Einweihung des neuen Forschungsgewächshauses

Am Freitag, 1. April, wurde in Ostermundigen das neue Forschungsgewächshaus eingeweiht. Warum das neue Gebäude von enormer Wichtigkeit für Forschung und Lehre des Instituts für Pflanzenwissenschaften (IPS) der Uni Bern ist, erfuhr «uniaktuell» an der Einweihungsfeier.

Von Brigit Bucher

Das Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern (IPS) ist im Botanischen Garten Bern (BOGA) am Altenbergrain beheimatet. Dort stehen dem Institut aber nur sehr begrenzte Gewächshausflächen zur Verfügung, und auch der Platz für Versuchspflanzen in den Klimakammern war bei weitem nicht mehr ausreichend. Das neue Forschungsgewächshaus in Ostermundigen wird den Forschenden nun genügend Fläche und die notwendige technische Infrastruktur für Forschung und Lehre auf höchstem Niveau bieten. Am Freitag, 1. April wurde das neue Gebäude im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern des Kantons Bern, der Burgergemeinde Bern und der Universität Bern eingeweiht.

Erforschung und Schutz von Ökosystemen

Das IPS untersucht das gesamte Spektrum der pflanzlichen Vielfalt, von der molekularen Vielfalt über die Zellen und Organe bis zu ganzen Individuen, Populationen, Lebensgemeinschaften und Ökosystemen. Dies wirft spannende Fragen in der genetischen, physiologischen und ökologischen Grundlagenforschung auf und führt zur Behandlung verschiedenster angewandter Themen. So geht das IPS unter Anderem der Frage nach, warum – obschon die meisten Arten eher stabil bleiben – bestimmte einheimische Arten immer seltener werden und verschiedene exotische Arten sich eher ausbreiten.  Ebenso werden die Evolution und Anpassung von Pflanzen an globale Umweltveränderungen und die Wechselwirkungen von Pflanzen mit Bestäubern oder pflanzenfressenden Tieren untersucht. Entsprechende Forschungsprojekte und Experimente benötigen moderne, klimatisierte Gewächshäuser. Das neue Forschungsgewächshaus ermöglicht es dem IPS, Pflanzen unter definierten, kontrollierten Bedingungen zu kultivieren und so vergleichbare und reproduzierbare Experimente durchzuführen.

Realisierung möglich dank der Burgergemeinde Bern und des Bundes

Die gesamten Baukosten des Gewächshauses beliefen sich auf rund 11,2 Millionen Franken. Sie wurden von der Hochschulstiftung der Burgergemeinde Bern, dem Bund und der Universität getragen. In seiner Rede bedankte sich Martin Täuber, Rektor der Universität Bern, bei den Geldgebern und betonte die Bedeutung des neuen Forschungsgewächshauses. Die bisherige Forschung des Instituts für Pflanzenwissenschaften hätte in den letzten Jahren unter suboptimalen Bedingungen stattfinden müssen. Täuber weiter: «Mit dem neuen Gebäude werden die experimentellen Bedingungen wesentlich verbessert. Wichtige Projekte wie die Entwicklung von robusteren Getreidesorten, welche zur  Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern beitragen, können nun in modernen Forschungsanlagen durchgeführt werden.»

Konkurrenzfähige Forschung und attraktive Lehre

Nicht nur für eine international konkurrenzfähige Forschung, sondern auch für eine attraktive Lehre ist das Forschungsgewächshaus von grosser Bedeutung. Doris Rentsch, Molekulare Pflanzenphysiologin und Leiterin des Departements Biologie der Universität Bern sagt: «Auch die Lehre im Grund- und Hauptstudium benötigt Anzuchtsfläche, sowohl für Pflanzen als Anschauungs- und Analyseobjekte als auch für experimentelle Projekte von Studierenden, die in der modernen Lehre zunehmend an Bedeutung gewinnen, und für längerfristige Lehrversuchsreihen.» Dies alles könne im neuen Gewächshaus und dem angegliederten Versuchsgarten realisiert werden.

Am Sonntag, 3. April kann das neue Forschungsgewächshaus, von 11 Uhr bis 15 Uhr anlässlich des Tags der offenen Tür besichtigt werden.

Zur Autorin

Brigit Bucher arbeitet als Stv. Leiterin Corporate Communication an der Universität Bern und ist Redaktorin bei «uniaktuell».

01.04.2016