«The Spirit of Bern»: Die Grundlage ist gelegt

Rund 700 Personen fanden sich am Montag, 18. Januar im Berner Kursaal für die erste Ausgabe des «The Spirit of Bern» ein, einem Forum für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Thematisiert wurden Chancen und Risiken der Digitalisierung, die Ergebnisse des Klimagipfels von Paris sowie das Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU.

Corporate Communication / The Spirit of Bern

Die Universität Bern ist neben der Mobiliar, Swisscom, Securitas, Bern Tourismus und dem Kursaal Bern einer der sechs Partner, die für den «Spirit of Bern» verantwortlich zeichnen. Der Stiftungsratspräsident und Organisator Daniel Buser, Professor für Zahnmedizin an der Uni Bern ist, äussert sich gegenüber «uniaktuell» erfreut über die erste erfolgreiche Durchführung: «Der Erstanlass war zweifellos ein Erfolg und hat bestätigt, dass das Konzept funktioniert.» Es gelte nun, den «The Spirit of Bern» in drei bis fünf Jahren zu einem Forum mit nationaler Ausstrahlung aufzubauen: «Die Grundlage dazu ist gelegt!», so Buser.

Martin Täuber, Rektor der Universität Bern, freute sich insbesondere über die grosse Zahl der Teilnehmenden und die hohe Qualität der Referate. Täuber sagte: «Nun können wir uns daran machen, die nächste Veranstaltung zu planen und allfällige Verbesserungen im Format aufzunehmen.» Selbstverständlich werde auch der zweite «The Spirit of Bern» hochaktuelle und global wichtige Themen aufgreifen. «Wir wollen die Veranstaltung noch interaktiver gestalten, damit auch der Dialog mit dem Publikum zu einem wichtigen Element wird», betonte Täuber

Chancen und Risiken der Digitalisierung

Mit welchen Chancen und Risiken uns die fortschreitende Digitalisierung konfrontiert, war das erste Thema am «The Spirit of Bern». Für die erste Diskussionsrunde legte Rufus Pollock die Basis mit seinem Referat zum Thema «Open Knowledge», dem freien Zugang zu Wissen und Information also. Vor der Diskussionsrunde wurde Jaron Lanier aus Amerika zugeschaltet, der ursprünglich als Referent eingeplant war, dem aber die Ausreise verweigert worden war, weil sein Pass nicht lange genug gültig war. Gefordert wurde dann in der Diskussionsrunde, an der unter anderen Matthias Stürmer von der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit und Mira Burri vom World Trade Institute der Uni Bern teilnahmen, dass der Handel mit digitalisierten Büchern, Musik oder Filmen anders organisiert sein müsste und dass der Fokus neben dem Datenschutz auch auf die Nutzung von digitalen User-Daten gelegt werden sollte. Auch wurde der Ruf nach einer öffentlichen digitalen Infrastruktur laut, die momentan nur von einigen mächtigen Konzernen wie Facebook oder Google bereitgestellt wird. 

Ist das Klima noch zu retten?

Anschliessend fasste Thomas Stocker, Klimaforscher an der Uni Bern, in seinem Referat die Ergebnisse des Klimagipfels von Paris zusammen. Eindrücklich legte Stocker dar, mit welchen Konsequenzen wir rechnen müssen, wenn die Treibhausgasemissionen nicht wie im Abkommen von Paris vorgesehen reduziert werden. Auch führte Stocker dem Publikum vor Augen, welche Auswirkungen – die bereits jetzt nicht mehr abzuwenden sind – auf den Ausstoss von CO2 und den Klimawandel zurückzuführen sind.

Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU im Fokus

Joe Francois vom World Trade Institute der Uni Bern gab im dritten Teil des «The Spirit of Bern» zunächst einen Einblick in das TTIP-Abkommen zwischen den USA und der EU, bei dem es um den Abbau von Handelshemmnissen geht. In welcher Art und Weise die Schweiz von diesem Abkommen betroffen sein wird, war unter anderem Thema während der anschliessenden Diskussionsrunde mit hochrangigen Experten. 

Die zweite Ausgabe des «Spirit of Bern» ist für den 30. Januar 2017 geplant. 

20.01.2016