf die Berner Altstadt von 1894. Das Bibliotheksgebäude (rechts im Bild) ist bereits um den ersten Teil des Ostflügels erweitert. (Burgerbibliothek Bern)
Der heutige Schultheissensaal wurde prunkvoll eingerichtet.
Die Farbaufnahme von der Galerie öffnet den Blick in den Saal mit seinem prächtigen Holzboden, der drei unterschiedliche Muster von Parkett aus hellen und dunklen Hölzern zeigt: im Mittelteil zwischen den vier goldgelben Doppelsäulen Würfelparkett, vorn und hinten diagonal verlegtes Bernerparkett mit gegeneinander versetzten Rechtecken. In der linken oberen Bildecke erscheint angeschnitten der mit Glasketten verzierte Kronleuchter, und auf der Galerie sind die goldgerahmten grossen Schultheissenporträts zu erkennen. Im unteren Geschoss stehen Bücher in den eingebauten hellen Holzregalen an den Wänden. Auf beiden Geschossen fällt helles Licht durch die regelmässig angeordneten Fenster. Decke und Wände sind weiss.
Der Schultheissensaal

Die Marktlauben und Säumerställe im Erdgeschoss hob man 1803 auf und die Öffnungen zur Laube hin wurden zugemauert.

1860 bis 1863 wurde die Bibliothek gegen Osten (Münstergasse 61) durch Gottlieb Hebler angebaut.

1887 wurde die Bibliothek in eine Stadt- und eine Hochschulbibliothek aufgeteilt. Eduard v. Rodt. realisierte den Anbau nach Westen (Münstergasse 63) von 1904 bis 1905.

1909 brach man die Bibliotheksgalerie von Niklaus Sprüngli ab. Die Fassade der Galerie steht seit 1911 als Brunnenfassade auf dem Thunplatz.

1951 wurde die Stiftung Stadt- und Universitätsbibliothek Bern (StUB) durch den Kanton Bern, die Burgergemeinde Bern und die Einwohnergemeinde der Stadt Bern gegründet. Gleichzeitig erfolgt die Gründung der Burgerbibliothek Bern, die die Handschriften- und Graphikabteilungen der alten Stadtbibliothek übernimmt.

Die Schwarz-weiss-Fotografie zeigt den Blick in den von Segmentbögen überwölbten, hell erleuchteten langgestreckten Raum. Am Boden montieren 3 Arbeiter Schienen für die Rollgestelle. Auf der rechten Seite schützen herabhängende Planen bereits stehende Büchergestelle.
In den 60er-Jahren wurden im ehemaligen Weinkeller die ersten Rollgestellanlagen der Schweiz installiert.
Ein weiterer, grösserer Umbau fand von 1968 bis 1974 durch Peter Grützner und Walter Bürgi statt. Unter anderem wurde der Hofgarten mit fünf Untergeschossen unterkellert.
Der Blick der Schwarz-weiss-Fotografie ist von einem der Untergeschosse nach oben gerichtet, wobei die in der Mitte noch geöffneten Decken die Sicht auf die Fassade des oberirdischen Bibliotheksgebäudes zulassen. Die Arbeiten befinden sich im Rohbau: Auf der Ebene der Kamera schaufelt ein Bagger Erdhaufen, und überall sind aus den Betondecken ragende Armierungseisen zu erkennen.
Unterirdische Magazine

Von 2007 bis 2009 schlossen die Stadt- und Universitätsbibliothek (StUB, neu Zentralbibliothek) und die universitäre Bibliotheken zur Universitätsbibliothek Bern (UB) zusammen.

Die letzte umfassende Sanierung fand von 2014 bis 2016 statt. Das Bibliotheksgebäude an der Münstergasse 61/63 wurde während 2.5 intensiven Jahren in vielen Teilen umgebaut, vollständig saniert und unter dem neuen Namen Bibliothek Münstergasse im Mai 2016 wiedereröffnet.

Bauherrschaft: Burgergemeinde Bern

Investitionen: 37,3 Millionen Franken

Architekten: alb architektengemeinschaft ag, Bern

Literatur

  • Engler, Claudia, Stadt- und Universitätsbibliothek Bern, in: Handbuch der historischen Buchbestände der Schweiz, Bern 2003
  • Schatzkammern. 200 Jahre Bücher, Handschriften und Sammlungen im Gebäude an der Münstergasse 61-63. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, 56 (1994), 161-252
  • Michel, Hans A. Das wissenschaftliche Bibliothekswesen Berns vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, 47 (1985), 168-234
  • Bibliotheca Bernensis 1974. Festgabe zur Einweihung des umgebauten und erweiterten Gebäudes der Stadt- und Universitätsbibliothek und der Burgerbibliothek Bern am 29. und 30. August 1974. Bern, 1974
  • Bloesch, Hans (Hrsg.): Die Stadt- und Hochschulbibliothek Bern. Zur Erinnerung an ihr 400jähriges Bestehen und an die Schenkung der Bongarsiana im Jahr 1632. Bern: Gustav Grunau, 1932