Auf den Zahn gefühlt

Erstmals seit 2009 fand am 1. April der Tag der offenen Tür an den Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern statt. Mitarbeitende und Studierende hatten die verschiedenen Kliniken und die Lehrräumlichkeiten für die Öffentlichkeit attraktiv und informativ gestaltet. Mit rund 1’500 Besuchenden war die Veranstaltung ein voller Erfolg.

Von Alejandra Maldonado

Am 1. April öffneten die Zahnmedizinischen Kliniken an der Freiburgstrasse 7 die Türen für die Öffentlichkeit. Die Besuchenden erhielten einen Einblick in die fünf Kliniken, die Laboratorien und in das Studium der Zahnmedizin selbst. Interessierte konnten sogar in die Rolle von Zahnärztinnen und Zahnärzten, Zahntechnikerinnen und Zahntechniker schlüpfen und selber Hand anlegen. 

Attraktives Programm in den fünf verschiedenen Kliniken

In der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie konnte das dreidimensionale Röntgen im Bereich der Zahnmedizin genauer erkundet werden. Daneben durfte der CO2-Laser an Tomaten – anstelle der Mundschleimhaut – ausprobiert und an Bananen das Nähen geübt werden. In den Operationssälen konnten die Besuchenden nicht nur die Ausstattung für oralchirurgische Eingriffe begutachten, sondern sogar selber beim Implantieren Hand anlegen. 

In der Klinik der Parodontologie wurden die Krankheitsbilder der Parodontitis und Periimplantitis sowie ihre Therapieformen erklärt. Hilfsbereite Assistenzzahnärzte und -ärztinnen standen für die unterschiedlichsten Fragen zur Verfügung. Dentalhygienikerinnen instruierten sowohl bei der fiktiven Zahnsteinentfernung an Eierschalen als auch bei der professionellen Zahnreinigung mit vorherigem Anfärben des Belages. «Es kamen viele interessierte Besucherinnen und Besucher, welche die Wichtigkeit der Erhaltung der eigenen Zähne verstanden haben», fasste der Parodontologe Prof. Giovanni Salvi zusammen.

Die Klinik für Rekonstruktive Zahnmedizin und Gerodontologie zog das Publikum mit Plakaten an, welche reale Fälle von Patientinnen und Patienten veranschaulichten und Antworten gaben auf Fragen wie: Welche Prothesenarten gibt es? Wie putze ich meine Prothese richtig? Wie gut kann ich kauen? Die Besucherinnen und Besucher konnten auch ihre eigene Kaueffizienz beim Kaugummikauen und mit einer eigens dafür entwickelten App berechnen lassen.

In der Klinik für Kieferorthopädie stand die Digitalisierung des Zahnarztberufes im Mittelpunkt. Sowohl 3D-Fotoaufnahmen als auch 3D-gedruckte Kiefermodelle und Platten konnten begutachtet werden. Vorher- und Nachher-Dokumentationen von Fällen aus der Praxis zeigten, welche Korrekturmöglichkeiten mittels Spangen heutzutage möglich sind. Die Interessierten konnten sogar ihre persönliche Spangennotwendigkeit erfahren, wenn sie sich einer Kurzuntersuchung durch eine Assistenzzahnärztin oder einen Assistenzzahnarzt unterzogen. 

In der Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin konnten Interessierte der Sache wortwörtlich auf den Zahn fühlen. Sie durften die zuvor im Phantomraum selbstgebohrten Zahnpräparate mit Kunststoffmaterial füllen, eine Wurzelkanalbehandlung anhand eines Kunstzahnes selber durchführen, eine Mundgeruchsmessung oder einen Sehtest vornehmen. Beeindruckt zeigt sich das Publikum von der Herstellung einer Keramikfüllung mittels CAD/CAM-Gerät.

Eine solche Fülle an Informationen macht natürlich hungrig: im Festzelt sorgten Studierende sowohl für das leibliche Wohl der Anwesenden als auch für die musikalische Note. 

Publikumsvorträge, Laborbesuche und Tipps für die Zahnreinigung

Zusätzlich wurden den ganzen Tag über 20-minütige Vorträge im ASA-Vorlesungssaal von Klinikdirektoren, Oberärzten und Forschenden gehalten. Publikumsfragen wurden direkt im Anschluss beantwortet. «Das war sehr informativ», so ein Zuhörer nach dem Vortrag Richtig Essen. Wie kann Ihr Zahnarzt helfen? von Prof. Martin Schimmel.

Für die Forschungsorientierten standen auch alle Laboratorien offen. Mit Filmen, Plakaten und Bildern wurde das wissenschaftliche Arbeiten veranschaulicht. In der oralen Histologie stand die virtuelle Mikroskopie im Fokus, und es winkten Preise in einem Quiz. Im Laboratorium der oralen Molekularbiologie und Zellbiologie wurden die molekularen Mechanismen der Wundheilung anhand von Zellarten unter die Lupe genommen. In der oralen Mikrobiologie wurden die Bakterien der Mundflora auf verschiedenen Nährmedien mit blossem Auge oder am Mikroskop anschaulich gemacht. Auch die Resistenzbestimmung konnte begutachtet werden. Im Laboratorium für Kariologie konnten die verschiedensten Laborgeräte sowie das Rasterelektronenmikroskop bestaunt werden.

Im Kliniksaal der Studierenden konnten sich die Besuchenden von angehenden Zahnärztinnen und Zahnärzten eine Zahnreinigung machen lassen. Dabei wurde an Tipps und Tricks nicht gespart und Zahnbürsten und -pasten gab es auch noch mit auf den Weg. Zudem gab es reichlich Informationen zum Aufbau des Zahnmedizinstudiums und zur Teilnahme als Patientin oder Patient beim Studierendenkurs.

Ein voller Erfolg

Abgerundet wurde der erfolgreiche Tag noch mit einer letzten Einlage der zmk-Hausband. Prof. Daniel Buser zeigt sich sehr erfreut über den grossen Publikumsaufmarsch: «Wir konnten rund 1’500 Gäste und Prominente in unserem Haus empfangen. Der Einsatz der Studierenden hat mich zutiefst beeindruckt.» Auch Prof. Adrian Lussi bestätigt: «Solche Veranstaltungen stärken das Gemeinschaftsleben unserer Institution.»

DIE ZAHNMEDIZINISCHEN KLINIKEN DER UNIVERSITÄT BERN ZMK

Die zmk bern (Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern) sind ein national und international anerkanntes Lehr-, Forschungs- und Dienstleistungszentrum für Zahnmedizin. Zu den Aufgaben der zmk zählen die Ausbildung von Studierenden, die Weiterbildung von Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie die Forschung auf dem Gebiet der Zahnmedizin.

Zur Autorin

Alejandra Maldonado ist Zahnärztin und ehemalige Studentin an den zmk Bern.

06.04.2017