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Bewerbungsdossier

Das Bewerbungsdossier ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg Ihrer Bewerbung. Wenn es Ihnen gelingt, mit Ihrer Bewerbung überzeugend darzulegen, dass Sie aufgrund Ihrer Qualifikationen, Erfahrungen, Kompetenzen und Ihrer Motivation die geeignete Person für die ausgeschriebene Stelle sind, werden Sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Nehmen Sie sich deshalb genügend Zeit, um ein einwandfreies Bewerbungsdossier vorzubereiten.  

Elemente eines Bewerbungsdossiers sind meistens:

  • Motivationsschreiben (auch An- oder Bewerbungsschreiben)
  • Lebenslauf (CV)
  • Beilagen (Studien- und Arbeitszeugnisse, Diplome,...)

Das Motivations- oder Anschreiben ist in der Regel dasjenige Element eines Bewerbungsdossiers, mit dem Sie einen ersten und wichtigen Eindruck hinterlassen. Die Qualität eines Motivationsschreibens entscheidet oftmals darüber, ob Ihr Bewerbungsdossier vollständig gelesen wird oder nicht. Ziel ist es, beim Empfänger Interesse zu wecken, indem Sie kurz und plausibel darlegen, weshalb Sie sich für die ausgeschriebene Stelle bewerben und aufgrund welcher Qualifikationen und Kompetenzen Sie die richtige Person für die ausgeschriebene Stelle sind.

Empfehlungen

  • Nehmen Sie sich zum Verfassen des Motivationsschreibens Zeit
  • Schicken Sie keine standardisierten Motivationsschreiben. Gehen Sie gezielt auf die ausgeschriebene Stelle und das Unternehmen ein. Stellen Sie einen Bezug zwischen Ihren Qualifikationen und dem Anforderungsprofil her
  • Verwenden Sie präzise und klar verständliche Formulierungen
  • Vermeiden Sie nichtssagende Floskeln
  • Verwenden Sie aktive und  positive Formulierungen
  • Keine Rechtschreibefehler!
  • Lassen Sie Ihr Motivationsschreiben von Drittpersonen gegenlesen

Struktur

Der Umfang des Motivationsschreibens sollte nicht mehr als 1 A4-Seite betragen. Das Motivationsschreiben besteht aus folgenden Elementen:

  • Absender: Ihre vollständigen Kontaktangaben (Vorname, Name, Wohnadresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse).
     
  • Anschrift: Vollständige Firmenadresse mit Namen der Ansprechperson. Falls keine Ansprechperson aus dem Stelleninserat ersichtlich ist, erkundigen Sie sich telefonisch bei der Firma.
     
  • Ort und Datum: z.B. "Bern, 5. Juli 2013"
     
  • Betreffzeile: In den Betreff gehören die Bezeichnung der ausgeschriebenen Stelle, die Quelle und das Erscheinungsdatum des Stelleninserates. Falls es sich um eine Initiativbewerbung handelt, sollte das aus dem Betreff ersichtlich sein. Das Wort „Betreff“ sollte nicht verwendet werden. Die Zeile wird durch Fettdruck kenntlich gemacht und endet ohne Punkt.
     
  • Persönliche Anrede: Vermeiden Sie unpersönliche Anreden wie „Sehr geehrte Damen und Herren“. Vergessen Sie nicht den akademischen Titel.
     
  • Fliesstext: Der Text sollte in drei bis fünf Abschnitte gegliedert sein und folgende Punkte beinhalten:
     
    • Eine überzeugende Einleitung ohne nichtssagende Einstiegsfloskeln. Kommen Sie schnell zur Sache. Erläutern Sie, was Sie an der Stellenanzeige angesprochen hat.
    • Legen Sie kurz, prägnant und überzeugend dar, weshalb Sie für die ausgeschriebene Stelle die geeignete Person sind. Beschreiben Sie Ihre fachlichen Kompetenzen und relevanten Berufserfahrungen, welche Sie für die Stelle qualifizieren. Gehen Sie dabei insbesondere auf die in der Stellenauschreibung genannten Anforderungen ein. Geben Sie an, welcher Tätigkeit Sie aktuell nachgehen, ohne den "roten Faden" zu verlieren.
    • Gehen Sie auf persönliche Eigenschaften ("Soft-Skills") ein, die für die Stelle von besonderer Relevanz sind.
    • Präzisieren Sie Ihre Motivation: betonen Sie Ihre Schlüsselkompetenzen und den Beitrag, den Sie für das Unternehmen leisten können und unterstreichen Sie, weshalb gerade Sie für diese Stelle geeignet sind.
    • Machen Sie kurz und bündig deutlich, dass Sie für ein persönliches Bewerbungsgespräch motiviert sind. (Achtung: Nicht "ich würde mich freuen…", sondern "Ich freue mich…")
       
  • Grussformel: "Freundliche Grüsse"
     
  • Unterschrift: Mit blauer Farbe, damit das Schreiben leicht als Original erkennbar ist.
     
  • Beilagen: Ohne das Wort "Beilagen"

Das Motivationsschreiben sollte den Personalverantwortlichen beantworten warum Sie sich bei diesem Unternehmen und für diese Stelle bewerben, was Sie für die Stelle qualifiziert und was das Unternehmen davon hat, Sie einzustellen. Falls weitere Informationen verlangt werden (Lohnvorstellungen, mögliches Antrittsdatum), dürfen diese natürlich auch nicht fehlen.

Der Lebenslauf bildet das zentrale Element einer Bewerbung und führt die wichtigsten persönlichen Daten einer Person auf. Personalverantwortliche verwenden in der Regel nur sehr wenig Zeit darauf, ein Bewerbungsdossier bzw. einen Lebenslauf zu beurteilen. Daher sollten Ihre wichtigsten Qualifikationen, Erfahrungen und Interessen für die ausgeschriebene Stelle klar ersichtlich sein. Passen Sie Ihren Lebenslauf jeweils individuell auf die ausgeschriebene Stelle an.

Struktur

Der Lebenslauf folgt nach dem Motivationsschreiben. Er wird i.d.R. tabellarisch verfasst und ist folgendermassen strukturiert:

Präsentation und Layout

  • Papier: weiss, hochwertig, minimales Gewicht (100g/m2).
  • Schriftart: Schriftgrösse nicht kleiner als 10pt.
  • Umfang: nicht länger als zwei A4-Seiten.
  • Überschrift: Der Lebenslauf muss nicht mit der Überschrift "Lebenslauf", "Curriculum Vitae" oder „CV“ betitelt werden.
  • Gliedern Sie Ihren Lebenslauf in verschiedene thematische Blöcke und versehen Sie diese mit entsprechenden Überschriften. Zwischen den Blöcken sollten Abstände eingefügt werden, damit der Text übersichtlich bleibt.
  • Einheitlichkeit: Verwenden Sie für einen ansprechenden und übersichtlichen Lebenslauf einen einheitlichen Formatierungsstil. Mischen Sie nicht zu viele Schriftgrössen/-arten.
  • Zeitangaben: Das Datum wird normalerweise auf der linken Seite, auf den Monat genau und einheitlich aufgeführt. (z. B. Monat/Jahr; 06/2009)
  • Keine Rechtschreibe- oder Grammatikfehler!
  • Ordnen Sie Ihre Beilagen im Bewerbungsdossier entsprechend der im Lebenslauf verwendeten Reihenfolge.

Formulierungen

  • Verwenden Sie kurze und möglichst präzise Formulierungen.
  • Seien Sie positiv – vermeiden Sie negative Formulierungen.
  • Generalisieren Sie nicht, sondern seien Sie konkret.
  • Verwenden Sie wenn möglich keine passiven Sätze.
  • Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Aussagen im Bewerbungsgespräch auch belegen können.
  • Schummeln bzw. stark übertriebene Darstellungen eigener Fähigkeiten: No Go!

Lücken im Lebenslauf

Lücken im Lebenslauf sind zwar nicht optimal, aber auch nicht tragisch. Wichtig ist, dass Sie die Lücken plausibel begründen können. Es kommt immer darauf an, ob ein ganzer Lebenslauf chaotisch und von Lücken geprägt ist oder es sich nur um einen Ausreisser im Werdegang handelt. Eine "Jugendsünde" ist leichter zu erklären und zu verschmerzen als ein wildes Durcheinander über mehrere Jahre hinweg.

Zu Ihren Bewerbungsunterlagen gehören auch Beilagen, die für den potenziellen Arbeitgeber von Bedeutung sind und Ihre Angaben aus dem Lebenslauf untermauern.

Dazu gehören

  • Studienzeugnisse
  • Arbeitszeugnisse
  • Allenfalls Diplome/Zertifikate
  • etc.

Studienzeugnisse

Legen Sie, wenn Sie noch keinen Abschluss haben, oder wenn explizit verlangt, jeweils eine aktuelle Version Ihres Studienblatts bei. Ansonsten reichen Sie eine Kopie Ihres Bachelor- und/oder Masterdiploms ein.

Arbeitszeugnisse

Zu Ihren Bewerbungsunterlagen gehören auch Arbeitszeugnisse von Ihren bisher ausgeübten Tätigkeiten.

Arbeitszeugnisse sollten folgende Punkte beinhalten:

  • Ihre Personalien
  • Die Funktion, die Sie während des Arbeitsverhältnisses ausgeübt haben und eine Beschreibung Ihrer Aufgaben
  • Die Dauer des Arbeitsverhältnisses, inkl. Eintritt- und Austrittsdatum
  • Die Leistungen, die Sie während des Arbeitsverhältnisses erbracht haben
  • Ihr Verhalten während dieser Zeit

Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht darauf, ein Arbeitszeugnis zu erhalten. Dieses muss wohlwollend und klar verständlich formuliert sein. Ebenso untersteht ein Arbeitszeugnis dem Grundsatz der Wahrheit und es muss vollständig sein.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Ihr Arbeitszeugnis für Sie nachteilige Formulierungen enthält, lassen Sie es prüfen. Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht darauf, Änderungen an seinem Arbeitszeugnis vorzuschlagen.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Arbeitszeugnis auf der Website des Staufenbiel Instituts
www.arbeitszeugnis.ch

Diplome/Zertifikate

Legen Sie Ihrer Bewerbung nur jene Diplome oder Zertifikate bei, die für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, relevant sind. Dazu gehören beispielsweise Sprachdiplome, Computerkurse oder Weiterbildungen, die sie absolviert haben.

Der Begriff Soft Skills – also "weiche Fähigkeiten" – bezeichnet fachübergreifende Kompetenzen und Persönlichkeitseigenschaften, welche, im Unterschied zu den mit objektiven Leistungstests relativ gut messbaren "Hard Skills" (fachspezifische Kompetenzen), relativ schwierig zu erfassen sind. 
Soft Skills sind in der modernen Berufswelt für eine Karriere unerlässlich. Insbesondere bei gleichwertiger fachlicher Qualifikation zweier Bewerbenden stellen Soft Skills oftmals die ausschlaggebende Komponente dar.

Die Darstellung und Betonung fachübergreifender Stärken ist ein wichtiges Element einer Bewerbung. Es ist daher unabdingbar, dass Sie sich mit Ihren eigenen Soft Skills auseinandersetzen, um diese im Bewerbungsprozess überzeugend darzulegen. Bleiben Sie dabei aber realistisch und vermeiden Sie Übertreibungen.

Wichtige Soft Skills

Einige Soft Skills beschreiben eine einzelne Kompetenz präzise, während bei anderen eine Reihe verschiedener Fähigkeiten subsumiert werden können. Man kann zwischen intrapersonellen und interpersonellen Soft Skills unterscheiden.

  • Intrapersonelle Soft Skills sind beispielsweise:
    • Belastbarkeit
    • Kreativität
    • Selbstbewusstsein
    • Offenheit
    • Verantwortungsbewusstsein
    • Zeitmanagementkompetenz
    • Organisationsfähigkeit
    • Lernbereitschaft
    • Selbstmotivierungskompetenz
    • Flexibilität
    • Kritikaufnahmefähigkeit
    • Problemlösefähigkeit
    • Analytisches Denken
       
  • Interpersonelle Soft Skills sind beispielsweise:
    • Kommunikative Kompetenz
    • Kontaktfähigkeit
    • Empathie
    • Teamfähigkeit
    • Kritikfähigkeit
    • Überzeugungskompetenz
    • Konfliktlösefähigkeit
    • Fremdmotivierungskompetenz
    • Führungskompetenz
    • Präsentationskompetenz

Darstellung von Soft Skills in der Bewerbung

Eine simple, zusammenhangslose Auflistung Ihrer Soft Skills sollten Sie vermeiden. Versuchen Sie stattdessen, Ihre fachübergreifenden Qualifikationen anhand konkreter Beispiele zu veranschaulichen:

  • Berufserfahrung: Stellen Sie einen Bezug zwischen den in einer Stellenausschreibung verlangten Soft Skills und Ihren fachübergreifenden Kompetenzen (die Sie z.B. im Rahmen ihrer bisherigen Berufstätigkeit erworben haben) her.
     
  • Umfang: Im Motivationsschreiben haben Sie die Gelegenheit, etwas vertiefter auf Ihre Soft Skills einzugehen als im Lebenslauf. Wenn Sie einer beruflichen Tätigkeit nachgegangen sind, in der Sie erfolgreich mit Kunden zu tun hatten, können Sie damit z.B. Ihre Kontaktfähigkeit und kommunikativen Kompetenzen akzentuieren.
     
  • Hobbys: Sie können Ihre Soft Skills auch anhand Ihrer Hobbys veranschaulichen. Wenn Sie in einem Mannschaftssportverein aktiv sind, belegen Sie damit z.B. Teamfähigkeit. Achtung: Aus einigen Hobbys lassen sich aber auch Eigenschaften ableiten, die im Hinblick auf eine ausgeschriebene Stelle nicht unbedingt wünschenswert sind (zum Beispiel übertriebene Risikobereitschaft beim Hobby „Extrembergsteigen“).