«Man muss offen sein für das Unbekannte»

Rektor Christian Leumann hiess am Tag des Studienbeginns die angehenden Studierenden an der Universität Bern willkommen. Die Erstsemestrigen blicken mit unterschiedlichsten Erwartungen auf das bevorstehende Studium.

Von Ivo Schmucki

Hier begrüssen sich alte Bekannte aus dem Gymnasium, dort unterhält man sich angeregt über Fächerkombinationen. Doch als Rektor Christian Leumann hinter das Podest tritt und sein Wort an die angehenden Studierenden richtet, kehrt im Hörsaal Ruhe ein.

Es ändert sich einiges

«Zuallererst möchte ich Ihnen gratulieren»: So begann Rektor Christian Leumann am Freitag, 16. September seine Begrüssungsrede in der Aula das Uni-Hauptgebäudes. Es sei längst nicht jedem und jeder gegeben, die Aufnahmebedingungen zu einem Universitätsstudium zu erfüllen. Dann stimmte er die Neuankömmlinge auf die bevorstehende Studienzeit ein: «Sie werden feststellen, dass sich im Vergleich zum Gymnasium, wo die meisten von Ihnen herkommen, einiges ändert.» Neben der grossen Wahlfreiheit im Curriculum müsse man sich auch daran gewöhnen, nun mit hunderten anderen Menschen in einem Hörsaal zu sitzen.

An der Uni Bern werden viele Sprachen gesprochen

«Was für einige von Ihnen ebenfalls anders sein wird, ist die Sprache. Est-ce qu’il y a des Romands?» Im Saal kam ein erstauntes Gemurmel auf, als der Rektor auch die Studierenden aus der Westschweiz und dem Tessin in der Sprache ihres Landesteils begrüsste. Die Mehrsprachigkeit war Christian Leumann ein Anliegen: «Es gibt nicht nur französisch- und italienischsprachige Gäste, an dieser Universität gibt es Studierende aus 117 Nationen.»

Auf die Begrüssungsrede angesprochen, ist es denn auch die Mehrsprachigkeit, die den Erstsemestrigen als erstes in den Sinn kommt. Luana Kabashi (19) aus Roggwil und Joel Hurni (19) aus Attiswil gefällt aber vor allem, dass auch die verschiedenen Organisationen an der Universität Bern vorgestellt wurden. «Das gab mir den Eindruck, dass man hier gut betreut ist», sagt Luana Kabashi.

Viele Wege führen zu einem Studium

Joel Hurni, dem angehenden Studenten der Veterinärmedizin, war schon immer klar, was er studieren möchte: «Einmal Tierarzt zu werden, das ist mein Wunsch, seit ich sechs Jahre alt war.» Luana Kabashis Entscheidung für ein Jurastudium verlief weniger gradlinig: «Ich wollte eigentlich Medizin studieren, habe aber den Numerus Clausus nicht bestanden. Das Jurastudium war aber immer eine Option.» Am Studium der Rechtswissenschaft gefällt ihr vor allem die Vielseitigkeit: «Man hat ein breites Spektrum an Berufen, in die man nach einem Studium einsteigen kann.»

Gute Gründe, nach Bern zu kommen

Die Erwartungen an das beginnende Studium von Rebecca Shala (19) aus Schmitten, Thinh Nguyen (20) aus Neuenegg und Jan Burri (20) aus Alterswil sind so unterschiedlich wie ihre Studienfächer. Thinh Nguyen möchte sich vom bevorstehenden Pharmaziestudium einfach überraschen lassen. Klarer sind die Vorstellungen von Jan Burri, dem angehenden Studenten der Biochemie: «Ich hoffe, dass die Ausbildung im Gegensatz zum Gymnasium stärker auf Praktisches ausgerichtet ist.» Rebecca  Shala hat vom Studium der Astrophysik noch keine grossen Vorstellungen: «Ich erwarte viel Neues. Man muss offen sein für das Unbekannte.» Angesprochen auf einen eventuellen Berufswunsch gibt sie scherzhaft zur Antwort: «Ich möchte Astronautin werden» und berichtigt dann: «Ich könnte mir vorstellen, einmal bei einer Raumfahrtorganisation zu arbeiten.»

Die drei freuen sich auf ihr Studium in Bern – ihre Entscheidung, hierher zu kommen, ist wohl durchdacht: «Ich wusste immer, dass ich in Bern studieren will. Es gibt hier eine gute Infrastruktur und wichtig ist für mich auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr», sagt Thinh Nguyen. «Es ist für mich die beste Uni.»

Zum Autor

Ivo Schmucki ist Hochschulpraktikant Corporate Communication an der Universität Bern.

16.09.2016