Spitzenleistungen im Sport und im Studium

Dass Spitzensport und ein Studium erfolgreich zu vereinbaren sind, wurde bereits von diversen Studien bestätigt. Doch was macht die Vereinbarkeit einfacher? Und was kann die Universität Bern für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler dazu beitragen? Im Rahmen des Projekts «Spitzensport und Studium» trafen sich Ende November Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, Ansprechpersonen aus den Fakultäten und zwei Vertreter der Universitätsleitung im Kletterzentrum Magnet zu einem Austausch.

Von Anita Rieder

Am Anlass ging es einerseits darum, das Projekt «Spitzensport und Studium» und die bisher gemachten Schritte der Universität Bern aufzuzeigen sowie den Austausch zwischen Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern und den zuständigen Personen aus der Universität Bern zu fördern.

Bekenntnis zum Spitzensport und Studium

Im August 2017 gab die Unileitung ein Bekenntnis zum Thema Spitzensport und Studium ab, indem sie bekräftigte, Spitzensportlerinnen und Spitzensportler an der Universität Bern mit Studienplanflexibilisierungen zu unterstützen und individuelle Lösungen zu suchen. Dass am Anlass im Kletterzentrum Magnet mit Bruno Moretti und Achim Conzelmann gleich zwei Vertreter der Universitätsleitung präsent waren, zeigt auch, dass diese sich für das Projekt einsetzt.

Seither hat die Universität Bern beispielsweise Kontakt aufgenommen mit Swiss Olympic, um die Vernetzung der Webseiten besser zu gestalten und so Informationen für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler zugänglicher zu machen. Auch wurde das Thema Spitzensport und Studium als weiteres Beratungsangebot auf der Webseite der Universität Bern ergänzt. Als weiterer wichtiger Schritt wurden in den einzelnen Fakultäten Ansprechpersonen bestimmt, welche sich den Anliegen der Athletinnen und Athleten annehmen und die Anfragen an die entsprechend sensibilisierten Studienberatungen weiterleiten.

Vom allgemeinen Engagement zu individuellen Lösungen

Nach der Vorstellung des Projekts «Spitzensport und Studium» von Peter Matti (Projektkoordinator Spitzensport und Studium für die Universität Bern) und einer Begrüssung von Seiten der Universitätsleitung wurde die Fragerunde im Plenum eröffnet. «Was sind konkrete Lösungen der Universität Bern?» fragt eine Spitzensportlerin. «Auf Grund der vielen verschiedenen Studienrichtungen und auch der verschiedenen Spitzensportler/innen ist es praktisch nicht möglich, einheitliche und für alle anwendbare Lösungen zu schaffen. Eine Annäherung an die für alle Parteien zufriedenstellende Lösung finden wir am besten mit individuell zugeschnittenen Massnahmen», informiert Peter Matti. Jedoch könne zum Beispiel ein Bachelorstudium auf maximal zwölf Semester verlängert werden.

Ein wichtiges Thema, welches die Spitzensportler/innen beschäftigt, scheint die flexible Lerngestaltung zu sein. Diese Flexibilität könnte beispielsweise durch elektronische Lernplattformen erhöht werden. In diversen Fakultäten sind etwa Podcasts verbreitet, die insbesondere bei Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern sehr beliebt sind. Es gibt allerdings auch Dozierende, welche ungern mit Podcasts arbeiten und unterrichten. Bruno Moretti, Vizerektor Lehre, empfiehlt hier, den direkten Kontakt und Austausch mit den Dozierenden zu suchen. Denn schlussendlich sind sie es, welche den letzten Entscheid treffen, wie sie ihren Unterricht gestalten.

Verständnis schaffen füreinander

Mit dem Bekenntnis der Universitätsleitung wurde ein wichtiger erster Schritt für die aktuellen und zukünftigen Spitzensportlerinnen und Spitzensportler für die Vereinbarkeit mit ihrem Studium gelegt. Nun sind aber, wie Achim Conzelmann, Vizerektor Entwicklung, darlegte, alle Beteiligten – die Sportlerinnen und Sportler, die Ansprechpersonen in den Fakultäten und auch Dozierende – gefordert, gemeinsam gangbare Wege aufzuzeigen und zu beschreiten. Die Spitzensportlerinnen und Spitzensportler sollen keine Vereinfachung gegenüber anderen Studierenden erhalten, jedoch ihr Studium flexibler gestalten können, damit sie dem Spitzensport nachgehen können.

Bouldern mit der Weltmeisterin und angeregter Austausch

Nach einem Showbouldern und -klettern von der amtierenden Boulder Weltmeisterin Petra Klingler, die an der Universität Bern Sportwissenschaft und Psychologie studiert, liessen die Teilnehmenden den Anlass bei einem Apéro ausklingen. In diesem entspannten Rahmen fanden auch angeregte Gespräche statt. So entstanden etwa Kontakte zwischen den Sportlerinnen und Sportlern und den Ansprechpersonen aus den Fakultäten.

Der duale Bildungsweg von Spitzensport und und Studium bedeutet eine grosse Herausforderung und verlangt ein hohes Mass an Selbstdisziplin und Selbstorganisation. Im Gegenzug bietet sich den Sportlerinnen und Sportlern die Möglichkeit, die Ausbildung mit dem Spitzensport zu verbinden und sportliche Erfolge zu erzielen.

Das Projekt «Spitzensport und Studium»

«Spitzensport und Studium» ist ein Projekt von Swiss Olympic und dem Hochschulsportverband. Die Universität Bern unterstützt ausgewiesene Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, damit sie Studium und Sport bestmöglich vereinbaren können. Die Rahmenbedingungen als Spitzensportlerin oder Spitzensportler sind erfüllt, wenn die Athletin oder der Athlet über eine Swiss Olympiccard mit Status Gold, Silber, Bronze oder Elite verfügt. 

Insgesamt nahmen 17 Spitzensportlerinnen und Spitzensportler aus 10 verschiedenen Sportarten, welche an der Universität Bern studieren, am Anlass teil. So unterschiedlich wie ihre Studienrichtungen sind auch ihre Sportdisziplinen: Orientierungslauf, Curling, Kanu Wildwasserabfahrt, Kanu Slalom, Rudern, Bouldern/Sportklettern, Schwimmen, Karate, Leichtathletik und Ski-OL.

Mehr Informationen und Portraits von Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern sind hier zu finden

Ansprechpersonen der einzelnen Fakultäten für Spitzensport und Studium

Die Ansprechpersonen aus den einzelnen Fakultäten sind die ersten Kontakte für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler an der Universität Bern und verfügen über die entsprechenden Verbindungen zu den Studienberatungen und Dozierenden. Sie kümmern sich um die Anliegen der Athletinnen und Athleten und nehmen so eine zentrale Rolle im Projekt Spitzensport und Studium ein.

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Zur Autorin

Anita Rieder arbeitet im Team Administration und Finanzen beim Universitätssport.

06.12.2017