Nachhaltig hoch 3

Der erste gemeinsame Nachhaltigkeitstag der drei Berner Hochschulen war ein voller Erfolg. Über 300 Personen haben sich an Referaten, an einer Podiumsdiskussion, an 24 interaktiven Ständen und in 18 verschiedenen Workshops über die Arbeit der Hochschulen informiert.

Von Michael Gerber

«Als grüner Politiker fühle ich mich am ersten Nachhaltigkeitstag der drei Berner Hochschulen wie ein Fisch im Wasser», freute sich der Erziehungsdirektor und grüne Regierungsrat Bernhard Pulver bei der Eröffnung des Nachhaltigkeitstages am 6. April 2017. Die Pädagogische Hochschule PHBern, die Universität Bern und die Berner Fachhochschule (BFH) hatten den Anlass während eines Jahres gemeinsam geplant und vorbereitet. Durchgeführt wurde die Tagung im Hochschulzentrum vonRoll, das von der Universität Bern und der PHBern gemeinsam genutzt wird. Vernetzen und Synergien schaffen – dies waren die Ziele des Anlasses. Pulver zeigte in seinem Referat auf, dass nachhaltige Lösungen nur zu erreichen sind, wenn Herausforderungen aus sozialen, ökologischen und ökonomischen Perspektiven betrachtet werden. «Beim sorgfältigen Abwägen treten immer wieder Zielkonflikte auf», sagte Pulver. «Bei allem, was man tut, das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit», zitierte Pulver den deutschen Unternehmer Eric Schweitzer.

Leitfaden für Dozierende zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung

«Die Nachhaltigkeit hat für die Universität Bern eine hohe Bedeutung, sie ist einer der fünf thematischen Schwerpunkte der Strategie 2021», betonte Vizerektorin Doris Wastl-Walter. «Wir wollen den zukünftigen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern das Rüstzeug mitgeben, das ihnen in ihrem Berufsleben eine nachhaltige Arbeit ermöglicht», sagte Wastl-Walter. An der Universität gebe es auf allen Stufen Nachhaltigkeits-Angebote, und Nachhaltigkeit sei in der Forschung, in der Lehre und im Betrieb ein bedeutendes Thema. Unter dem Stichwort Bildung für Nachhaltige Entwicklung nannte sie den eben erschienenen Leitfaden für Dozierende als Meilenstein (siehe: http://www.bne.unibe.ch/).

Magdalena Schindler, Stellvertretende Rektorin der Berner Fachhochschule, setzte sich in ihrem Referat dafür ein, dass alle Bemühungen der drei Hochschulen um Nachhaltige Entwicklung sichtbarer gemacht werden. «Die Berner Fachhochschule ist daran, die Nachhaltigkeit institutionell einzubetten und organisatorisch abzubilden», sagte Schindler.

Herzensangelegenheit Bildung für Nachhaltige Entwicklung

«Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ist an der PHBern eine Herzensangelegenheit», sagte Martin Schäfer, Rektor der PHBern. Die Studierenden sollen eine forschende und reflexive Grundhaltung entwickeln, um für ihre Arbeit in einem sich dauernd verändernden Umfeld gerüstet zu sein. Nachhaltige Entwicklung sei zwar fester Bestandteil in allen Studiengängen, werde aber vielfach noch nicht im gewünschten Ausmasse wahrgenommen. Diese Beobachtung wurde in der folgenden Podiumsdiskussion auch vom PHBern-Dozenten Marco Adamina bestätigt: «Wir müssen Grenzgänger werden und den Blick über den Tellerrand wagen.»

Mélanie Feurer, Studentin an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften der BFH wünschte sich in der Diskussion eine engere und intensivere Zusammenarbeit der Hochschulen. Dies würde die Nachhaltige Entwicklung stärken. Bernhard Pulver wies nochmals darauf hin, dass er über die Zusammenarbeit der Berner Hochschulen im Bereich Nachhaltigkeit stolz sei. Auch die Berner Regierung habe sich der Nachhaltigen Entwicklung verpflichtet und gehe so mit gutem Beispiel voran. Eine Studentin forderte, dass ehrenamtliche Arbeit im Bereich Nachhaltigkeit mit Credits abgegolten werden sollte. Pulver hielt dem entgegen, dass ehrenamtliche Arbeit sicher mehr Wertschätzung erfahren solle, aber nicht immer mit Credits belohnt werden müsse. Ein Votant aus dem Publikum wies darauf hin, dass Nachhaltige Entwicklung ein bewusster Entscheid sein müsse und weder wertneutral noch zweckneutral umgesetzt werden könne.

24 Stände zeigten die grosse Welt der Nachhaltigen Entwicklung

Nach dem Plenum lud Thomas Breu, der Direktor des Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern, zum Gang durch die Ausstellung. An 24 interaktiven Ständen wurden Projekte der drei Hochschulen vorgestellt (siehe Box). Er wies daraufhin, dass wie auf einem Bazar diskutiert, verhandelt und gekauft werden könne und rief dazu auf, Freude und Spass zu haben und die Vielfalt auch sinnlich zu erfahren. 

«Es ist ein wertvolles und zielgerichtetes Kooperationsprojekt», lobte Monika Bandi Tanner, die Leiterin der Forschungsstelle Tourismus (CRED-T) der Universität Bern den Nachhaltigkeitstag. «Ich finde es sehr wichtig und gut, dass sich die drei Bildungsinstitutionen ihrer Verantwortung in Bezug auf die nachhaltige Entwicklung bewusst werden», sagte sie an ihrem Stand, an dem Besucherinnen und Besucher unter anderem über eine Potentialanalyse informiert wurden, die die Forschungsstelle Tourismus (CRED-T) für die weltweit führende Tourismusmesse, die jeweils in Berlin stattfindet, durchgeführt hatte (siehe Plakat).

An zwei von insgesamt 18 Workshops konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in Forschungsprojekte nehmen und mehr über die Umsetzung in der Lehre erfahren. Auch diese Blitzlichter waren sehr spannend und lehrreich.

Mehr als 300 Angehörige der drei Berner Hochschulen nahmen am ersten gemeinsamen Tag für Nachhaltige Entwicklung teil. Neben den Dozierenden, zahlreichen Leitungspersonen und Mitarbeitenden waren auch viele Studierende da. Die Vielfalt der Projekte beeindruckte, gleichzeitig wurde aber auch klar, die Arbeit im Bereich Nachhaltige Entwicklung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung hat erst gerade begonnen.

Vernetzen und Synergien schaffen

Am 6. April 2017 führten die PHBern, die Universität Bern und die Berner Fachhochschule den ersten gemeinsamen Nachhaltigkeitstag durch. Der Tag machte aktuelle Themen im Bereich Nachhaltigkeit aus der Lehre, der Forschung und dem Betrieb der Berner Hochschulen sichtbar.

Zum Autor

Michael Gerber ist Kommunikationsbeauftragter der PHBern. 

07.04.2017