UniPress: Experiment Klasse S9b

Man nehme eine Klasse mit 21 Jugendlichen kurz vor Schulabschluss, lasse sie Fragen aushecken und bringe sie mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen. Das Resultat des Experiments: Vielseitige Überraschungen. Davon zeugen die Aufzeichnungen der Begegnungen in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins UniPress – und ab nächster Woche als Sommerserie in «uniaktuell».

Von Marcus Moser und Timm Eugster

Sie heissen zum Beispiel Ceren, Lea und Milena oder Alper, Diego und Emre. Das sind 6 von 21 Schülerinnen und Schülern der Sekundarklasse S9b aus der Berner Vorortsgemeinde Ostermundigen. 

Für die Sekundarklasse S9b endet die obligatorische Schulzeit diesen Sommer. Damit folgt mit der Lehre oder einer anderen Schule ein neuer Lebensabschnitt, der die jungen Leute jetzt natürlich beschäftigt. Gibt es da noch Platz für andere Fragen, auf die sie gerne eine Antwort hätten? Und wie! Zum Beispiel die: Können Menschen mit verschiedenen Religionen heiraten? Kann man Krebs heilen? Können Tiere die gleichen Krankheiten wie Menschen haben? Ist Dankbarkeit der Schlüssel zum Glück? Wie würde das heutige Klima ohne Menschen aussehen? Wie kann ich gut trainieren?

Die Universität Bern ist eine offene Institution. Der Austausch mit der Bevölkerung ist ihr ein Anliegen. Haben wir Antworten auf die genannten Fragen der Jugendlichen? UniPress hat die Probe aufs Exempel gemacht und die Klasse zur Begegnung mit Forscherinnen und Forschern eingeladen. In Gruppen haben sie jeweils eine Forscherin oder einen Forscher getroffen, über ihre Fragen gesprochen und ausgewählte Teile der Universität kennengelernt. Die sechs Besuche verliefen allesamt überraschend – für die Gastgeberinnen genauso wie für die Gäste – und überraschend verschieden. 

Es droht ein globaler Handelskrieg

«Die Lage ist ernster, als viele meinen», sagt Manfred Elsig, Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunkts NCCR Trade Regulation, im Gespräch mit UniPress: Machen die USA ernst mit protektionistischer Abschottungspolitik, droht laut Elsig ein globaler Handelskrieg. Und dies wäre für den Westen – gerade auch für die Schweiz – noch weit fataler als für Schwellenländer wie etwa China. Die Globalisierung, wie wir sie kennen, müsse sich verändern, sonst verliere sie die Unterstützung der Menschen, betont Elsig: «Jene, die profitieren von der Globalisierung müssen sich solidarischer zeigen mit denjenigen, die benachteiligt werden.» 

Manfred Elsig, Professor am World Trade Institute WTI der Universität Bern. Foto: Adrian Moser
Manfred Elsig, Professor am World Trade Institute WTI der Universität Bern. Foto: Adrian Moser

Ausserdem zeigt das aktuelle UniPress, wie man sich in den Ferien an besten erholen kann. Und was es braucht für ein konstruktives Gespräch – sei es zwischen Kriegsgegnern oder zwischen Eheleuten.

UniPress Gespräch als Podcast

Gespräch mit dem Manfred Elsig, Vizedirektor des World Trade Institute, über die Krise der Globalisierung.

Zu den Autoren

Marcus Moser arbeitet als Leiter Corporate Communication an der Universität Bern. 
Timm Eugster arbeitet als Redaktor bei UniPress.

16.06.2017