Zwei Berner Klimaforscher ausgezeichnet

Die Berner Klimaphysiker Hubertus Fischer und Thomas Stocker wurden von der renommierten «American Geophysical Union», der weltweit bedeutendsten Berufsorganisation im Bereich der Erdwissenschaften, mit zwei Auszeichnungen geehrt.

Von Corporate Communication

Die 1919 gegründete American Geophysical Union (AGU) ist die weltweit grösste wissenschaftliche Organisation im Bereich der Erdwissenschaften und der Weltraumforschung. Ihr Ziel ist es, die Erkenntnis in diesen Forschungsbereichen voranzutreiben und dadurch zum Gemeinwohl beizutragen. Der AGU gehören über 600'000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in 137 Ländern an.

Hubertus Fischer gehört laut American Geophysical Union zu den innovativsten Forschern auf seinem Gebiet und erhält für seine Arbeit den «2017 Dansgaard Award». Thomas Stocker wird für seine Verdienste mit der «2017 Cesare Emiliani Lecture» geehrt. Beide Forscher freuen sich über die Auszeichnung, welche die internationale Spitzenstellung der Berner Eis- und Klimaforschung widerspiegelt.

Hubertus Fischer, Professor für Experimental Climate Physics am Physikalischen Institut der Universität Bern, wurde für seine Forschung zu Treibhausgasen in polaren Eisbohrkernen bereits zweimal vom Europäischen Forschungsrat ERC mit einem der begehrten «ERC Grants» von insgesamt über 5,5 Millionen Franken ausgezeichnet.

Thomas Stocker, Professor für Climate and Environmental Physics am Physikalischen Institut der Universität Bern, geniesst in wissenschaftlichen Kreisen ein hohes Ansehen aufgrund seiner herausragenden Erkenntnisse in der Modellierung von vergangenen und zukünftigen Klimaveränderungen. Bis September 2015 war er Ko-Vorsitzender der Arbeitsgruppe I des Weltklimarats IPCC.

Hubertus Fischer und Thomas Stocker folgen mit der erhaltenen Auszeichung der American Geophysical Union den Spuren von Hans Oeschger, nach dem das Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern benannt ist: Oeschger erhielt 1997 von der AGU die «Roger Revelle Medal», die für herausragende Forschung zum Klimawandel vergeben wird. Sowohl Fischer als auch Stocker gehören ebenfalls dem Oeschger-Zentrum für Klimaforschung an.

HUBERTUS FISCHER

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Hubertus Fischer (50) studierte Physik in Deutschland und den USA und doktorierte 1997 am Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg. Nach einem PostDoc Aufenthalt in den USA, forschte er am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven und lehrte an der Universität Bremen. Seit 2008 ist er ordentlicher Professor an der Universität Bern. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Rekonstruktion von Änderungen biogeochemischer Kreisläufe in der Vergangenheit, die zu Variationen der Treibhausgaskonzentrationen führten, sowie der Änderungen der Klima- und Atmosphärendynamik in der Vergangenheit. 

 

Kontakt

Prof. Dr. Hubertus Fischer
Universität Bern
Physikalisches Institut, Klima- und Umweltphysik (KUP)
Sidlerstrasse 5
3012 Bern
Telefon direkt: +41 31 631 85 03
Email: hfischer@climate.unibe.ch

THOMAS STOCKER

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Der 1959 in Zürich geborene Thomas Stocker ist seit 1993 Professor am Physikalischen Institut Bern. Er hat an der ETH Zürich Umweltphysik studiert und doktoriert. Danach war er als Forscher am University College (London), an der McGill University (Montreal) und der Columbia University (New York) tätig. Einen Namen machte er sich bei der Entwicklung von Klimamodellen und der Rekonstruktion des Klimas aus Eisbohrkernen. Stocker engagierte sich seit 1998 im IPCC und wurde 2008 zum Vorsitzenden der Arbeitsgruppe I gewählt. Zusammen mit dem Chinesen Qin Dahe führte er das Team von über 250 Autoren, das die wissenschaftlichen Grundlagen für den 5. IPCC-Bericht erarbeitete. Die Resultate dieses Berichts waren von grosser Bedeutung für die UN-Klimakonferenz 2015 in Paris.

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Stocker
Universität Bern
Physikalisches Institut, Klima- und Umweltphysik (KUP)
Sidlerstrasse 5
3012 Bern
Telefon direkt: +41 31 631 44 62
Email: stocker@climate.unibe.ch

04.07.2017