Frauenmehrheit und Erdrutschsieg der neuen WIR-Partei

Bei den StudentInnenrat-Wahlen 2015 gab es zwei grosse Gewinnerinnen: die Gruppierung «Wirtschaftswissenschaften im Rat» (WIR), welche zum ersten Mal angetreten ist, und die Frauen – mit 21 gewählten Kandidatinnen wurden die geforderten 40 Prozent Frauenanteil deutlich übertroffen.

Von Eno Nipp

Das «Stimmvolk» der Universität Bern hat gesprochen: Vom 9. bis 26. März 2015 haben die Studierenden der Universität Bern online den StudentInnenrat gewählt. Als Parlament der StudentInnenschaft der Universität Bern (SUB) legt es unter anderem die Leitlinien für deren politische Ausrichtung fest. Gegenüber den letzten Wahlen von 2013 konnte die Wahlbeteiligung mit insgesamt 1934 Wählerinnen und Wählern von 9 auf 16.6 Prozent gesteigert werden.

Neue Sitzverteilung mit einer zusätzlichen Partei

Aus sieben Wahllisten mit total 118 Kandidierenden wurden mittels elektronischer Stimmabgabe die 40 Sitze für die Legislatur der nächsten zwei Jahre verteilt. Angetreten sind sämtliche bisherigen Parteien: das Sozialdemokratische Forum (SF), die Grünliberalen (glp), die Jungen Grünen Uni Bern (jg), die Jungfreisinnigen (jf), die christliche Wolke 7 (W7), sowie die naturwissenschaftliche Tuxpartei (tux). Erstmals kandidierte die Liste «WIR – Wirtschaftswissenschaften im Rat», welche sich auf Anhieb 8 Plätze sichern konnte und damit hinter dem Sozialdemokratischen Forum zweitstärkste Kraft im Parlament wird.

Der Rat setzt sich neu aus 9 SF (-1), 8 WIR (+8), 7 jg (-1), 7 glp (-1), 5 jf (0), 2 W7 (- 3) und 2 tux (-1) zusammen. Das beste Resultat aller Kandidierenden erzielte Salome Trafelet (SF), die bisherige Präsidentin des Rats, mit 842 Stimmen. Von den Gewählten sind 21 Frauen – die Frauenquote von 40 Prozent wurde somit deutlich übertroffen.

Legislaturbeginn 16. April

Neben der politischen Ausrichtung der SUB befindet der Rat über Massnahmen, die zur Wahrung der Interessen der Studierenden zu ergreifen sind. Er wählt den Vorstand sowie die SUB-Delegierten in universitären Kommissionen. Diesen erteilt er Aufträge und übt die Aufsicht aus. Der Rat tagt mehrmals pro Semester. Die Sitzungen sind öffentlich und jedem SUB-Mitglied steht das Diskussionsrecht zu. Die neue Legislaturperiode beginnt am 16. April 2015 an der konstituierenden Sitzung des StudentInnenrates. Die nächsten Wahlen finden voraussichtlich im Frühjahr 2017 statt.

17.03.2015