UniPress zeigt digitale Realitäten

Smartphones und Computer prägen unser Leben, wie es noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war. Doch der grosse Wandel hat eben erst begonnen, wie die aktuelle Ausgabe des Wissenschaftsmagazins UniPress zeigt.

Von Timm Eugster

Was tun wir nach dem Aufwachen, wenn wir uns mit Freunden treffen, beim Kinderhüten? Als ganz normal gilt heute: Wir greifen zum Smartphone. In wenigen Jahren hat dieses Gadget unseren Alltag und unsere sozialen Beziehungen tiefgreifend verändert. Die Auswirkungen allerdings kennen wir noch kaum. Nun schauen Forscherinnen und Forscher genauer hin: Zum Beispiel auf Spielplätzen, wo digital absorbierte Eltern und frustrierte Kinder ihre Nachmittage verbringen. Gleichzeitig sind Internet-Beziehungen heute nicht nur im Freundeskreis über Facebook eine Normalität. Sie werden sogar zur Therapie psychischer Störungen genutzt: Wenn sich Patient und Therapeutin bloss über die App begegnen, kann dies für den Heilungsprozess vorteilhaft sein, wie Forschungsresultate zeigen.

Denkende Maschinen

Und dies ist erst der Anfang der digitalen Umwälzung: Davon sind die UniPress-Autorinnen und Autoren überzeugt. Nicht nur im Silicon Valley, sondern auch in Bern lassen sich Forschende von der menschlichen Intelligenz inspirieren, um künstliche Intelligenz zu schaffen, die uns den Alltag erleichtern soll – angefangen bei der Frage, ob wir heute besser das Tram oder das Taxi nehmen. Herausgefordert sind speziell die Geisteswissenschaften: Der «digitale Geist» ist dem menschlichen bereits heute in vielem überlegen – und in Zukunft sollen Maschinen sogar Interpretationen von Texten vornehmen und Meinungen vertreten können.

Bleibt die Frage, wie wir den Wandel gestalten: Kann etwa der globale Datenverkehr so reguliert werden, dass die neue digitale Weltwirtschaft blüht, ohne dass wir dafür unsere Privatsphäre und Sicherheit opfern? Und wie können wir die digitale Zukunft nachhaltig gestalten?

Laborneubau stärkt Gesundheitsstandort

Um die Zukunft des Gesundheitsstandorts Bern geht es im UniPress-Gespräch mit Vizerektor Christian Leumann: In unmittelbarer Nähe des Inselspitals soll ein neues Laborgebäude für das Institut für Rechtsmedizin und das Departement Klinische Forschung erstellt werden. Für Leumann ist das Projekt unabdingbar, um die Zukunft der Rechtsmedizin und eine hochstehende klinische Forschung zum Wohl von Patientinnen und Patienten zu sichern. 

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Timm Eugster ist Redaktor bei UniPress.

17.12.2015