Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Medizin und Ingenieurwesen

Rund 55 Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Gesundheit und Ingenieurwesen im Kanton Bern trafen sich am 23. November an der ersten offiziellen Veranstaltung des Bern Biomedical Engineering Network (BBME), einem schweizweit einmaligen Netzwerk für interdisziplinäre Forschung im Dienste der Gesundheit. Sie beschlossen, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren und die Aktivitäten gezielt auszubauen. Präsentiert wurden auch aktuelle Erfolgsgeschichten.

Von Corporate Communication / BBME

BBME ist ein Netzwerk von Forscherinnen und Forschern verschiedener Institutionen und Disziplinen in der Region Bern. Fachleute aus den Gebieten Medizin, Ingenieurwesen und Gesundheitswesen arbeiten disziplinenübergreifend zusammen mit dem Ziel, neue innovative Instrumente für die Diagnostik und Behandlung von Krankheiten zu entwickeln. Diese enge Zusammenarbeit ist schweizweit einzigartig und dient letztendlich den Patientinnen und Patienten.

Zwei Erfolgsgeschichten des BBME-Netzwerks

Stellvertretend für eine Vielzahl erfolgreicher gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsprojekte wurden zwei dem Publikum vorgestellt. Sie zeigen, wozu interdisziplinäre Teams fähig sind und welche innovativen Ansätze dafür sorgen können, dass Krankheiten schneller diagnostiziert, besser behandelt und geheilt werden können.

So entstand beispielsweise in intensiver Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Informatiker und Ingenieuren eine mobile, in eine Handtasche passende mobile Sehhilfe für Menschen mit altersbedingter Netzhaut-Degeneration (AMD). Durch dieses Gerät können AMD-Betroffene wieder lesen – sowohl in die Nähe als auch in die Distanz. Dies erlaubt ihnen, möglichst lange selbstständig zu leben.

In enger Kooperation zwischen Ärzten des Berner Inselspitals, Ingenieuren und Mathematikern wurde zudem eine Software entwickelt, die verschiedene Gewebetypen auf kernspintomografischen Bildern auseinanderhalten kann und sich dabei stetig verbessert – also lernt. Die Software dient unter anderem dazu, chirurgische Eingriffe bei Gehirntumoren exakter zu planen. Entwickelt wurde sie vom Institut für chirurgische Technologien und Biomechanik der Universität Bern gemeinsam mit dem Institut für Neuroradiologie des Inselspitals. Inzwischen nutzen auch renommierte Forschungsteams in Amerika die lernende Software und trainieren sie mit Bildmaterial von Hirntumoren aus amerikanischen Kliniken. Berner Forscherinnen und Forscher trainieren die lernende Software ausserdem für weitere Einsatzgebiete – etwa bei Schlaganfällen, bei Multipler Sklerose (MS) oder bei Veränderungen am Knie. 

Gezielte Pflege und Erweiterung des Netzwerks

Auf der Website www.bbme.ch sind die verschiedenen Forschungsgebiete, alle Forschungsteams mit ihren spezifischen Kompetenzen sowie aktuelle und abgeschlossene Forschungsprojekte zu finden. Dies soll künftig die Suche nach einem geeigneten Forschungspartner für ein bestimmtes Projekt zusätzlich erleichteren. Die Website wird in den kommenden Monaten weiter ausgebaut.

Durch die gezielte Pflege und Erweiterung des BBME-Netzwerks soll die Forschungs- und Entwicklungskompetenz auf dem Platz Bern weiter ausgebaut und wirtschaftlich verwertet werden. Künftig soll jährlich ein Netzwerk-Treffen stattfinden und so die Zusammenarbeit zwischen Praktikerinnen und Praktikern aus der Klinik und Forschenden aus den Instituten weiter intensiviert werden.

Das Bern Biomedical Engineering Network (BBME)

Im Berner Forschungsnetzwerk BBME sind über 400 Kliniker und Forscher verschiedener Disziplinen aus Inselspital, Universität Bern, Berner Fachhochschule, weiteren Forschungsinstituten sowie Industriepartnern im Kanton Bern zusammengeschlossen. Ziel der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit ist, neue innovative Instrumente für die Diagnostik und Behandlung von Krankheiten zu entwickeln. Hierfür bedarf es neben einem detaillierten Verständnis der grundlegenden medizinischen Zusammenhänge durch Klinikerinnen und Klinker auch des Wissens und der Erfahrung von Ingenieuren, Technikern und Informatikern. Das BBME-Netzwerk bietet diesen unterschiedlichsten Fachkräften eine ideale Plattform, um sich gegenseitig näher zu kommen, die jeweils völlig andere Sichtweise zu verstehen und in einer gemeinsamen Sprache zu kommunizieren.

Neben der Vernetzung der aktuellen Forschungsaktivitäten unterstützt das BBME-Netzwerk auch übergreifende Aktivitäten wie das Schweizerische Zentrum für Translationale Medizin und Unternehmertum in Bern sitem-insel AG (www.sitem-insel.ch  – im Aufbau), den Schweizerischen Innovationspark (im Aufbau) und den InnoCampus Biel (www.innocampus.ch).

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Stefan Weber, Initiator BBME-Netzwerk
Direktor ARTORG Center for Biomedical Engineering der Universität Bern
031 632 75 74 
stefan.weber@artorg.unibe.ch 
www.bbme.ch

25.11.2015